12.06.10

Werde es wohl nie richtig verarbeiten…

geschrieben in Bilderpost, Geburt, Kaiserschnitt, Raphael, Stillen um 18:32 von anomasil

Hab mir grad wieder die Augen ausgeheult…

Hätte doch so gern meinen Kleinen nach dem Kaiserschnitt auf den Bauch bekommen. Wäre das nicht im Aufwachraum möglich gewesen? Warum hab ich nichts gesagt… warum? Auch danach hab ich die Gusche nicht aufgemacht. War ich blöde? Erst am zweiten Tag hab ich den Kleinen – in Kleidung – in den Arm bekommen. Auch am zweiten Tag wurde er mir zum Anlegen gegeben… weil ich doch warten sollte bis es mir besser geht. Ist doch egal wie es mir geht… warum hab ich mein Maul nicht aufgemacht???

Habe immernoch das Gefühl, dass nicht ich ihn zur Welt gebracht habe, sondern irgendjemand anderes… eben die Ärzte und Schwestern. Die eine Hebamme wollte schon gleich mit meinem Süßen an mir vorbei rasen, bis sie durch meinen Partner gestoppt wurde und sie ihn mir doch noch zeigte.

Ich hab das Gefühl, dass mir so das Stillen noch schwerer gemacht wurde. - Mensch ich heul immernoch. - Erst die Tatsache, dass es ein Kaiserschnitt wurde, dann das späte Anlegen, kaum (besser keinen) Körperkontakt mit nackter Haut, das viele Weinen wegen dieser Umstände zu Hause, dass ich dem Zufüttern im KH zugestimmt habe (obwohl ich mir immernoch unsicherbin, ob es nicht doch richtig war… ) , die Angst vorher und die Bestätigung nachher, dass ich nicht stillen kann (Es traf mich wie die Faust ins Gesicht, als der Kleiner vor und nach dem Stillen gewogen wurde und kein Unterschied auf der Waage stand.)

Keiner kann mich wahrscheinlich so schnell davon abbringen, dass dies eigentlich nichts negatives zwischen mir und dem Kleinen schafft. Mein Bauch sagt mir, dass dennoch etwas fehlt… ich weiß nicht was.

Aber er ist so süß…
Raphael auf dem Sofa

24.03.10

Mein kleiner Schatz Raphael ist da!

geschrieben in Bilderpost, Geburt, Kaiserschnitt, Raphael um 8:06 von anomasil

Raphael zwei Stunden alt, 24. März 2010

Der große Kleine… mein kleiner süßer Schatz

Nun ist er da. Lange habe ich gebraucht, um mich zusammen mit meinem Partner etwas einzuleben und etwas kennenzulernen. Raphael – auch liebevoll Raffi oder Raffa genannt :) – wog bei seiner Geburt 3.170 g, war 49 cm lang und hatte einen Kopfumfang von 36 cm. Als vorgestern unsere Hebamme ihn nochmal gemessen hatte (das erste mal nach der Geburt selbst) hatte er schon einen Kopfumfang von 37,5 cm und ist auf 53 cm gewachsen. Ganz schön viel für zwei Wochen – finde ich.

Sein Gewicht hat da schon einige Berg- und Talfahrten hinter sich. Es ist ja normal, wenn die kleinen Zwerge am Anfang abnehmen, aber Raffa hatte schon im KH 200 g verloren. Dazu trank er zu wenig und hatte eine leichte Neugeborenengelbsucht. Alles, was Gewicht, Essverhalten und Bili-Wert angeht, passte lt. den Schwestern und unserer Hebamme nicht richtig zusammen. Um zuzunehmen und um auch den Bilirubinwert abzubauen musste unser Kleiner trinken, aber das tat er nur ganz wenig.

Dazu kommt, dass ich zu wenig Milch produziere… es soll jetzt keiner behaupten, dass JEDE Frau voll stillen kann. Ich kann es nicht! Milch ist nur etwas da, nur ein paar Tropfen, die sich auf der Waage mit dem Kleinen nicht messen ließen (vorher/nachher). Es reicht etwas aus, um seinen Stuhl leicht zu verfärben, jedoch nicht, um ihn annährend das Gefühl zu geben, dass er satt ist. Wenn er richtig Knast hat schupst er sich immer von der Brust weg und schreit wie am Spieß.

Gebe ihm vor der Brust immer ein paar Züge aus der Flasche und dann versuch ich ihn die Nippel schmackhaft zu reden, was mehr oder minder oft funktioniert. Auf Dauer ist eine Zweimilchernährung ziemlich kräftezährend, für uns Eltern und vor allem für den kleinen Raffa selbst. Letztendlich, wenn er dann die Flasche richtig bekommt, schnappt er so hungrig wie ein Pyranha nach dem Flaschennuckel und nuckelt so hastig daran, dass er sich häufig verschluckt. Ist aber so niedlich anzusehen, wenn er Hunger hat und auch an Gewicht zulegt.

Der Kaiserschnitt

Von Anfang an, als ich erfahren habe, dass mein Mäuschen BEL liegt und das KH, in dem ich entbinden wollte, in diesem Fall nur Kaiserschnitte macht, wollte ich nur eine lokale Narkose. Gesagt getan. Hatte ein komisches Bauchgefühl bei dem Wunsch es doch spontan zu probieren. BEL ist schon selten. Etwa 3 % der Babys liegen zur Geburt in BEL und bei mir ist es der Fall. Wollte nicht riskieren, dass meinem Kleinen während einer spontanen BEL-Geburt etwas passiert, obwohl da die Wahrscheinlichkeit auch recht gering war. Aber es hatte schon bei BEL geklappt und mein Bauch sagte mir dazu, dass ich lieber kein Risiko eingehen sollte.

Wie ich es mir dachte, fing ich auf dem Weg zum OP, nachdem alle Vorbereitungen wie Duschen, CTGs, Kateter etc. getroffen wurden, an wie wild zu zittern… Nervosität. Konnte mich nur für ein paar Sekunden beruhigen, dann ging es weiter.

Im OP-Raum musste ich noch vom Bett auf einen Frauenarztstuhl rüberrutschen. An einem Arm kamen die Infusionen, der andere wurde später mit einem Riemen fixiert. Vorher sollte ich mich nochmal aufsetzen, damit der Anesthesist die lokale Betäubung setzen konnte. Bei mir war es eine Spinalanesthesie. Alles wurde vom Anesthesisten erklärt: welchen Schritt er jetzt macht und wie sich dies etwa anfühlt.

Er desinfizierte eine Stelle, die er vorher ertastet hatte, am Rücken und spritzte eine kleine lokale Betäubung, ähnlich der beim Zahnarzt für das Zahnziehen. Diese habe ich kaum gemerkt. Die nächste Spritze war die spinale Betäubung. Für diese musste ich meinen Rücken wie ein Katzenbucken krümmen… ging durch den dicken Bauch nur bedingt. Einige Sekunden danach wurden langsam meine Füße und Beine ganz warm und dann wurde ich auch schon durch die Schwestern hingelegt.

Während eine Schwester sich auf die Suche nach meinem Partner und einer anderen Schwester, die ihm beim Einkleiden helfen sollte, machte, testete der Anesthesist mein Empfinden auf der Haut mit kalten Gegenständen ab… mehr oder weniger irritiert durch meine Beschreibungen. Wusste nicht ganz, was er denn jetzt von mir hören wollte. Schließlich einigten wir uns auf die Beschreibung, dass sich kalte Gegenstände (egal wie kalt) auf den betäubten Regionen warm oder lediglich die Berührung zu spüren war und auf den nicht betäubten Regionen es sich ganz normal kalt anfühlte. Mein Zittern, dass bis zum Beginn der OP anhielt, versuchte der Anesthesist und die Schwestern mit Fragen – zum Beispiel nach dem Geschlecht und Namen meines Huschis – zu lindern… mich abzulenken. Funktionierte nur bedingt. Konnte es einfach kein bisschen abschalten.

Schon vor der spinalen Betäubung und auch danach war es eine kleine Vorstellung bei meinen tiefliegenden Venen eine Infusion zu legen. Kenne ich schon von mehreren Ärzten/ärztlichen Personal, dass es dabei manchmal Schwierigkeiten gab. Am Ende ging es doch. Wäre ja schlimm, wenn nicht.

Dann lag ich nun da. Hatte ein Häubchen auf dem Kopf, konnte mir nicht auf den Bauch sehen und das Neue jetzt, gegenüber anderen OPs oder Betäubungen an sich: mein restlicher Körper war nicht taub, so wie ich es kannte, er war nur warm. Jede Berührung konnte ich spüren. Zum Beispiel wie mein Bauch regional abgeklebt und desinfiziert wurde.

Den Schnittschmerz spürte ich nicht. Das war der Unterschied zu anderen Betäubungen. Ich konnte kurz unterhalb meiner Brust keinen Schmerz, aber alle Berührungen und all das Gezerre spüren. Nun dachte ich, dass nach dem Schnitt bald der erste Schrei zu hören sei, nein… noch nicht. Erst wurde an mir herum gezerrt. Nach der OP sollte ich erfahren warum. Ich war nicht darauf vorbereitet, dass bei einem KS so viel zu spüren ist.

Nachdem ein paar Minuten an mir herumgezerrt wurde (so empfand ich es in dem Augenblick) merkte ich, wie etwas – jemand – aus mir herausgezogen wurde. Der Arzt sagte “… und jetzt den Arm nachziehen …” und dann war auch schon der erste Schrei – mehr ein Röcheln, dass schnell zu einem Schrei wurde – zu hören. Ich hörte noch, wie der Kleine an Nase und Mund abgesaugt wurde. Dann kam auch schon die Hebamme (eine andere, als die ich für die Vor- und Nachsorge hatte) mit dem Kleinen auf dem Arm vorbei gehuscht. Auf meinen Wunsch hat sie ihn mir nochmal kurz gezeigt, aber nur ganz kurz, da er sonst gaaanz schnell auskühlt.

Das Flicken meiner einer war das Zeitaufwändigste (eine halbe Stunde). Hätte ich gewusst, was für eine Arbeit dahinter steckt, hätte ich es gleich gestanden, warum die Nacharbeit um so viel länger dauert als der eigentliche Schnitt. Rückblickend ist es nicht mehr so schlimm, aber im Augenblick, als ich wieder zugenäht wurde, wurde nochmal so an mir herumgerüttelt, gedrückt, gezerrt etc. dass mir richtig übel wurde. Ich wurde auf dem FA-Stuhl regelrecht hin und her gerissen, sodass ich mich am Riemen, an dem mein anderer Arm fixiert war, festgehalten habe.

Elf Schichten sind am Ende wieder zu verschließen. Beim Schnitt an sich wurde nur die Bauchdecke geschnitten, die restlichen inneren Schichten sind – nach dem sanften Kaiserschnitt – zerrissen worden, was auch das Gezerre am Anfang erklärt. Zweck des Reißens ist, eine unebene Kante zu erzeugen, die dann besser verheilen kann. Wahrscheinlich ähnlich der Technik, wenn man beim Bau kleben will. Da muss der Untergrund auch angerauht werden, damit alles besser haften kann. Naja, nur eine Vermutung.

Der Papa wurde gleich mit hinterher gebeten. Die nächsten Minuten – fast eine Stunde -, in der ich zugenäht und in den Aufwachraum gebracht wurde, gehörten dem Kleinen und dem Papa ganz allein. Im Nachhinein finde ich es irgendwie schade, dass ich ihn im Aufwachraum nicht auch mit bei mir haben konnte. Aber das zuletzt verabreichte Medi gegen die Übelkeit hat mich dahingerafft. War darauf sooo müde geworden, dass ich zwar allem zuhören konnte, aber meine Augen nicht mehr aufbekommen konnte. Eben nur für ein paar Sekunden.

Als ich dann wieder in mein Zimmer gebracht wurde waren der Kleine und der Papa noch nicht da. Nach ein paar Minuten waren sie dann mit den ersten Untersuchungen fertig und kamen ins Zimmer. Ich konnte es immer noch nicht richtig glauben, dass dieser kleine Spatz aus meinem Bauch kam. In den nächsten Stunden war ich noch so müde, dass ich ihn kaum richtig streichln konnte. Nur mit den Fingerrückseiten konnte ich ihn wegen den Schmerzen am Bauch etwas berühren.

Die erste Zeit im KH

Durfte die ersten sechs Stunden nach dem Eingriff nicht aufstehen, da sonst noch Flüssigkeit aus der Öffnung der spinalen Betäubung austreten konnte. Erst am Abend sollte ich das erste Mal das Bett verlassen… Mensch, dass sind Schmerzen gewesen, aber es wurde von Tag zu Tag besser. Man tut es ja nicht nur für sich, sondern auch für den kleinen Spatz, damit man immer mehr mit ihm machen kann. Am nächsten Tag konnte ich ihn das erst mal anlegen – ein unbeschreibliches Gefühl – immer mit der Angst, dass ich zu wenig Milch habe. Keiner konnte etwas dafür oder dagegen sagen.

Raphael, 26. März 2010

Hatte eine Zeit lang ein paar Ziepelein hier und da, welche dann an den Folgetagen langsam verschwanden.

In den ersten zwei Nächste konnte ich ihn noch abgeben, da ich mich selbst noch nicht richtig um ihn kümmern konnte. Auch eine dritte Nacht hätte ich ihn nochmal weggeben können, aber das wollte ich nicht. Wollte nicht noch mehr von ihm – von seinen ersten Tagen – verpassen. Ja, ja,… zu Hause, wenn er dann viel Schreit würde man sich noch wünschen, dass man ihn abgeben kann, aber das ist wieder etwas anderes… eben die erste Zeit. Hatte das Gefühl, dass ich ihn abschiebe, ihn nicht lieb habe, wenn ich ihn so oft weggeben. Das wollte und konnte ich nicht (mehr).

Raphael zwei Stunden alt, 26. März 2010

Im KH nahm mein Spatz dann auf 2990 g ab. Waren zwar noch nicht die 10 %, aber die Schwestern schienen beunruhigt und beunruhigten mich damit. Schon da ließ ich Glukose zufüttern. Letztendlich bereue ich nicht, dass ich ihn hab zufüttern lassen. Er soll schließlich nicht verhungern und es gibt wirklich keine 100 % Garantie, dass eine Frau (ausreichend) stillen kann. Für die ersten zwei Tage mag es zwar gereicht haben, aber für einen gesteigerten Bedarf ab 10 g aufwärts hätte ich es nicht geschafft. Aber wenigstens saugt er hin und wieder über ein längere Zeit auch an mir, damit er etwas an Muttermilch bekommt (obwohl es sich wahrscheinlich nur um ein paar Tropfen handeln dürfte).

22.03.10

Die Geburt ist nah :D

geschrieben in Bilderpost, Geburt, Kaiserschnitt, Schwangerschaft um 19:33 von anomasil

Und schon wieder ist es lange her, dass ich etwas geschrieben habe.

Leider hat sich mein kleiner Liebling bis heute – aus welchem Grund auch immer – nicht gedreht. Habe mich auch schon damit abgefunden, dass mein Kleiner per Kaiserschnitt und nicht spontan zur Welt kommt. Im Grunde könnte ich es mir nie verzeihen, wenn meinem Schatz etwas passiert (z. B. durch Sauerstoffmangel) und nur, weil ich meinen Willen hätte durchsetzen wollte. Wenn ich schon eine von den Wenigen bin, deren Mäuschen in BEL liegt, dann kann es immer noch schief gehen, dass eben doch etwas Unschönes passiert. Das will ich nicht. Wenn das nächste Kleine bei einer zweiten Schwangerschaft normal liegen sollte – ich hoffe, dass es das tut – werde ich der Natur freien lauf lassen. Spricht nichts dagegen, auch ein voran gegangener Kaiserschnitt nicht.

Am 8. März hatte ich dann einen Termin beim OA der Gyn., welcher mir die Tage vom 23. bis 26. März für den Kaiserschnitt zur Wahl gab. Ich nahm daraus den 24., da am 23. und am 26. Freunde von mir schon ihren Ehrentag feiern dürfen. Wollte einen Tag nehmen, der sozusagen noch nicht “belegt” ist.

Hach… morgen ist es soweit, dann komm’ ich erst einmal ins KH und übermorgen ist meine Maus da :)

Es ist aufregend zu wissen, dass man dann ein (fast völlig) anderes Leben haben wird. Ok, da kann man so eine Sicht haben und so eine, aber für mich und meinen großen Schatz wird es ein anderes sein. Bei einem geplanten KS denkt man immer wieder über DEN Tag nach, an dem es soweit sein wird. Bei einer normalen Geburt wird man irgendwann (in einem Zeitraum) vor vollendete Tatsachen gestellt – ein Überraschungseffekt :)

herz

Auf eine Weise bin ich noch ruhig… wieder etwas ruhiger geworden. Aber, wenn es morgen ins KH geht, werde ich sicher etwas hibbiliger werden und dann erst, wenn es zur Nachtruhe zum großen Tag geht… daaaaann werd’ ich unruhig. Einge ganz besondere Unruhe, Aufregung, Nervosität etc. Werde sicherlich das Strampeln im Bauch vermissen. Auch, dass ich ihn immer mit mir herumschleppen konnte, trotz, dass mir mein Nerv in der linken Pobacke so weh tat und trotz, dass ich mich kaum noch bücken konnte, ohne, dass ich starkes Sodbrennen bekam… Diese kleinen Wehwehchen werde ich auch irgendwie vermissen. Die Zeit, in der ich alles nochmal erleben darf, steht in den Sternen. Bin gespannt wie er ist und sein wird… wie er aussieht und aussehen wird… welche Spirenzchen er machen wird…

Am Samstag waren wir noch mit Freunden Schwimmen, danach beim Griechen königlich speißen und zum Schluss im Kino. Volles Programm kurz bevor es nicht mehr so ohne Weiteres möglich ist. Heute hat mir meine liebe Mama beim Fensterputzen geholfen, während ich mit dem Staubsauger und herumräumend durch die Wohnung gewütet bin. Ach ja, letzte Woche Mittwoch war ich auch noch beim Fotographen gewesen, um meinen ach so prallen Bauch ablichten zu lassen. Bin gespannt, wie die Bilder aussehen. Einige Wochen vorher sah er noch so aus:

Mein Bauch am 24. Februar 2010