Ich habe mir jetzt ein Buch gekauft, wo es um sanfte Wege in den Schlaf geht. Hab die letzten Tage da sehr viel drin gelesen und es klingt für mich alles sehr nachvollziehbar. Da heißt es eben, dass Baby zum einschlafen, die Nähe und Wärme der Mutter oder des Vaters brauchen. Antonia braucht ja meist ziemlich lange bis sie einschläft. Ich ziehe ihr, wenn ich merke dass sie müde wird den Schlafanzug an – stecke sie in den Schlafsack. Dann lege ich mich mit ihr in mein Bett und stille sie nochmal und wenn wir fertig sind, dann lege ich sie in ihr Bett. Ich muss dann immer noch eine Weile bei ihr sitzen bleiben. Meist streichle ich sie und singe ihr was vor. Sie ist dabei oft sehr unruhig – wirft den Kopf von links nach rechts – fängt immer wieder an zu weinen – strampelt zwischendurch wild. Es dauert immer eine Weile (oft 30 Minuten) bis sie dann ruhiger wird und langsam einschläft. Da macht sie dann aber auch noch oft sehr ruckartige Bewegungen. Oder versteift sich – oder sie reibt sich die Augen und dabei geht dann der Schnuller wieder raus – oder sie nimmt ihn selber aus dem Mund und bringt ihn nicht mehr rein. Also alles mögliche, was da immer so abläuft, bis sie endlich schläft.
Heute dachte ich mir ich probiere es mal und lasse sie in meinem Bett und bleibe dabei liegen. Als wir fertig waren mit stillen hab ich ihr dann was vorgesungen. Hab ihr dann den Schnuller reingesteckt und sie am Kopf gestreichelt. Sie hat noch mit ihren Händen an meinem T-Shirt gespielt – war dabei aber total ruhig und ist dann auch ziemlich schnell eingeschlafen. Schon erstaunlich.
Gut ich höre ja jetzt schon die Stimmen, die sagen ich verziehe oder verwöhne sie. Nur ist für mich die Frage – ist es wirklich verwöhnen, wenn ich meinem Kind – Nähe, Liebe und Geborgenheit gebe? Ist das nicht selbstverständlich, dass man das seinem Kind mitgibt. Kein anderes Wesen auf der Erde erwartet von seinem Nachwuchs, dass er alleine schläft. Jedes Tier lässt seine Jungen bei sich schlafen und geht auch gleich hin, wenn eines schreit – wenn wir Menschen das machen, dann müssen wir uns dafür rechtfertigen.
Viele sagen sie haben abends nicht die Zeit sich zu ihren Kindern zu legen oder zu setzen. Gut manchmal fehlt vielleicht auch die Geduld. Aber als ich heute Antonia so friedlich einschlafen sah, dachte ich mir – es gibt im Moment doch wirklich nichts wichtigeres als sie für mich. Viele sagen ja es geht so schnell, dass die Kinder groß sind – also warum nicht in der Zeit in der sie klein sind – ihnen soviel Nähe wie möglich geben. Und ich muss gestehen auch ich hab diesen Moment heute genossen.
So soweit zu meinen Gedanken.
Erstellt am Sonntag, 17 August 2008 at 7:48 pm in der Kategorie Unser Alltag. RSS 2.0. Du kannst einen Kommentar hinterlassen oder Trackback von Deiner Seite.