22.10.10
Ehrlich
Ich bin soooooo genervt! Vom Liebsten, von der Kita, von der Arbeit, die ich noch zu erledigen habe. Sagt nur einer ein falsches Wort, gehe ich durch die Decke und schlage um mich! Es ist aber auch zum Haare raufen. So furchtbar dringend hätte ich die Ferien gebraucht, um mich mal auszuruhen, Dinge nachzuarbeiten, Bens Zimmer aufzuräumen und einfach mal mit meinem kleinen Käfer im Bauch in Kontakt zu treten. Aber leider war Ben richtig krank und nur insgesamt 4 Tage in der Kita und den Rest auf meinem Arm – quengelig, fiebrig, unleidlich.
Zusätzlich ist die Stimmung zwischen dem Liebsten und mir unglaublich angespannt. Ich bin permanent auf 180, er ist permanent beleidigt. Manchmal wünsche ich ihn echt auf den Mond, damit ich meine Ruhe hab und die Sachen so machen kann, wie ich will. Dann müßte ich nur noch über mich ärgern und nicht mehr über ihn. Ich weiß, da spielen die Hormone verrückt, aber ich fürchte, es ist nicht nur das. Momentan ist mir völlig schleierhaft, wie wir unsere Beziehung über die Zeit der Schwangerschaft, geschweige denn über die ersten Wochen nach der Geburt stabil halten wollen. Was ist mit uns passiert in den letzten 2 Jahren? Wo ist der Zauber hin? Die Leidenschaft? Die große Liebe? Die Last des Alltags steht zwischen uns, ich kann mich überhaupt nicht mehr auf ihn einlassen. Weder geistig noch körperlich läuft so gut wie nichts mehr. Das macht mich traurig und wütend, denn mindestens zur Hälfte ist das meine Schuld. Uns fehlt einfach Zeit und Muße, wieder zueinander zu finden. Ich fühle mich, als bliebe ich auf der Strecke. Mein Leben besteht nur noch aus Arbeit, Verpflichtungen, Müdigkeit. Der Liebste denkt allerdings, er täte alles für mich, nähme mir alles ab und ich könnte eigentlich glücklich und zufrieden sein. So unterschiedlich sind halt die Wahrnehmungen und das macht mich einfach wahnsinnig.
So, genug der Jammerei! Die Übelkeit ist vorbei, mein Magen ist ein schwarzes Loch, der Bauch wächst und Dienstag ist VU! Die komplette Familie Palisander wird dabei sein und hoffentlich ein strampelndes kleines Käferlein zu sehen bekommen. Spontan gehts mir besser, ich gehe jetzt was essen!