Heute muss ich mich hier mal auskotzen. Ich wurde ja in letzter Zeit schon öfter mal von Bekannten beneidet, dass ich keine Schwiegermutter habe. Ich hab auch bisher keine Schwiegermutter vermißt. Allerdings ist es so, dass meine eigene Mutter vor 3 Jahren gestorben ist – nun hat mein Vater seit etwa einem halben Jahr eine neue Partnerin. Ich hab damit absolut kein Problem – ich freue mich für ihn dass er nicht alleine ist.
ABER – mich nervt es langsam gewaltig, dass die neue Partnerin – oder soll ich schreiben meine Stiefmutter? – mir dauernd das Gefühl gibt, dass ich mit Antonia alles falsch mache. Komme mir schon manchmal vor wie eine Rabenmutter und wundere mich, dass mein Kind schon ein Jahr überlebt hat.
Es ging ja schon los beim Essen – ich koche ja selber und sie meinte dann sie hat für ihre Kinder immer Gläschen gekauft, weil da ist alles drin, was die Kinder brauchen und wenn ich selber koche, dann weiß ich das ja nicht. Da frag ich mich dann schon mal wie die Kinder früher überlebt haben, als es noch kein Hipp und Alete gab. Dann lag sie mir schon seit Weihnachten (da war Antonia 9 Monate alt) in den Ohren, ich soll meinem Kind Schuhe kaufen und anziehen, weil dann hätte sie einen besseren Halt beim stehen. Hab ihr dann erklärt, dass ich das für nicht sinnvoll halte, weil ja die Füsse noch wachsen, außerdem sollen Kinder barfuß oder mit Socken laufen lernen, weil das besser für die Füsse ist. Nun hab ich Schuhe und dauernd kommen spitze Bemerkungen, weil ich Antonia die Schuhe nicht in der Wohnung anziehe. Grad gestern wieder – ich hab Antonia hoch gebracht, weil ich in die Kirche gehen wollte – war für meine Oma und da war ich ja wegen Antonia schon nicht auf der Beerdigung. Kaum war ich oben kam schon die Bemerkung zu Antonia: “Jetzt hast du so schöne Schuhe und deine Mama zieht sie dir nicht an und bis sie schaut sind sie zu klein”. Ich hab es mir erspart dazu was zu sagen.
Dann müsste ich meinem Kind dauernd die Hände waschen. Wenn sie krabbelt und schiebt sich dann die Hände in den Mund, dann meint meine Stiefmutter schon wieder, dass sie das nicht darf. Was ich am allerschlimmsten finde, sie verbietet es ihr dann. Sie verbietet öfter mal Sachen, die ich nicht verbiete und das ärgert mich auch. Auch mit draußen krabbeln, da dürfte ja das arme Kind überhaupt nichts, weil überall ist es zu kalt und zu schmutzig. Ich zieh sie ja auch dauernd zu dünn an und bekomme dann immer wieder die Hinweise, dass ich mein Kind wärmer anziehen muss. Achja die Pampers mach ich auch zu fest zu!
Bisher hab ich einfach nichts dazu gesagt, weil ich keine Lust habe mich dauernd zu rechtfertigen, aber irgendwann platzt mir jetzt mal der Kragen. Gut dass sie nur ab und an am Wochenende da ist. Ich mag dann aber schon garnicht mehr hochgehen – heute hatte mich mein VAter auch zum Essen eingeladen, aber ich hatte keine Lust mir dann wieder die Vorträge über gesundes Essen anzuhören. Achja sie kümmert sich auch rührend um mich und meine Gesundheit. Hat mir über meinen Vater auch schon ein Buch gegeben über irgendso eine Diät, weil sie der Meinung ist ich müsse dringend abnehmen. Gut ich weiß dass ich abnehmen muss, aber ich bin alt genug um zu entscheiden wie und was ich mache. Wenn ich dann mal oben bin beim Essen, dann heißt es auch immer – du sollst nicht soviele Nudeln essen, die machen dick. Iß doch mehr Salat usw.
Bin da im Moment ziemlich genervt und denke ich muss demnächst mal meinen Mund aufmachen, sonst platze ich.
Achja dann komme immer noch die Worte, wenn es um Antonia geht, dass sie schließlich zwei Kinder groß gezogen hat und sich deswegen damit auskennen muss. Ich sollte mein Kind auch schon mit 10 Monaten aufs Töpfchen setzen. Weil ich ja so ein ruhiges Kind habe, dass da mal 10 Minuten sitzen bleiben würde. Übrigens sind ihre Kinder schon beide um die 30 und es ist ja toll, dass sie sie aufgezogen hat, aber Antonia ist mein Kind und da mach ich was ich für richtig halte. Meine Mutter hätte sich jedenfalls nie soviel eingemischt – sie hätte ihre Meinung gesagt und damit gut und das wohl auch eher nur, wenn sie gefragt worden wäre – genauso mein Vater. Aber ich hab nun mal jetzt eine Stiefmutter *grummel*.
So das musste mal raus….
Antonia hab ich vorher ins Bett gebracht und der Opa hat dann aufgepasst – hab ihm einfach das Babyphon gebracht und fertig. Sie war super brav und hat nicht einmal gemeckert. Gegen Mitternacht wurde ich dann allerdings doch etwas unruhig und bin nach Hause gegangen – aber alles war ruhig. Das Klassentreffen war aber auch super schön – viele der Leute hatte ich seit dem letzten Klassentreffen vor 10 Jahren nicht mehr gesehen. Am Anfang ist da die Stimmung immer etwas befangen, aber im Laufe des Abends wird es dann immer lockerer. Und so kam dann irgendwann die Frage, was ich denn jetzt so mache. Als ich sagte, dass ich eine 11 Monate alte Tochter habe, da fanden das natürlich erst mal alle süss. Klar manche meine Klassenkameradinnen haben schon Kinder die 18 Jahre alt sind. Irgendwann kam dann die Frage ob ich denn einen Partner habe. Ich hab dann erst mal nur nein gesagt und dann bestand halt gleich die Meinung, das wäre auseinander gegangen während oder nach der Schwangerschaft. Als ich erzählt habe, dass es ein Wunschkind ohne Papa ist haben natürlich erst mal alle große Augen gemacht. Hab dann erzählt, dass es eben eine Samenspende war und dann war die Neugierde erst mal wieder befriedigt, oder es hat sich keiner mehr nachfragen getraut