Die erste EEG-Kontrolle seit der Diagnosestellung war ebenfalls wieder in Ordnung (sei ein s. g. stilles EEG). Nur war mein armer Schatz von den Schlaftröpfchen (was hat er gewürgt, müssen ja wohl megaeklig sein) den ganzen Tag total außer Gefecht gesetzt.
Der Doc hat uns erklärt, dass diese EEGs jahrelang “still” bleiben können und manchmal erst Auffälligkeiten zeigen, wenn die Epilepsie längst überstanden ist.
Es gibt wohl zwei Epilepsieformen, welche in Frage kommen.
1. eine fokale Epilepsie: Bei dieser Form beginnen die Anfälle wohl halbseitig bzw. an einem Ausgangspunkt und breiten sich weiter fort (hatte Mäuschen ja auch zu bieten). Diese Form hat wohl aber die schlechtere Prognose, d.h. sie verwächst sich nicht und die Anfälle sind sehr schlecht therapierbar, weil die Medikamente nicht unbedingt anschlagen und viel herumexperimentiert werden muss, bis das richtige Präparat gefunden wird.
2. eine generalisierte tonisch-klonische Epilepsie. Diese Form ist die bessere Wahl, da die Chance auf Verwachsen sehr gut stünden. Sie spreche besser auf die Medis an und typisch hier sei auch ein unauffälliges, also stilles EEG.
Auch sprechen hierfür die familiäre Vorbelastung (Onkel von mir), der nicht immer eindeutige Beginn eines Krampfes, der Beginn in diesem jungen Säuglingsalter, das gute Anschlagen bisher der Luminaletten (Anfallsfreiheit) *ichhabnixgesagt*.
Leider bringt uns erst die Zeit eine genauere Chance die Epilepsie einzuordnen. Falls es sich verwachsen sollte, kann man auch gar nicht sagen, wann das ungefähr ist. Also ob Kleinkindalter, Pubertät etc. steht wohl in den Sternen.
Mäuschen muss die Luminaletten weiter nehmen für zwei Jahre, dann setzen wir sie ab und sehen was passiert
Leider besteht bei den Tabletten die “Gefahr” einer Entwicklungsverzögerung, bzw. sie können die Entwicklung etwas ausbremsen, weshalb wir ihn genau beobachten müssen (aber bisher sei alles in bester Ordnung). Eine bessere Alternative gibt es nur leider erstmal auch nicht. Luminaletten sind wohl seit fast 100 Jahren in Gebrauch, d.h. am besten einzuschätzen von den Nebenwirkungen her. Sie gehen wohl in der Regel nicht auf die Organe, was bei den neueren Medis nicht der Fall sei. Wir müssen in regelmäßigen Abständen zu Spiegelkontrollen und in 6 Monaten (also wohl kurz nach seinem 1. Geburtstag) zur Kontrolle in das SPZ.
Oh man, ich frag mich immer noch, warum ausgerechnet wir ? Warum kann in unserem Leben nicht mal einfach etwas gut und schön laufen ? Ja, es könnte schlimmer sein, ich weiß. Trotzdem reichts doch endlich mal. Jetzt warten wir weiter ab und halten brav von Tag zu Tag die Luft an …
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