Einzelkind Teil II und neue Perspektive
Ihr Lieben,
ich habe mich hier schon ganz lange nicht mehr blicken lassen. Schande über mein Haupt.
Ich danke euch für eure Kommentare – auch, wenn ihr da teilweise andere Ansichten vertretet als ich. In meinem letzten Artikel war ganz klar zu lesen, dass ich mir durchaus bewusst war, dass NICHT alle Leute wissen KÖNNEN, warum L. “nur” Einzelkind ist. Was mich aber aufregt, ist die Tatsache, wie heutzutage immer noch mit den sogenannten Einzelkindern umgegangen wird. Und genau da spricht mir Blüte mit ihrem Kommentar aus der Seele. Danke dir dafür.
Es ist wissenschaftlich heutzutage nicht mehr nachgewiesen, dass Einzelkinder sozial “unkompatibler” sind, sie durchweg verwöhnt sind, etc. Natürlich schadet es niemandem, wenn er mit Geschwistern aufwächst. Und genau das ist mein Wunsch – mein größter Wunsch. Eben WEIL ich ungewollt als Einzelkind aufgewachsen bin; ebenso wie mein Mann. Â Aber die heutigen Ansichten in der Gesellschaft scheinen am Einzelkind ja immer nur das Negative zu sehen.
Gibt es eigentlich in der deutschen Sprache eigentlich einen Terminus für “das Geschwisterkind”? Wohl kaum.
Nichtsdestotrotz scheint ja ein Einzelkind in der heutigen Gesellschaft schlecht(er) angesehen zu sein, als ein Geschwisterkind. Idealfamilie: Vater, Mutter, ZWEI Kinder. Und genau deshalb kommen ja andauernd die teilweise unqualifizierten Äußerungen, mit denen wir uns immer rumschlagen müssen seitens der Elternschaft im Kindergarten, beim Arzt und sonstwo. Ich könnte da immer noch die Wände hochlaufen und natürlich sind die “ich schocke jetzt mal die blöden Fragesteller”-Methoden nicht gerade nett, wenn ich ihnen von den drei Sternenkindern erzähle. Aber das Leben ist nunmal kein Ponyhof. Punkt. Schluss. Ende im Gelände. Niemand hat uns gefragt, ob wir so glücklich sind mit der Situation. Immer wird man gleich ganz verwundert angesehen und man hat gleich das Gefühl, man sinkt förmlich im Stellenwert der Fragesteller, weil man “nur” ein einziges Kind hat.
Ich versuche mich mehr und mehr an den Gedanken zu gewöhnen, dass dies so bleiben wird. Machen wir uns hier nichts vor: ich werde in drei Monaten schon 38. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit mit alten Eizellen und einem Eileiter? Tja …
Nur irgendwie fehlt mir noch so ein wenig die Strategie, wie ich mich am besten an diese Situation gewöhnen KANN. Momentan FEHLT mir immer noch etwas. Der Wunsch nach einem Geschwisterkind ist immer noch vorhanden. Wie stelle ich das ab? Gibt es Strategien, damit man sich an diese Situation gewöhnen kann?
Ich betrachte nun ganz bewusst alle Familien, die einem so bei den alltäglichen Dingen begegnen, beispielsweise beim Einkauf. Und IMMER, ja ich habe da genauestens Statistik drüber geführt, haben diese Familien zwei oder gleich drei Kinder. Wenn denn mal Papa oder Mama mit einem Kind unterwegs sind, dann kann man in 99 % der Fälle davon ausgehen, dass irgendwo im Gang bei Aldi – die Mutter oder der Vater – mit dem Geschwisterchen wartet oder aber im Auto sitzen. Euch ist das bisher noch nicht aufgefallen? Dann achtet mal genau darauf
Bisher kenne ich ganze ZWEI Familien, die “nur” ein Kind haben. Ansonsten wimmelt es hier – gerade in einer Neubausiedlung – nur so von Familien mit zwei, drei oder gleich vier Kindern. Wie soll (!) man sich da einreden, dass rein statistisch gesehen jede Familie 1,3 Kinder hat – also eine mal eins, die andere dann eben zwei?
Um aber wenigstens ein bisschen für unseren Einzigen da sein zu können, haben wir ein wenig hin und hergerechnet und sind nun auf das Sabbatjahr gekommen, das mir in meinem Beruf ja GSD nur in Ausnahmefällen verwehrt werden kann. Momentan arbeite ich halbe Stelle. Ich habe jetzt also einen Antrag eingereicht, bei dem ich ab Sommer 2013 meine Stunden aufstocke (19,25 um genau zu sein) um mir dann das Schuljahr 2015/16 komplett “frei” nehmen zu könenn. In diesem Jahr werde ich also so weiterbezahlt, wie mein momentanes Gehalt auch aussieht (in den Ansparungsjahren werde ich nach wie vor nur für die halbe Stelle bezahlt) und somit haben wir keine finanziellen Einbußen. Coole Sache. Dazu bin ich in diesem Jahr voll beihilfeberechtigt und kann mich – rein theoretisch, sogar auf Beförderungsstellen bewerben. Ich weiß zwar noch nicht so genau, wie ich das verkraften werde, von 13 auf 19 bis 20 Stunden aufzustocken (bei zwei Korrekturfächern, wohlgemerkt), aber irgendwie wird es gehen. Ich freue mich jetzt schon wie Bolle auf diese Zeit. Die Genehmigung seitens der Bezirksregierung liegt bereits vor. Das sind also die Nachrichten, die mich aufrecht halten: die Gewissheit, ZEIT FÜR mein KIND zu haben. Zeit, Zeit , Zeit.
Mir persönlich wünsche ich für das Jahr 2013 mehr Zufriedenheit und weniger depressive Phasen. Ich wünsche mir, ENDLICH wieder nach vorne schauen zu können und die Dinge anzunehmen, die ich nicht ändern kann. Kurz: ich wünsche mir inneren Frieden.
Für Euch alle da draußen schließe ich mich jetzt mal den Wünschen von Schoko an und wünsche Euch allen für das Jahr 2013 die Erfüllung Eurer Träume: einen positiven Test, der mit einer gut ausgehenden Schwangerschaft endet oder DEN Anruf der Adoptionsbehörde.
LG,
Milest