Endlos-Warteschleife

Geschrieben am Samstag 6 Februar 2010 von gabriele65197

Unser letzter Versuch ist jetzt schon fast ein halbes Jahr her und seit dem, habe ich das Gefühl, geht es einfach nicht voran. Warten, warten, warten. Natürlich, ich weiß, ich muss Geduld haben, um die SD richtig einzustellen- aber ich nehme seit 10 Wochen die gleiche Dosis, weil ich auf Termine in der Endokrinologie warten muss. Das war doch eigentlich nicht mit Geduld gemeint, oder? Dann auch noch mein zwar netter und auch bemühter HA, der sich leider in Hinsicht auf Hashi maßlos überschätzt (”Hashimoto ist die einfachste Krankheit der Welt, man wartet einfach, bis die SD ausgebrannt ist”):krieg die Smilies nicht weg! ich war so erleichtert, als er sagte, er kenne sich mit Hashi aus (”freie Werte? Die sind doch nicht wichtig. Tybon? Hä?”). Aber mein lieber großer Bruder hat recht: ich brauche einen Arzt, der mir hilft, es geht nicht, dass ich mich selbst medikamentiere. Am Donnerstag habe ich in einem andere Endokrinologikum noch einen Termin, vielleicht kennen die sich ja aus. Viel Hoffnung habe ich allerdings nicht.

Der einzige Lichtblick: nebenbei sparen wir so gut es geht. In diesem Monat haben wir den ersten bezuschussten Versuch komplett, wir beginnen jetzt also mit dem zweiten, außerdem überweißt uns R.s Arbeitgeber im April den ersten Versuch als Selbstzahler. Ist also doch zu was gut, diese WS. Außerdem habe ich unsere Befunde zu Frau Dr. Reichel-Frentz geschickt, wenn schon warten, dann wenigstens halbwegs sinnvoll.

Die Welt stürzt ein

Geschrieben am Freitag 27 November 2009 von gabriele65197

Im Moment bin ich mal wieder total verzweifelt. Eigentlich habe ich ja immer gehofft, dass endlich etwas gefunden wird. Dann kann man es beheben, und dann wird alles gut. Jetzt das mit der SD- es kann wohl auf jeden Fall ein Grund sein. ABER: es dauert lange, bis es eingestellt ist und gleichzeitig wird der AMH-Wert schlechter. Das war ein totaler Schock. Dass von dieser Seite Ungemach droht, hätte ich mir nie vorstellen können. Noch vor einem guten Jahr sagte ja Frau Dr. R., dass ich (lt. Ultraschall) einen Eierstock wie eine junge Frau hätte- und jetzt das. Ich bin so verzweifelt. Gleichzeitig fällt es mir momentan sehr schwer, mit Menschen Kontakt zu haben, die in Bezug auf meinen KiWu eine andere Ansicht haben als ich. Da bin ich im Moment engstirnig und dünnhäutig. Da macht mich jede kleinste Kleinigkeit fertig. Da rege ich mich an Stellen auf, an denen es sicher unangebracht ist. Aber ich kann es im Moment nicht ändern. Und bevor ich Dinge unnötigerweise zerstöre, ziehe ich mich zurück. Denn irgendwann wird diese schlimme Zeit so oder so vorbei sein. Dann möchte ich Beziehungen wieder aufnehmen können. Vielleicht nicht wo sie waren- aber irgendwo. Das soll eine Erklärung sein und auch eine Entschuldigung.
Im Moment gehe ich wieder ganz ganz lange mit dem Hund nach draußen. Zweieinhalb Stunden im Stechschritt. Den Sturm und die Sonne im Gesicht. Wenn ich dann, trotz Taunusrandlage, weit über Felder schauen kann, merke ich, dass es mir für eine kleine Sekunde ein ganz klein wenig leichter ums Herz wird.
Und trotzdem habe ich Angst vor der Zukunft. Liege zwischen Tag und Nacht und zwischen Leben und Tod. Das Herz schlägt mir bis zum Hals vor lauter Panik. Was wird, wenn es nie klappt. Was wird dann bloß. Ich denke: das ist ein erster Vorgeschmack auf den Tod. Das erste Mal, dass es sich nicht mehr ändern lässt. Man kann immer noch: umziehen, neue Freunde finden und Hobbys, neue Stammkneipen und Sportarten, seine Ernährung umstellen und das Rauchen aufgeben. Nur eines nicht: Kinder haben. Ja: ich denke bereits über andere Wege nach, Kinder zu haben. Aber es würde nie das selbe sein. Und deshalb stürzt sie im Moment ein. Meine Welt.

Ich will. Außerdem.

Geschrieben am Donnerstag 5 November 2009 von gabriele65197

RW 0877. Schuhe, die sogar in einem Film mitgespielt haben.
Reiten lernen, abnehmen. Einen Marathon laufen. Pilates machen und Yoga lernen. Aber echtes.
Einen Mops. Ja, definitiv.
In einen Kirchenchor gehen. Sonntags mal wieder in den Gottesdienst. Deshalb: eine gute Gemeinde suchen.
Mich endlich um die Ausbildung kümmern.
Endlich raus aus meinem Jammertal. Aus dem Vollen leben.
Eine sehr schöne Wohnung haben.
Meinen Hcohzeitstag, 11./12. August an einer Stelle verbringen, wo man die Sterne sehen kann.
Endlich mal wieder nach Prag.
Den Jakobsweg wandern.
Besser schlafen, früher aufstehen.
2010 keine Geschenke machen.
Einhalten, was ich mir vorgenommen habe.
Mehr lesen, weniger Mac. Etwas weniger Forum. Auch, wenn es sehr schwer fallen wird. Mehr Aktion Kinderwunsch.
Ordentlicher, mehr Struktur

Das sind viele Sachen, ich weiß. Ich weiß auch, dass einiges davon momentan einfach nicht machbar ist. Weil ich am Ende das Geld doch lieber für die Kinderwunschbehandlung sparen möchte. Einige Sachen sind ja dabei, die nichts kosten, oder wenig. Die kann ich machen, die anderen wird man sehen müssen.

Vielleicht liegt das Glück im Tun.

Und ich frage mich, warum ich eigentlich ein Kind möchte. Damit meine ich nicht diese wahnsinnig gemeine Frage, die einem Leute stellen, die selber Kinder haben. Sondern: welchen Wunsch, den ich für ein gelungenes Leben habe, verbinde ich damit, Kinder zu haben. Da fallen mir spontan folgende Gründe ein: ich möchte gerne das Gefühl haben, dass das Leben Überraschungen für mich bereithält. Dass die Zukunft nicht heute schon in Stein gemeißelt ist, dass unser Leben nicht in 20 Jahren noch genauso aussehen wird wie heute. Ich möchte außerdem für etwas sorgen. Nicht nur an mich selber denken und an meinen Schatz, sondern an jemanden anderes. Ich möchte herausfinden, welche anderen Wege es gibt, diese Wünsche zu realisieren. In der Zwischenzeit. Bis unser heiß und auch schmerzhaft ersehntes Wunschkind endlich da ist.

Langsam…..

Geschrieben am Montag 31 August 2009 von gabriele65197

… wird es wieder besser. Ich versuche aus meinem Loch heraus zu kommen. Im Kopf geht es langsam. Aber es ist, als hätte ich in einer tiefen Felsspalte gesessen, bin tagelang geklettert und komme langsam dem oberen Rand der Spalte näher. Denn so fühlt es sich körperlich an. Ich bin müde und habe Kopf- und Gliederschmerzen und ein bisschen Temperatur. Damit ich diese schönen Spätsommertage auch ja nicht genießen kann. Konnte ich schließlich auch während des letzten Versuchs nicht- wieso dann jetzt noch. Hoffentlich ist es nichts schlimmes. Morgen habe ich einen Ärztemarathon: Kieferchirurg, Kinderwunschklinik und eine Frau, mit der ich reden möchte…

Ich bin so traurig….

Geschrieben am Dienstag 25 August 2009 von gabriele65197

… traurig traurig traurig, dass es nicht geklappt hat. So traurig. Sitze in meinem Loch. Weiß nicht, wo ich mit mir hin soll vor lauter Trauer.
Es ist schlimm, wie ich mich anstelle. So viele Frauen “hier” haben so viel mehr ausgehalten. Und ich drehe nach zwei Frischversuchen schon so am Rad.
Aber eigentlich ist es schon mein knapp 60. Negativ. Das scheine ich zu vergessen.

Nicht

Geschrieben am Dienstag 25 August 2009 von gabriele65197

Nein, nicht:

das Leben geht weiter

man kann doch über alles reden

das wird schon

nach Regen kommt Sonnenschein

davon geht die Welt nicht unter

das ist die natürlichste Sache der Welt

es wird auch wieder aufwärts gehen

man darf sich nur nicht drauf versteifen

mach Dich mal locker

das sagt doch der gesunde Menschenverstand

Sondern:

das Leben geht nicht weiter- es endet mit uns. Denn niemand wird uns nachkommen.

Darüber kann man doch nicht reden. Nicht über diesen Schmerz, nicht über diese Wut, nicht über diese Trauer, nicht über diesen Neid. Nicht über diesen Abgrund. Mit niemandem.

Das wird nicht schon. Es kann sein, dass es nicht wird. Einfach nicht. Null, niente, gar nichts.

Nach Regen kommt nicht immer Sonnenschein. Manchmal kommt nach Regen auch einfach nur Regen. Tage-, wochen-, monate- , jahrelang.

Davon geht die Welt doch nicht nicht unter. Denn das tut sie. Meine Welt geht davon unter. Für mich wäre das wie der Tot. Ein Teil von mir würde sterben.

Das ist nicht die natürlichste Sache der Welt. Ich muss soviel unnatürliches auf mich nehmen. So vieles fühlt sich so falsch an. Und doch muss es sein. Damit mir vielleicht die natürlichste Sache der Welt eines Tages doch zu Teil wird.

Es wird nicht wieder aufwärts gehen. Es ist auch möglich, dass es immer nur bergab geht.

Man darf sich nur nicht nicht darauf versteifen. Wenn ich mich nicht darauf versteifen würde, hätte ich das schon lange lange lange aufgegeben. Denn Spaß macht es mir nicht.

Mach Dich mal nicht locker. Denn dann kippst Du um. Dann gehst Du unter mit Mann und Maus. Dann ist Polen offen.

Das sagt nicht der gesunde Menschenverstand. Denn der ist ein A. Der gesunde Menschenverstand hat immer schon so viele schlimme Dinge gesagt. Dass Behinderte kein Recht auf Leben haben. Dass Homosexualität abartig ist. Dass Frauen an den Herd gehören und dem Manne untertan sein sollen. Der gesunde Menschenverstand kennt keine In-Vitro-Fertilisation. Er denkt, dass man damit Gott herausfordert.

Der gesunde Menschenverstand und jeder, der mit ihm argumentiert, kann mich mal.

Kein Optimismus

Geschrieben am Freitag 14 August 2009 von gabriele65197

Es gibt viele Gründe, bei einer IVF/ICSI nicht optimistisch zu sein. Erstens: die Zahlen. Ca. 30-35% Schwangerschaftsrate. Das ist nicht so schrecklich viel. Wenn ich zum Beispiel eine schlimme Krankheit hätte und man mir sagen würde, dass die Mortalitätsrate bei meiner Erkrankung bei ca. 65-70% läge, wäre ich nicht eben berauscht von meinen Aussichten. Und dann kommt ja noch etwas hinzu: von diesen 30 bis 35 Schwangeren verlieren 25-30% ihre Babies: d.h. am Ende bekommen pro Behandlungszyklus ungefähr 20 Frauen ein Baby. Das alles gilt glaube ich über den Daumen für meine Altersgruppe. Und da soll ich in jeden Versuch mit Euphorie gehen? Da müsste ich ja verrückt sein.

Oder?

Neeee. Natürlich nicht. natürlich bin ich jedes Mal aufs Neue optimistisch. Sonst könnte ich mir diese Behandlung nicht antun. Die Nebenwirkungen der Stimu: die schlimmen Kopfschmerzen. Dieser unendliche Durst, durch den ich nur schlecht aus dem Haus gehen kann. Weil ich natürlich ständig aufs Klo Muss. Eine Vollnarkose ist auch nichts angenehmes. Wenn ich so aussah wie die Frau, die ich neulich sah, als ich, schon wieder fit vom Klo kam und die an mir vorbei in ihr Butchen geführt wurde- na dann gute Nacht! Und dann ab Punktion dieser schlimme Blähbauch und diese Riesentitten. Beim ersten Mal bin ich weitaus mehr als einmal gefragt worden: Du bist doch wohl in anderen Umständen?
Was ich meine: es gibt keine rationalen Gründe, optimistisch zu sein, die Zahlen sprechen eben dagegen.

Aber: Optimismus hat nichts mit rationalen Gründen zu tun. Das ist nämlich Realismus.

Ach, liebe M. Ich kann Dir auch nicht sagen, warum Du im Moment keinen Optimismus verspürst. Vielleicht hat man ein begrenztes Reservoir an Optimismus, er muss sich immer wieder nachbilden, und Du hast vielleicht beim letzten Mal etwas viel davon verbraucht? Wenn man so überschwänglich ist, fällt man viel tiefer und mag dann erstmal nicht wieder so hoch hinaus.

Das Gute ist: Deine Chancen werden nicht schlechter, wenn Du nicht optimistisch bist. Nicht dadurch wirst Du schwanger, dass Du daran glaubst. Sogar, wenn es Dir wirklich dreckig geht, sind Deine Chancen genauso gut. Aber: tu alles, damit es Dir gut geht. Damit Du es schaffst viele Versuche zu machen. Denn Versuch macht kluch- und schwanger!

Um die Zahlen, die ich oben zusammengetragen habe, noch mal in ein etwas anderes Licht zu rücken: die Chancen, durch IVF und ICSI schwanger zu werden, sind ungefähr so groß wie wenn man es auf natürlichem Wege versucht. Und da würde ich sicher nicht nach einem Monat aufgeben. Ganz sicher nicht.

Und so oder so: ich bin jedes mal traurig, wenn es nicht klappt.

Asthenozoospermie

Geschrieben am Donnerstag 21 Mai 2009 von gabriele65197

Geschützt: Verraten

Geschrieben am Samstag 7 März 2009 von gabriele65197

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Geschützt: Der Maßstab

Geschrieben am Freitag 6 März 2009 von gabriele65197

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