13.08.10
geschrieben in 1. Jahr, Baby-Alltag, Breialarm, Raphael, Rückbildungskurs, Stillen um 21:05 von anomasil
Hmmm, ich dachte, es wird ein ganz normaler Termin… nicht ganz.
Zu Beginn des Kurses wurde uns Gelegenheit gegeben Fragen und Anmerkungen zu fragen bzw. zu geben. Hier legte ich gleich los mit einer Frage zum Sitzen und Hochziehen. Die Antwort darauf war erfreulich ausführlich, aber von der Antwortenden bestürzt erläutert, als hätte ich meinem Kind etwas angetan.
Die Frage drehte sich nur darum, ob ich mein Kind unterstützen sollte, wenn es sich an meinen Händen hochzieht. Aus der Schräglage macht er das von ganz allein, ich biete ihm lediglich meine Finger zum Greifen an. Naja, das war das eine… es war nur eine Frage
Als Nächstes wurde die Frage (gestellt von der vorhin Antwortenden) wer denn alles stille in den Raum gestellt. Leider musste ich diese Frage verneinen… uuuund dann wurde groß ausgeholt, dass Stillen das Wichtigste ist. Es bildet mit die Grundlage für die Mutter-Kind-Beziehung und und und… ich weiß das doch alles… darum hab ich mich ja so fertig gemacht es zu schaffen… ich heule darum immer noch meinem kleinen Schatz hin und wieder die kleinen niedlichen Ohren voll.
Konnte gleich gar nicht mehr richtig zuhören, weil ich damit beschäftigt war mir das Heulen zu verkneifen. Die Fragende ignorierte, dass ich langsam rote Augen bekam, nach unten sah und anfing mit den Tränen zu kämpfen. Ich konnt’s einfach nicht mehr zurückhalten, da wieder die ganzen Momente aus den Nächten der ersten zwei Monate hochkamen.
Fühlte mich ausgeliefert und dachte nur “Mein armer Raphael.”
12.06.10
geschrieben in Bilderpost, Geburt, Kaiserschnitt, Raphael, Stillen um 18:32 von anomasil
Hab mir grad wieder die Augen ausgeheult…
Hätte doch so gern meinen Kleinen nach dem Kaiserschnitt auf den Bauch bekommen. Wäre das nicht im Aufwachraum möglich gewesen? Warum hab ich nichts gesagt… warum? Auch danach hab ich die Gusche nicht aufgemacht. War ich blöde? Erst am zweiten Tag hab ich den Kleinen – in Kleidung – in den Arm bekommen. Auch am zweiten Tag wurde er mir zum Anlegen gegeben… weil ich doch warten sollte bis es mir besser geht. Ist doch egal wie es mir geht… warum hab ich mein Maul nicht aufgemacht???
Habe immernoch das Gefühl, dass nicht ich ihn zur Welt gebracht habe, sondern irgendjemand anderes… eben die Ärzte und Schwestern. Die eine Hebamme wollte schon gleich mit meinem Süßen an mir vorbei rasen, bis sie durch meinen Partner gestoppt wurde und sie ihn mir doch noch zeigte.
Ich hab das Gefühl, dass mir so das Stillen noch schwerer gemacht wurde. - Mensch ich heul immernoch. - Erst die Tatsache, dass es ein Kaiserschnitt wurde, dann das späte Anlegen, kaum (besser keinen) Körperkontakt mit nackter Haut, das viele Weinen wegen dieser Umstände zu Hause, dass ich dem Zufüttern im KH zugestimmt habe (obwohl ich mir immernoch unsicherbin, ob es nicht doch richtig war… ) , die Angst vorher und die Bestätigung nachher, dass ich nicht stillen kann (Es traf mich wie die Faust ins Gesicht, als der Kleiner vor und nach dem Stillen gewogen wurde und kein Unterschied auf der Waage stand.)…
Keiner kann mich wahrscheinlich so schnell davon abbringen, dass dies eigentlich nichts negatives zwischen mir und dem Kleinen schafft. Mein Bauch sagt mir, dass dennoch etwas fehlt… ich weiß nicht was.
Aber er ist so süß…

03.06.10
geschrieben in 1. Jahr, Arztbesuche, Baby-Alltag, Bilderpost, Gebrabbel, Raphael, Stillen um 9:34 von anomasil
Seit Montag glugst, quitscht und seufzt Raphael immer öfters. Besonders auf dem Wickeltisch und bei meiner Frau Mama wird der kleine Herr gesprächig. Er erzählt, guckt durch die Gegend, lacht und und und.
Auch die anfänglichen Ängste, dass er zu wenig isst sind schon seit längerem verschwunden. Bin heil froh, dass wir ihn nicht gleich in die Klinik gebracht haben, in der er eine Magensonde bekommen hätte. Nachdem er sich etwa eine Woche bei uns zu Hause eingelebt hatte ging es auch mit der Trinkmenge bergauf. An manchen Tagen kann er so gefräßig sein, dass wir uns fragen, ob es auch mal Minuten gibt, in denen er keinen Hunger hat. Wachstumsschübe halt.

Mittlerweile wiegt der kleine Mann schon stattliche 5.370 g, hat nun einen Kopfumfang von 41 cm und ist 56 cm groß (Der Onkel Dok zieht den Kleinen nicht mit Macht lang, um seine volle Länge zu messen, da dies dem Kleinen weh tun kann. Darum kann es sein, dass er zwei drei cm länger ist.). Das Einzige, dass dem Dok nicht gefällt ist, dass mein Minimi in der Bauchlage lieber die Unterlage knuddelt, als den Kopf anzuheben. Aber halten kann der Kleinen seinen Schädel gaaanz gut – ohne viel hin und her zu schleudern.
Leiiider… fang ich immer noch etwas an zu grummeln, schluchzen, jammern und manchmal drück ich auch ein paar Tränchen aus den Augen, wenn das Thema Stillen angesprochen wird. Wusste gar nicht, dass mich das so lange beschäftigen wird. Ich hoffe nur, dass es beim nächsten Mal klappt… Aber jedenfalls ist das Füttern jetzt entspannter. Vorher bekam ich immer richtige Adrenalinschübe sobald ich den meinen Kleine gehört habe und wusste, dass er Hunger hatte, ich ihn jedoch vorher mit meiner leeren Brust tracktieren “musste”.
14.05.10
geschrieben in Brusternährungsset, Stillen um 21:43 von anomasil
Nachdem (bereits vor einigen Wochen) die elektr. Milchpumpe gezeigt hat, dass nur maximal ein Fingerhut an Milch aus mir kommt, habe ich vorwiegend das “Schlauchding” genutzt. Leider hat dies – wie schon einmal geschrieben – etwas ausgedient, da an der Öffnung, an der der Druckausgleich stattfinden soll, Milch austritt… zu viel Milch, die daneben geht!
Nun bin ich leider soweit nur noch die Flasche zum Füttern zu nehmen, da der Kleine so einen Hunger hat, dass ich ihn (und auch mich) zu sehr stresse. “Stresse” in der Hinsicht, dass ich anfange zu heulen und Angst habe zu grob zu meinem Schatz zu werden, weil er während seines Protestes gegen das BES zu sehr mit seinen Armen herumfuchtelt. Ab und zu versuche ich etwas Milch aus meinen Brüstleinchens zu drücken und sie ihm mit einer kleinen Pipette zu geben… klingt irgendwie lächerlich, ich weiß, aber irgendwie… naja…
Finde es immer noch traurig, dass ich es nicht schaffe – oder geschafft habe – meinen Schatz zu stillen. Gerade weil meine Dingsdas so klein sind (und ich nicht nur verunsichert dadurch bin) hätte ich vielleich mehr Unterstützung und mehr Ratschläge von Anfang an im Krankenhaus und weiter auch von meiner Hebi gebraucht. Ich hoffe, dass es vielleicht beim zweiten Strampler klappt, auch, wenn ich dennoch einiges zufüttern, oder zwischendurch viel abpumpen muss, damit die nötige Menge zusammen kommt.
22.04.10
geschrieben in 1. Jahr, Arztbesuche, Baby-Alltag, Bilderpost, Brusternährungsset, Raphael, Stillen um 9:44 von anomasil
Hmmm, eigentlich habe ich es innerlich schon aufgegeben zu stillen. Meine Brüste sind so verdammt klein (auch das Milchdrüsengewebe), dass ich schon immer meine Zweifel hatte. Dennoch habe ich meine Hebamme gefragt, ob es da nicht noch ein paar Möglichkeiten gibt. Auch bei einer Stillberaterin in meiner Nähe habe ich angefragt, doch die hat derzeit leider keine Zeit. Hat mich aber auf eine ihr gute Bekannte verwiesen, bei der ich mich demnächst noch melde.
Vor ein paar Tagen schlug mir meiner Hebamme dann ein Brusternährungsset vor und bestellte es auch für mich. Dachte erst “Was’n das für’n Ding???” Ist aber irgendwie eine gute Idee.
Das BES besteht aus einer Kunststoffflasche (ca. 150 ml Füllmenge), die verkehrtherum um den Hals gehangen wird und Schlaufaufsätzen für den Deckel (die Schläuche gibt es in drei verschiedenen Stärken), der nach unten hängt. Jeder Schlauch wird dann mit einem (oder mehreren) kurzen Klebestreifen direkt an den Warzenhof bis zum Nippel festgeklebt. So kann der kleine hungrige Wurm an der Brust zutschen – die vielleicht oder bestimmt zu wenig Milch gibt – und bekommt über die umgehangene Flasche per Schlauch die Fertigmilch, damit der Kleine auch irgendwann mal einschläft… vor Sättigung und nicht vor Erschöpfung.

Setze das BES seit etwa drei bis vier Tagen ein und es wird immer etwas besser mit dem “Brusttrinken”.
Manchmal – oder etwas öfter – hat mein Kleiner Bauchkrämpfe während des Trinkens, sodass er ganz dolle mit seinen Ärmchen umherrudert. Dabei kommt er nicht ganz selten mit seinen Fingern an die Schläuche und packt auch gleich zu und zerrt vor Drücken und Ziepen im Bauch daran. Dabei fetzt er schonmal den einen oder anderen Klebestreifen ab oder zerrt den Schlauch in die Verriegelung (ohne, dass ich es sehe). Dann wundere ich mich, warum er so schreit. Wenn ich den Schlauch wieder herausgelöst habe und die Milch fließt ist er wieder ruhig und nuckelt – munter oder gegen Ende etwas verschlafen – weiter. (Die Klebestreifen riechen… stinken ganz schön
)
Auch das Freigeben der einzelnen Schläuche – damit Milch durchfließen kann – ist während des Trinken-lassens umständlich. Mein Spatz verliert meist schon nach zwei drei Zügen die Lust an der Brust, wenn nix los ist, und lässt los bzw. fängt an zu schreien. Wenn ich nicht in der kurzen Zeit den Schlauch geöffnet habe darf ich seine kleine Schnute wieder auf die Warze mit Schlauch einfädeln. *seufz*

Aber im Großen und Ganzen glaube ich das Gefühl zu haben, dass etwas mehr aus mir raus kommt als vorher (der Glaube versetzt bekanntlich Berge). Und abgesehen von dem Ding, dass man zusätzlichen zu den Flaschen waschen darf und der meist umständlichen Handhabung während des Stillens, ist es wunderschön den Kleinen auch richtig anlegen zu können – trotz den komischen Schläuchen an den Nippels und der etwas hinderlichen Flasche zwischen meinem Bauch und dem des Kleinen.
Den erste Arztbesuch hat mein Schatz auch schon gemacht. Die U3 war zwar noch nicht ganz ran, aber immer hin im normalen Zeitfenster. Onkel Doc B. war soweit ganz zufrieden mit Raphael, aber sein Köpfchen könnte er doch etwas mehr bewegen. Hausaufgabe bis zur U4 “Genickmuskeln trainieren”. Bin selbst ganz zufrieden mit dem ersten Eindruck von Doc B. Dann hoffe ich auch, dass dieser mich nicht getrügt hat und alle anderen Eindrücke auch so ausfallen.