Nach einer Horrornacht, in der ich mich bis 5.00 Uhr nur gewälzt habe, weil mir so übel war, bin ich nun seit 10.00 Uhr wach und es sind sage und schreibe schon 2mal Tränen geflossen. Ich bin sowas von empfindlich und neben der Spur wie schon lange nicht mehr.
Zum einen sind es körperliche Beschwerden. Mein Bauch, besonders mein Bauchnabel, tut weh und ich mag mich überhaupt nicht mehr bewegen. Zum anderen haben ich Angst, daß der Liebste jetzt auf den letzten Metern die Nerven verliert und schlapp macht. Er hat momentan eine 6-Tage-Woche, Rückenschmerzen und wegen mir zuwenig Schlaf. Das führt zu einer gewissen Mürrigkeit, mit der ich gar nicht klar komme. Und ich bin einfach nicht in der Verfassung, mich um ihn zu kümmern und ihn wieder aufzupäppeln. Im Gegenteil – ich bräuchte ihn jetzt ganz dringend topfit und gutgelaunt.
Ach man – ich könnte ins Bett gehen und den ganzen Tag nur schmollen und in Selbstmitleid zerfließen. Dieses in der Luft hängen im Moment ist Mist. Und ich habe Angst, daß diese Gefühle bis zur Geburt bleiben. Da können Tage zu Jahren werden. Und warum plagt mich jetzt schon wieder diese Übelkeit. Was ist das? Hmppfff…
… das ist das Wort, welches meinen Zustand momentan am besten beschreibt. Es ist sooo schwül hier und ich habe den Eindruck, meine Hände und Füße saugen das Wasser aus der Luft geradezu auf. Die Finger tun weh und meine Knie streiken bei jedem Aufstehen. Über die Hälfte des Tages verbringe ich im Liegen, weil mein Rücken sonst schlappmacht und ich bin immer müde.
Glücklicherweise weiß ich, daß es morgen schon wieder besser sein kann und kein Dauerzustand ist. Vielleicht hat die Natur es auch so eingerichtet, daß eine Schwangerschaft am Ende so sehr nervt, daß man die Ängste überwindet und einfach nur froh ist, wenn es endlich losgeht. Aber ganz soweit ist es bei mir noch nicht. Die Made hat nämlich noch gar keine Lust, sich in Richtung Ausgang zu bequemen, mein Bauch hat sich noch überhaupt nicht gesenkt und obwohl meine Gebärmutter ständig hart ist, im unteren Bereich öfter mal schmerzt und grummelt, hat das wohl nichts mit Wehen zu tun. Es wird wahrscheinlich fleißig das geübt, was in den letzten Wochen künstlich unterdrückt werden mußte – Strebergebärmutter.
Nun gut, ein Ende ist absehbar und ich habe ja auch noch 10 Tage bis zum ET. Und meine größte Sorge im Moment ist nicht die Geburt, sondern meine überaus nervige Schwiegermutter, die mir eigentlich nichts getan hat, aber mir unglaublich auf den Keks geht. Vor allem, wenn ich über die Zeit mit Made nachdenke. Am liebsten würde ich den Telefonstecker ziehen und die Tür nicht aufmachen, wenn sie in der Nähe ist. Leider hat mich die Schwangerschaft nicht zur Hellseherin gemacht und so bin ich ihren spontanen Besuchen ausgeliefert. Weil ja der Liebste so viel arbeiten muß und ich ach so einsam und allein bin. Um das alles zu verstehen, müßte ich ziemlich ausholen, was ich bei Gelegenheit mal nachholen werde.
Ich befürchte, wenn Madenkind da ist, helfen keine Andeutungen durch die Blume mehr, da wird Tacheles geredet. Und ständig Anfassen und Abknutschen is’ nich! Oder ich werd zum Tier…
So, da bin ich wieder! Heutige VU war völlig unspektakulär. Mumu weich und fingerdurchlässig, GMH verkürzt auf 1,5 cm, null Wehen. Unser Kleiner wird ein zartes Kind, er wiegt momentan so ca. 3000 g und hat einen KU von etwa 33 cm. Außerdem wird er vermutlich kurze Beinchen haben. Der Oberschenkelknochen ist rein statistisch etwas zurück. Da wird er wohl so Fußballerbeine wie der Liebste haben…
Wehenhemmer sind seit Sonntag abgesetzt, ab heute wird also ein neues Programm gefahren. Himbeerblättertee, Sitzbad in Lindenblüten und Dammmassage *ohnmacht*. Es ist ein besseres Gefühl, sich auf die Geburt vorzubereiten, als immer in Sorge zu sein, daß es zu früh losgeht.
Außerdem habe ich seltsamerweise jetzt gefühlsmäßig einen intensiveren Kontakt zur Made. Die FÄ sagt, daß sei gut und ganz normal. Ich bereite mich also mental auf unser Kind vor. Die Geburt ist nicht mehr die letzte Etappe, nach der ein imaginäres schwarzes Loch kommt, sondern langsam und ganz allmählich kann ich mir konkrete Situationen auch danach vorstellen. Vorher war das einfach zu abstrakt für mich. Und ich muß sagen: es fühlt sich gut an. Es ist ein Unterschied, ob einem das alle nur erzählen, oder ob man es selber spürt. Wie bei allen anderen Erfahrungen eben auch…
Ich kann mich nur wiederholen: diese Schwangerschaft war und ist eine absoute “Bildungsreise” für mich So viel habe ich noch nie über mich und meinen Körper erfahren. Nun bin ich gespannt, was noch passieren wird. Mittlerweile halte ich nämlich alles für möglich. Bestimmt werden noch viele, vorher für unumstößlich gehaltene Dinge, geändert, angepaßt oder verworfen werden. Das Leben scheint ein großes Überraschungsei zu sein – ich hatte diese Tatsache, die jedes Kind kennt, wohl vergessen. Und jetzt bin ich allmählich ganz schön neugierig…
So langsam wird mir jedenfalls klar, daß, egal was passiert, egal, ob alles zusammenbricht und egal, was ich tun muß, ich dieses Kind immer und abgöttisch lieben werde.
Eigentlich wollte ich heute auch mal richtig über meine Schwiegermutter lästern, aber das spare ich mir für den nächsten Eintrag auf. Vielleicht habe ich mich bis dahin ja wieder eingekriegt…
Juhu *winkewinke*, ich bin noch da-ha! Habe gedacht, es wird mal wieder Zeit für ein *piep* aus dem Hause Palisander.
Mir geht es ganz gut soweit. Der Madenjunge tritt ordentlich in Mamas Eingeweide und wenn ich in der Waagerechten liege, fühlt es sich an, als ob jemand auf meiner Brust sitzt. Atmen, Sprechen und womöglich Essen gleichzeitig ist nicht mehr drin. Meine Hände und sonstigen Gelenke streiken allmählich ob der zusätzlichen fast 20 kg Lebendgewicht.
Dafür ist die Laune eigentlich ganz gut. Ich bin relativ entspannt und habe nur ein wenig Bammel vor der Geburt. Aber Verdrängung ist alles, oder? Außerdem nehme ich immer noch Wehenhemmer. Allerdings nur noch bis Sonntag. Montag wird der erste Tag ohne sein, da ich am Dienstag wieder VU habe und dann evtl. ja schon Auswirkungen sehen kann (dachte ich mir so). Aber wahrscheinlich wird gar nüscht passieren und wir werden fein über Termin gehen. Aber auch damit werden wir fertig werden. Hauptsache, wir bekommen kein Riesen-Baby – das ist momentan meine größte Sorge.
Oh Gott, in maximal 4 Wochen ist unser Kleiner da. Ich kann das alles noch gar nicht glauben. Erst gestern habe ich doch hier an dieser Stelle mein “Positiv” verkündet und Ihr alle habt Euch mit mir gefreut. Kann das denn wirklich schon so lange her sein? Was habe ich nur gemacht in diesen Monaten? Ich kann’s nicht fassen, daß meine Schwangerschaft bald vorbei sein soll und dann die nächste Etappe kommt.
Und Ihr habt mich bei all dem begleitet, mich unterstützt und mich getröstet. Ich habe mir darum überlegt, daß Ihr die Einzigen sein sollt, mit denen ich ganz exklusiv unsere Namenswahl (endlich *ohnmacht*) teilen möchte. Niemand sonst (außer meiner Schwester, weil Patentante) weiß davon und das soll auch auch so bleiben bis zur Geburt. Das ist meine Art, Dankeschön zu sagen für die vielen lieben Worte, die ich hier schon lesen durfte. Also…
Unsere Made hat den Namen “Ben Luca”
Er paßt ganz wunderbar zu unserem Nachnamen und muß nicht buchstabiert werden wie dieser. Das war mir sehr wichtig! Außerdem kenne ich kein einziges Kind, daß ebenfalls diesen Namen trägt (bis jetzt). Und zuguterletzt fühlt es sich einfach richtig an und das ist das Entscheidende. Kleiner Ben, wir warten auf Dich…
Heute hatten wir wieder VU. So langsam wirds Routine – dachte ich. Aber nicht mit der Made
Eingegrenztes CTG und Doppler nicht ganz rund – “fetale Arrhythmie”. Meine liebe FÄ hat gleich einen Termin zur Fehlbildungsdiagnostik gemacht, damit ein US-Spezialist sich das Herz der Made nochmal anschaut. Muß also gleich los und werde mich nicht verrückt machen. Kann alles ganz harmlos sein und in ein paar Stunden weiß ich mehr. Trotzdem kann ich die sorgenvollen Gesichter in der Praxis nicht vergessen. Ich finde, für diese Schwangerschaft bin ich eigentlich mit Problemen genug bedient. Solange es mich trifft, ist das auch o.k. Aber die Made muß gesund sein. Ich bleibe auch für die letzten 4 Wochen im Bett, wenn nötig. Mein Kleiner, mach jetzt keinen Unsinn! Wir haben es bald geschafft…
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Entwarnung! Unser Kind hat sich vorbildlich verhalten! CTG war normal, alle Organe sind so, wie sie sein sollen und der Herzschlag schlägt im Takt wie eine kleine Trommel. Ich bin erleichtert und hoffe, daß das heute nun die letzte Hiobsbotschaft war.
Ansonsten bin ich bei 79 kg angelangt, keine Wehe weit und breit, Mumu ist fingereingängig, Plazenta verkalkt Grad I, Umfang 107 cm.
Die Made wiegt ca. 2900 g und mißt stolze 48 cm. Der Kleine ist ein paar Tage zurück, wird also kein Brocken, und das finde ich ganz in Ordnung.
Und jetzt fände ich es ganz großartig, wenn alles bilderbuchmäßig laufen könnte bis zu unserem großen Tag. Keine Adreanlinschübe mehr bis Anfang August bitte! Danke!
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