5 Monate später
Samstag, 10 Juli 2010Lange habe ich nichts geschrieben, etwa 5 Monate ist mein letzter Eintrag her und in der Zeit ist viel passiert.
Wir hatten uns nach schon 2 Versuchen vom “stimulierten GV nach Plan” mit der IUI angefreundet. So mußte man wenigstens nicht mehr diesem Druck unterliegen, nach Therapieplan miteinander zu schlafen.
Die erste IUI im April verlief super, es war eine spannende Zeit, mit einem aber erüchternden Ausgang: negativ!
So starteten wir gleich im Mai die 2. und wahrscheinlich letzte IUI (aufgrund meiner schlechten EZ Reserve wird uns eher zu IVF geraten). Der 2. Versuch verlief furchtbar. Ich hetzte in die Kiwu, mußte ewig warten, da das Sperma noch nicht aufbereitet war, die Zeit im Hinterkopf, da ich noch zur Arbeit mußte. Nach langem Warten war es endlich soweit, die IUI wurde vollzogen und dann hörte ich auf einmal, daß das SG nicht so toll war. Oh mein Gott! Das war uns neu. Dennoch hat es für eine IUI locker gereicht. Puh…So hetzte ich danach schnell zur Arbeit, schon da mit dem Gedanken im Kopf “Na so entsteht doch kein Kind…”
2 Wochen später, es war der Pfingstmontag wollten wir einen Tag vor BT Gewissheit. So machte ich einen SST mit sehr hoher Sensibilität und ich sah meine allerallererste hauchzarte superdünne 2.Linie. Mein Mann sagte, daß wäre keine richtige Linie
So fuhren wir zur Notapotheke, holten einen 2. Test, der eindeutig negativ war. Ok, so hatte ich Gewissheit!
Am nächsten Tag fuhr ich zum BT, gurkte danach Heim, wartete artig meine 2 Stunden, rief an und erfuhr von einem hcg Wert, der bei 10 lag. 10…so wenig, aber es hatte sich was eingenistet. Oh Gott! Ich soll die Medikamente weiternehmen, ok. Das hörte sich schon mal gut an.
2 Tage später wieder BT. Wert ist auf 25,1 gestiegen, ok er hatte sich verdoppelt. In der Stimme der Arzthelferin am Telefon schwang nicht viel Hoffnung…
5 Tage später wieder BT. Wow, der Wert war auf 266 gestiegen! Zum ersten Mal hiess es “Sie sind schwanger”. 2 Tage später wieder BT. Diesmal hatte sich der Wert nicht ganz verdoppelt und lag bei 441…hmmm…das erste Mal kamen auch wieder Zweifel.
Eine Woche später hatte ich meinen ersten Ultraschall und wir waren so aufgeregt! Mein Mann und ich hatten schon alle Eventualitäten durchgesprochen. Er kam, wie vereinbart mit, setzte sich aber nebenan ins Besprechungszimmer. Wir dachten, es wird ganz emotional. Aber das blieb aus. Nach 10 Sekuden US war schon mal klar, daß NIX zu sehen war. Der Doc hat noch ein wenig rumgesucht und dann war ich auch schon fertig. Mir wurde wieder Blut abgenommen, ich wurde sofort krankgeschrieben, der geplante 2 wöchige Urlaub 3 Tage später durfte nicht gestartet werden. Später erfuhr ich von einem hcg von 1290…schlecht! Er hätte sich 3 Mal verdoppeln müssen, das hatte er aber nicht. Wir sollten in der darauffolgenden Woche wiederkommen. Dazu kam es aber nicht mehr.
3 Tage später, anstelle in den Urlaub aufzubrechen, fuhr ich abends kurz vor dem ersten Deutschlandspiel der WM ins Krankenhaus. Meine Unruhe war bis dato ins Unermessliche gestiegen. Ich hatte immer mal wieder Schmerzen auf der linken Seite, ausserdem wollte ich eh eine 2.Meinung haben.
Die Ärtzin im KH fand auch nix in der Gebärmutter, auch keinen Anhaltspunkt auf eine Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft. So mußte ich die Nacht im KH bleiben, mir wurde Blut abgenommen und am nächsten Tag sollte sich entscheiden, wie es weiterging.
Am nächsten Morgen folgte eine weitere Untersuchung, wieder war nix zu sehen und mein hcg hatte sich nicht mehr weiterentwickelt.Mittlerweile lag er nur noch bei 1099. Und dann stand fest, es wird operiert.
Nach der OP hörte ich nur, wie im Aufwachraum über mich geredet wurde. Das Fachchinesich konnte ich selbst im Rausch verstehen und mir wurde klar, ich hatte eine Eileiterschwangerschaft – rechts!
Kurze Zeit später, als ich wieder auf Station war, bestätigte mir die Ärztin die Diagnose. Ich war als erstes erleichtert. Ich bekam Bilder. Ich sah “zum Glück” keinen Embryo. Wo blieb nur die Trauer?
Die kam, mit dem Tag der Entlassung aus dem KH: Ich war so unendlich traurig. Ich konnte nur noch weinen. Ich war all die Monate so tapfer gewesen, hab mich im Kinderwunschzentrum immer am Riemen gerissen…bloß nicht heulen…aber als ich einen Tag nach Entlassung einen Termin mit meinem Doc hatte, brachen alle Dämme.
So verbrachte ich insgesamt 3,5 Wochen daheim, regenerierte mich so gut es ging, suchte eine Familientherapeutin auf, die mich nun auch weiterhin begleiten wird und sammelte neue Kraft.
Nun bin ich seit einer Woche wieder im Alltag, mit all seinen Strukturen. Wie ich das finde, weiss ich selber noch nicht.
Was ich weiss, ist daß wir weiter kämpfen wollen! Und wenn es wie höchstwahrscheinlich angedacht, mit IVF sein wird, wir kämpfen für unser Baby!