November 8, 2007

Geburtsbericht der ersten Schwangerschaft

Abgelegt unter: Der Anfang, Zu Beginn — Pet und Tom um 7:42 nachmittags

An dem Tag (19.Juli 2004) bevor meine Tochter, Alina, geboren (20. Juli 2004) wurde war viel unterwegs. Morgens holte ich ein Paket von der Post ab, mittags war ich noch eine Freundin besuchen und abends war ich noch bei einer anderen Freundin, diese hatte mich so gegen 20 Uhr heim gefahren.
Daheim machte ich erst einmal den Abwasch und Abendessen. Danach setzte ich mich damit vor den Fernseher und schaute mir den Film “School of Rock” auf DVD an, den ich von meiner Freundin geliehen hatte.
Inzwichen hatte ich mich hingelegt um es mit dem großen Bauch bequemer zu haben.
Nach nicht mal der Hälfte des Filmes spürrte ich einen kurzen Schmerz im Rücken, dachte mir jedoch nichts dabei. Da mein Kreuz schon den ganzen Tag weh getan hatte. Erst als ich gleich darauf merkte, dass das Sofa nass war, stand ich auf und ging ins Bad auf die Toilette. In diesem Moment hatte ich gedacht, dass ich gepinkelt hatte ohne es zu wollen. Auf der Toilette sah ich dann in meiner Unterhose einen weiß-gelblichen, schleimigen Klumpen. Da erst schoss es mir durch den Kopf, dass die Fruchtblase geplatzt war und die Geburt los gegangen war.
Ich habe dann noch in aller Seelenruhe einen Freund von mir angerufen, der mir bei stehen wollte und ihm gesagt das es los ging. Ich hatte ihn aus dem Bett geschmissen, da es bereits 23:30 Uhr war.
Dann erst rief ich einen Krankenwagen und zog mich inzwichen an. Dabei schaute ich in welchen Abständen die Wehen kamen. Die ich mitlerweile richtig spürrte. Sie kamen bereits im 2-3 Minutentakt.
Kaum war ich fertig mit anziehen, war auch schon mein Freund da und 5 Minuten später der Krankenwagen. Einer der beiden Rettungssantitäter habe ich meinen Mutterpass gegeben und er hat sich daraus alles notiert was er wissen mußte.
Der andere wollte die Trage holen, doch ich hinderte ihn daran in dem ich sagte: “Ich bin schwanger und nicht schwerverletzt.Ihr Arm zum Treppen runter laufen genügt”
Unten vorm Haus stellte ich fest, dass die ganze Nachbarschaft (gute 10 Reihenhäuser mit je 4 Wohnungen) aus den Fenster schaute. In diesem Moment dachte ich: “Na toll. Großauftritt im Theater.” Jedenfalls lag ich kurz danach im Krankenwagen auf der Liege und wurde mit Blaulicht, aber ohne Sirene (Schade) ins Klinikum gefahren.
Dort wurde ich um 00:40 Uhr der diensthabenden Hebamme übergeben und kam zu nächst in das Wehenzimmer. Die Hebamme schloss auch gleich das CTG an und mein Freund meinte dazu nur: “Neue Ansichten der schweizer Alpen.” Packte seinen Laptop aus und spielte Solitär (*grumel* Gesäßvioline).
Die Hebame untersuchte den Muttermund und sagte mir das er bereits 9 cm offen ist, sie hole nun erst mal eine Ärztin um mir Blut fürs Labor abnehmen zu lassen.
Kurz darauf kam sie und die Ärztin wieder zurück und versuchten mir 4 mal Blutabzunehmen, was sie aber nicht hin bekamen, weil sie keine Ader fanden.
Die Ärztin gab nach erneuter Untersuchung des Muttermundes (inzwichen 10cm und ganz offen) auf mit den Worten: “Scheiß aufs Labor die Kleine kommt!”
Dann ging es auf die Hebame und Ärztin gestütz in den Kreissaal. Mein Freund blieb lieber bei mit seinem Spiel auf dem Laptop im Wehenzimmer.
Im Kreissaal sah ich dann das wwir bereits den 20. Juli 01:20 Uhr hatten. Die Ärztin verschwand und die Hebame erklärte mir, dass sie nun Schichtwechel habe und eine neue Hebamme gleich kommt.
“Okay, dachte ich dann gehts gleich mit einer neuen Frau weiter.”
Fehlanzeige, ein Mann kam dann rein und erklärte mir das er meine “männliche” Hebame war. Für eine ganze Wehenpause war ich erst einmal geschockt. Doch war es mir dann egal, denn der Kopf meiner Tochter drückte sich inzwichen durch mein Becken von dem ich glaubte es würde gleich in 1000 Teile brechen und schrie dabei das es im halben Klinikum zu hören sein musste.
Zwichen zwei Wehen sagte er mir dann, dass er das Köpfchen sehen könnte. Ich presste noch mehr und fester. In diesem Moment hatte ich das Gefühl denen auf das Bett zu scheißen, so stark war der Druck in meinem Becken.
Nach weiteren 3-4 Wehen war meine Tochter geboren. Doch bekam ich sie nicht gleich die “männliche” Hebame nahm sie und verschwand ohne ein Wort.
Sofort kam mir in den Sinn, dass sie tot war oder er mir mein Kind stehlen wollte und setzte mich auf, dabei wurde mir schwindelig. Grade als er zurück kam mit der Kleinen auf dem Arm war ich aufgestanden, wobei ich das Gefühl hatte meine Organe rutschen aus mir raus. Eine Minute stand ich da, das Blut lief an meinen Beinen runter und bildete eine kleine Pfütze unter meinen Füßen und starrte ihn böse an. In diesem Moment landete die Nachgeburt zwichen meinen Füssen. Der Schwindel, der mich dann erfasste zwang mich mich wieder hin zu legen.
Die “männliche” Hebame legte meine Tochter in ein bereitstehendes Bettchen und kam zu mir und wollte mir gare die Hölle heiß machen, weil ich aufgestanden war. Da kam auch schon die Ärztin. Als sie sah wie böse ich ihn anstarrte schickte sie ihn weg. sehr langsam begann ich mich zu beruhigen und hörte der Ärztin zu. Die mir erklärte sie müsse mich jetzt nähen, da ich mehrere Scheidenrisse wärend der Geburt hatte. Wärend sie mich nähte sah ich sehnsuchtsvoll zu meiner Tochter ins Bettchen hinüber. Als sie dann fertig war gab sie mir meine Tochter. Nahm sie mir jedoch ein paar Minuten später wieder ab, damit ich mit ihrer Hilfe in das andere Bett klettern konnte. Dann gab sie mir erneut die Kleine und begann die Papiere auszufüllen. Zum Schluß fragte sie mich wie sie heißten sollte. Als ich ihr dann mit einem etwas wehmütigem Ton sagte meine Tochter heißt: Alina Samantha. Sah sie mich fragend an. Da erklärte ich ihr, dass dies der Name meiner Oma gewesen war, die genau am 20. Juli um 01:45 Uhr vor 7 Jahren gestorben war und ihre einzige Urenkelin genau auf die Minute zur Welt gekommen war.

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