Vier Tage

Der erste Lichtblick am ersten Arbeitstag nach dem Urlaub: Meine Vier-Tage-Woche ist durch. Der Zusatz zum Arbeitsvertrag liegt vor mir auf dem Schreibtisch. Regelarbeitszeit 32 Stunden pro Woche, wenn nichts Anderes vereinbart wird ist der Montag arbeitsfrei. Gültig ab sofort, zunächst befristet auf drei Monate, danach wird über eine Fortführung entschieden.

Schnell die Unterschrift drauf, bevor sie es sich noch mal anders überlegen.

Dass diese Neuigkeit im Unternehmen blitzschnell die Runde macht, ist abzusehen. Britta kommt als erste noch am selben Tag auf mich zugeschossen: „Du arbeitest jetzt nur noch vier Tage die Woche? Ist deine Freundin schwanger?“

Am darauf folgenden Tag zieht mich Melanie nach dem Mittagessen zur Seite: „Stimmt das, du arbeitest jetzt nur noch vier Tage die Woche, weil deine Freundin schwanger ist?“

Carina schließlich am dritten Tag: „Hey, ich hab gehört, deine Freundin ist schwanger?“

Mittlerweile lassen sich meine Kollegen in zwei Gruppen einteilen:

- die, die meine Freundin sehen, wenn sie mich von der Arbeit abholt und mich tags darauf fragen, warum sie immer noch so einen flachen Bauch hat und

- die, die mich Dienstags fragen, warum ich Montags keine Mails beantworte.


Ein Kommentar zu “Vier Tage”

  1. shusl schreibt:

    Glückwunsch zur reduzierten Stelle. Du wirst sehen, das ist der Anfang eines neuen Lebensgefühls.
    lg
    shusl

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