So seit meinem letzten Eintrag ist eine ganze Weile vergangen und es ist sehr viel passiert in der Zwischenzeit.
Ende April hab ich mit meinem Kind und noch einer befreundeten Singlemama Urlaub auf einem Bauernhof gemacht. Da war es eigentlich sehr schön – nur dass es mir nicht gut ging und ich Probleme mit meinem Rücken hatte und Kraftlosigkeit in den Beinen und von daher Probleme mit dem Gehen hatte. Bin dann auch zwei Tage früher wieder nach Hause gefahren und sofort zum Arzt. Da hieß es – es wäre eine Überlastung – ich soll mich schonen und mal auf Kur gehen. Hab dann Krankengymnastik gemacht, aber es hat nichts gebracht im Gegenteil – es wurde sogar schlimmer – ich konnte nur noch an Krücken gehen. War bei zwei verschiedenen Orthopäden und einer Neurologin und alle haben von Überlastung gesprochen und dass das schon wieder wird. Nach vier Wochen wurde dann endlich mal eine Kernspinuntersuchung gemacht und da wurde ein großer Bandscheibenvorfall in der Brustwirbelsäule festgestellt, der operiert werden muss.
In den vier Wochen bis zur Diagnose konnte ich schon kaum noch aus dem Haus gehen – zum Glück hab ich Freunde, die mir mal Antonia abgenommen haben. Die Kleine tat mir schon leid, grad wenn sie sagte sie möchte mal wieder ins große Bad fahren oder zu den Wildschweinen (Wildpark) – aber ich musste immer sagen, dass die Mama einen Aua-Rücken hat und das gerade nicht kann. Es tat mir teilweise in der Seele weh. Aber sie hat es gut weggesteckt und sich dann wohl auch daran gewöhnt, dass sie halt mit dem Opa, dem Onkel oder der Nachbarin auf den Spielplatz geht.
Wenn sie unterwegs war hat sie mir dann oft Blumen mitgebracht. In der Zeit haben wir halt viel Bücher angeschaut und Puzzle gebaut – mit dem Ergebnis, dass sie inzwischen Puzzles mit 32 Teilen alleine kann.
Anfang Juni kam ich dann ins Krankenhaus – ich hab mein Kind vorher schon darauf vorbereitet und sie hat das auch gut hingenommen. Die ersten beiden Tage war sie beim Opa und danach dann beim Onkel, weil der Opa in den Urlaub gefahren ist. Sie hat mich jeden Tag in der Klinik besucht. Sogar die Schwestern haben dann schon immer nach ihr gefragt 
Ich muss gestehen, dass ich mir die Zeit im Krankenhaus für mich schlimmer vorgestellt habe – aber ich wusste mein Kind in guten Händen und sie hat auch kein Theater gemacht sondern die Dinge als gegeben hingenommen und akzeptiert. Und so doof es jetzt klingt es tat mir sogar mal gut einfach die Verantwortung abzugeben und mich um mich selber zu kümmern.
Inzwischen bin ich seit fast drei Wochen wieder zu Hause und es geht langsam aufwärts. Ich kann auch schon wieder etwas mit meinem Kind unternehmen – wie zum Beispiel in die Mutter-Kind-Gruppe gehen. Da hat sie sich richtig gefreut, dass die Mama mal wieder mitgeht. In der Zeit wo ich eben nicht laufen konnte und in der Klinik war, ging sie immer mit der Nachbarin und deren Sohn mit in die Spielgruppe. Aber als ich sagte heute geht die Mama wieder mit – da hat sie richtig gestrahlt. Und ich habe gemerkt wie sehr sie das doch vermißt hat.
Letztes Wochenende war bei uns Straßenfest und da sind wir auch hingegangen und immer wieder kam sie und wollte auf meinen Schoß – als wenn sie schauen wollte ob die Mama auch wirklich noch da ist.
Grad die erste Woche wo ich zu Hause war, da hat sie jeden Abend vor dem Einschlafen gesagt – Mama geht nicht wieder ins Krankenhaus.
Im September gehen wir jetzt auf Mutter-Kind-Kur – denke das wird uns auch gut tun.
Alles in Allem hat es gut geklappt und ich muss sagen dass mein Kind auch schon sehr verständnisvoll ist – und mir teilweise sogar eine große Hilfe. Wenn was runterfällt, dann habt sie mir das auf, weil ich mich ja noch nicht so gut bücken kann.
Sie ist inzwischen auch schon sehr selbständig – will sich selber anziehen – sich selber die Zähne putzen und neuerdings sich selber das Brot schmieren. Seit ein paar Tagen probieren wir nun tagsüber ohne Pampers zu sein – sie geht schon immer wieder aufs Töpfchen und pinkelt da dann auch rein, aber es wird auch immer wieder mal die Hose nass. Mal schauen wie lange ich das noch probiere und dann doch lieber wieder eine Windel hinmache.
Es ist aber wirklich sehr wichtig, dass man wenn man alleine mit Kind ist ein gutes soziales Netz hat, dass einem in solchen Situationen auffängt. Ich wohne ja in einem kleinen Kaff und da ist der Zusammenhalt schon noch da und ich habe sehr viel Hilfe und Unterstützung von Freunden, Familien und Nachbarn bekommen – ohne diese Hilfe hätte ich nicht gewußt wie das alles funktionieren soll. Auch wenn die Leute hier alle nicht mithelfen – möchte ich trotzdem auch hier danke dafür sagen
Erstellt am Dienstag, 6 Juli 2010 at 8:40 pm in der Kategorie Unser Alltag. RSS 2.0. Du kannst einen Kommentar hinterlassen oder Trackback von Deiner Seite.