geschrieben von cfipps um 12:49
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Hi, ich bin Florian.
Heute möchte ich euch von meiner aufregenden Geburt am 13. Juni 2009 erzählen.

Angefangen hat alles mit Mamas Krankheit, der MS. Sie war nun lange Schubfrei, halt bis zu meinem Geburtstag.
In der Nacht vom 12 auf den 13 Juni merkte ich schon, das mit Mama was nicht stimmt und hab sie mit kräftigen tritten gegen 1 Uhr geweckt.
Ein verantwortungsvoller Sohn merkt sowas halt. Da hat Mama den Schub bemerkt – sie konnte den linken Arm wieder nicht bewegen und auch auf dem linken Auge sah sie nichts.
Sie tat mir so leid, als sie sich leise in den Schlaf weinte.
Am nächsten Morgen wollte Papa dem Opa helfen, die machen am WE immer Holz. Mama fuhr mit um bei Oma zu bleiben. Oma konnte sich den Zustand von Mama aber nicht mehr ansehen, sie hatten Angst um sie und deswegen ( natürlich mit meiner Hilfe ) hat Oma mit Gott und der Welt telefoniert – Ausgang: Jeder schickte sie nach Bayreuth, da es dort ein sehr gutes Krankenhaus geben würde.
So packten Oma und Opa die Mama, den Papa ( und mich ) zusammen und brausten mit dem Klinikkoffer ins Krankenhaus. Das er diesmal nicht wieder zuhause landen würde, dachte da noch niemand.
In Bayreuth nahm man die Sache sofort sehr ernst. Es wurde überlegt, telefoniert, Rat eingeholt – von der Neurologie über die Gynäkologie zur Kinderstation…. Um 16.00 Uhr kamen die Ärzte und erklärten doch tatsächlich, das es besser wäre, wenn ich jetzt ausziehe. Hallo??? Gehts noch? Ich hatte noch nicht mal gepackt…. Aber Mama gings immer schlechter und so musste entschieden werden, das ich jetzt aus meiner 1-Zimmer-Komfortwohnung zwangsgeräumt werde.
Um 18.00 Uhr wurde Mama vom Kreissaal in den OP geschoben. Da rollte auch schon das Umzugskomando an. Mama bekam eine Spinalanästhesie. Allerdings bekam ihr die erstmal gar nicht und die Ärzte kämpften darum, sie wach zu halten. Der Oberarzt entschied dann auf Vollnarkose, alles ging so schnell… Aber die Narkoseärztin leistete so tolle arbeit, das sie Mama Sekunden vorm verabreichen der Vollnarkose stabilisierte. Dann kam Papa und man verschwendete keine Zeit. Meine Wand wurde eingerissen und ich wurde rausgezerrt. Aber nicht ohne Protest! Ich hab geschrien wie ein Ochse! So gehts ja auch nicht, oder?!?
Papa eilte mir zur Hilfe, als mich die Herren von der Zwangsräumung untersuchten. Dann durfte ich auf Papas Arm. Da wars toll, nur Mama konnte mich nicht richtig sehen.
Papa gab mich wieder ab und ich bezog meine neue Wohnung: Ja, was soll ich sagen – Panoramablick, 6 Fenster, größer als die alte, Wärmeschutz ect. hier kann mans aushalten.

Am Anfang mussten sie mich noch beatmen, aber seit Mittwoch mach ich das ganz alleine. Ich habe jeden Tag weniger Schläuche, kann immer mehr. Seit Donnerstag gehts mir richtig gut. Ich habe kam abgenommen, kann schon meinen Po heben und rumrobben. Ich habe am Freitag zum ersten Mal mit Mama gekuschelt und mache das nun täglich mehrere Stunden. Und am Freitag habe ich zum ersten Mal 5 ml aus der Flasche zusätzlich zur Magensonde genuckelt.

Bleibt zu sagen: Schön ists, auf der Welt zu sein. Und Mama ist genau wie Papa mächtig stolz auf mich. In wenigen Wochen, vielleicht schon in 2, darf ich nach Hause und dann leben wir zu dritt in unserer ganz großen Wohnung.

Meine Daten:

Ich wog 1780 Gramm, war 40,5 cm groß und mein Kopfumfang war 29,5 cm. Ich kam um 19.11 Uhr auf die Welt, an einem sonnigen Junitag

Mama merkt an: Der Blasenkatheter, die Narkose, die OP und alles drum herum war ein klacks – es war eine schöne Geburt, trotz der Umstände.

Erstellt am Donnerstag, 25 Juni 2009 at 12:49 pm in der Kategorie Schwangerschaft. RSS 2.0. Du kannst einen Kommentar hinterlassen oder Trackback von Deiner Seite.

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