30.10.10

Ende einer Freundschaft

geschrieben in Allgemein um 10:28 von felia

Wenn sich eine Freundschaft nicht als das herausstellt, für das man sie gehalten hat, ist das meistens nicht nur sehr enttäuschend, sondern auch ziemlich traurig. Umso schlimmer finde ich das, wenn selbst hinterher nicht genau klar ist, worin man sich eigentlich getäuscht hat und wodurch sich das Verhältnis zueinander geändert hat.

Bei meiner ehrenamtlichen Tätigkeit habe ich mich vor Jahren mit einer Kollegin angefreundet. Sie verließ die Stelle einige Zeit später, aber wir hielten regelmäßigen Kontakt und machten öfter privat was zusammen. Grade, wenn es dem anderen sehr schlecht ging, standen wir uns mal tröstend mal aufmunternd zur Seite, so auch in meiner Kinderwunschzeit. Letztes Jahr im Herbst ist sie dann sogar in eine Wohnung am Ende unserer Straße gezogen und damit nur noch 10 Gehminuten von uns entfernt. Wir waren so happy und schmiedeten schon Pläne, was wir dann alles zusammen unternehmen wollen. Der entgültige Umzug hat sich leider etwas verzögert, aber das tat der Freude keinen Abbruch und wir hatten immer einen Heidenspaß, wenn wir uns getroffen haben. Auch Silvester war sie bei uns, doch dann hörte ich erstmal nichts mehr. Als ich verwundert am Telefon nachfragte erzählte sie von ihrem Streß in der Arbeit und wollte einen Termin für ein Treffen ausmachen… allerdings wäre der erst 3 Monate später gewesen *?*. Ich hab ihr dann ein paar Alternativvorschläge gemacht (z. B. sich treffen bei den Dingen, die man sowieso zu erledigen hat, wie z. B. einkaufen, weil ich versteh ja, wenn man vor lauter Stress wenig Zeit hat), bis sie ein Treffen für Ende Januar angeboten hat. Auch das war wieder ein sehr lustiger Abend, doch dann hörte ich wieder nichts von ihr.

Damals zu Silvester hatte sie sich erkundigt, wie es mit meinem Kinderwunsch läuft. Da ich damals bis zur 12. Woche nichts sagen wollte von meiner Schwangerschaft, hielt ich mich noch bedeckt. Sie erzählte dann traurig, dass sie jetzt auch gerne Kinder hätte, aber ihr würde noch der passende Partner dafür fehlen und da sie nur bis 35 Mutter werden möchte, ist es fraglich, ob das überhaupt noch klappen wird (sie ist jetzt 30). Ich hab mir deshalb den Kopf zerbrochen, wie ich es ihr sagen soll, dass ich schwanger bin, ohne sie dadurch traurig zu machen. Ich entschied mich, dass so schnell wie möglich (weil abwarten auch nichts dran ändert, wie es ihr damit gehen wird) und persönlich (alles andere erschien mir nicht richtig) zu machen, doch auf meine Mails, Anrufe und andere Kontaktversuche (hab ihr einmal ein Antistresspaket samt Aufmunterungsbrief in den Postkasten gelegt) blieben entweder unbeantwortet oder es hieß, sie hätte viel Streß in der Arbeit und keine Zeit, wäre für ein Treffen zu erschöpft.

Irgendwann erhielt ich auf eine meiner Mails die Nachricht, dass sie unglaublich im Stress wäre in der Arbeit, aber dass sie nun beschlossen hat zu kündigen und auch schon eine neue Stelle gefunden hat (eine Stelle als Hauptamtliche in meiner ehrenamtlichen Arbeit) und es dann wohl endlich besser werden würde. Ich hab mich sehr darüber gefreut und ihr zu der Stelle gratuliert. Sie schrieb, dass sie mit der Übergabe zwar zeitlich komplett ausgelastet wäre, aber sobald diese geschafft wäre, wir uns treffen könnten (genannt wurde ein Datum, dass damals fast 2 Monate in der Zukunft lag). Genau zu dem vorgeschlagenen Zeitpunkt war aber unser letzter Urlaub geplant, weshalb wir ausgemacht haben, dass ich mich melde, sobald wir wieder da sind und wir uns dann treffen. Auf meine entsprechende Mitteilung erfolgte aber keine Reaktion, bis wir uns irgendwann in meinem Ehrenamt über den Weg liefen. Schon da war es seltsam, als würden wir uns gar nicht besser kennen, von Freundschaft ganz zu schweigen. Ihr von meiner Schwangerschaft zu erzählen fand ich inzwischen auch etwas albern, da ich mittlerweile am Ende des 8. Monats war und das Ganze nicht mehr zu übersehen.

Irgendwann ergab sich dann doch ein Gespräch darüber, in dem ich ihr erklärte, dass ich es ihr gerne vorher gesagt hätte, aber das eben persönlich tun wollte und unsicher war wegen ihrem eigenen (unerfüllten) Kinderwunsch. Sie dazu, wie ich auf die Idee käme, dass sie Kinder möchte, weil das üüüüberhaupt nicht der Fall wäre, das würde schließlich nicht passen, jetzt wo sie eine neue Stelle hat. Die Stelle hatte sie damals ja aber noch nicht, als sie das gesagt hatte und da wir uns kaum gesehen hatten dazwischen kann ich wohl kaum riechen, wie sich ihre Einstellungen und Wünsche ändern. Sie behauptete aber nun einfach, sie hätte nie gesagt, dass sie jetzt Kinder will (blöd nur, dass sie das vor versammelter Mannschaft damals gesagt hat und eben auch alle mitbekommen haben). Wieder eine Woche später erklärte sie mir, dass sie sich sehr über mich geärgert hat und wie ich denn überhaupt auf die Idee kommen kann, dass sie neidisch wäre. Ich hab ihr dann tausendmal erklärt, dass ich nie davon ausgegangen bin, dass sie neidisch ist, sondern einfach befürchtet hab, es könnte sie traurig machen. Sie erklärte daraufhin wieder, dass sie ja grade gar keine Kinder will, nie gesagt hat, dass sie jetzt welche möchte. Außerdem könne sie ja jederzeit Kinder haben, denn dafür müsste sie nur J. Bescheid sagen und zack hätte sie Kinder (bisher hatte sie immer abgestritten, dass zwischen J. und ihr wieder etwas läuft, wobei J. ihr Ex-Freund ist aber leider nie Mann genug war (und wohl auch ist) gegen den Willen seiner Familie zu ihr zu stehen).

Auf die Funkstille zwischen uns angesprochen erklärte sie mir dann auch noch, dass wir ja nie so gut befreundet waren und sie deshalb einfach keine Veranlassung sieht, dass wir uns öfter treffen. Das war ein Schlag ins Gesicht für mich, denn wie gesagt, früher hatten wir einen sehr guten Kontakt zu einander und es stimmt einfach nicht was sie sagt. Das ich die Freundschaft damit als offiziell beendet ansehen kann, ist allerdings bei mir angekommen. Inzwischen tut sie sogar so, als würde sie uns nicht kennen, wenn wir uns zufällig unterwegs begegnen.