Nee nu wirklich nicht. Olivers Krankheit rennt uns nun mit großen Schritten über den Haufen. Nicht nur, dass neue Metastasen in den Lyphdrüsen gefunden wurden, nein es folgte auch noch eine Lungenentzündung in dem restlichen verbliedenden Teil der Lunge. Mal wieder Krankenhaus, erst auf die Innere, dann in die Palliativstadion. Nach 10 Tagen bekamen wir ihn wieder. Schlapp, aber guter Dinge. Eingestellt mit einem Opiat, 8x stärker als Morphium. Egal, dafür ohne Schmerzen. Ins Krankenhaus mußte er allerdings täglich, wegen der Bestrahlung der Metastasen. Doch, wie soll es auch anders sein, nach 2 weiteren Tagen zeigt sich im rechten Bein eine dicke Thrombose. Also täglich Blutverdünner spritzen, Abführmittel nehmen um die Nebenwirkungen des Schmerzmittels zu mildern, Magenschoner nehmen, um die Nebenwirkungen der Abführmittel zu lindern. Dazu kommen Mittel gegen Übelkeit, die die Folge der Bestrahlung ist und ein Schlafmittel. Antibiotika gegen die Lungenentzündung und Kortison um den Appetit anzuregen. Der Arzt auf der Palliativstation hat uns ziemlich deutlich gemacht, dass die Krankheit immer mehr in den Vordergrund rücken würde und wir unsere großen Kinder darauf vorbereiten sollen. Nun das haben wir gemacht, und verdammt das tat weh!!!!
Am Donnerstag mußte er dann zu einem Lungenfacharzt, da er ein Druckgasinhalator brauchte. Den hat er bekommen, aber auch ein Sauerstoffgerät. Angeblich nur aus psychologischen Gründen. Ich hab den Sinn nur nicht verstanden, denn das Ding (übrigens so groß wie ein Kühlschrank, aber viel lauter) hat grad bei den Kindern und bei mir ne große Menge Angst ausgelöst. Psychologie????
Unser Onkologe (zu dem muß Oliver alle 4 Wochen wegen einer Knocheninfusion, zur Knochstabilität) hält das ganze auch für ziemlich überzogen und will am 15.10. ein Gespräch mit uns. Denn er hätte evt. noch eine Therapie im Angebot.
Zur Zeit sieht sein Zustand allerdings so aus:
Oliver schläft den ganzen Tag, egal ob im Sitzen, Stehen oder Liegen, immer wieder für 10 Minuten ein, er hat keinerlei Kraft und kann noch nicht einmal seinen 5 Monaten alten Sohn halten. Die Treppe hoch ins Schlafzimmer gleicht einer Gipfelerstürmung. Oliver isst fast nichts mehr und hat in den letzten 14 Tagen über 15 Kilo abgenommen. Er hat Panikanfälle, so dass ich ihn nicht mehr alleine lassen kann. Ich kann das Haus nicht mehr verlassen, ohne das eins unserer großen Kinder neben ihm sitzt. Also selbst eben mal einkaufen ist nicht drin. Der ganze Haushalt und auch die 5 Kids müssen nebenher laufen und das auch bitte nur ganz leise. Diese Woche soll die Bestrahlung enden. Und wir hoffen, dass dann ein Teil der Nebewirkungen nachlässt. Vielleicht ist er dann ein bisschen wacher und kann wieder etwas an unseren Familienleben teilnehmen.
So weit erst mal, ich glaub das reicht auch….