Bunt ist das Leben und granatenstark!

Es geht doch!

Montag, 7. Mai 2012 von daniguni

Kaum zu glauben, Eva geht wieder ohne Theater ins Bett und schläft ohne Mucks durch. Schon drei Nächte hintereinander. Wow!

Übliches Abendritual. Nach dem Sandmann geht es ins Bett. Mein Mann und ich gehen beide mit ihr zusammen in ihr Kinderzimmer. Eva klettert in ihr Hochbett. Mein Mann und ich wechseln uns jeden Abend ab, wer ihr eine Geschichte vorliest, die sie selber aussuchen darf. Der andere sagt nur Gute Nacht, gibt ein Küsschen und geht. Nach dem Vorlesen gehen ich aus dem Zimmer, lasse aber das Licht noch an. Eva darf noch spielen oder lesen oder was auch immer. Aber nicht mehr aus ihrem Zimmer rauskommen. Momentan funktioniert das! Sie schaut dann noch ein Buch an und singt ein paar Lieder vor sich hin. Dann wird es ruhig. Und irgendwann ruft sie mich “Mama, Licht ausmachen!” Dann hat sie sich schon hingelegt und eingekuschelt, sagt mir Gute Nacht und schläft.

Das ich das nochmal erleben darf….

Mal sehen, wie lange….

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Was für ein Wochenende!

Montag, 7. Mai 2012 von daniguni

An meinem freien Freitag war ich mit einkaufen, Wäsche und Wohnungsputz ordentlich beschäftigt. Nebenbei kam der “Mann von Kabel BW” und hat irgendwas an unserer Fernsehleitung gemacht. Was auch immer?? Und dann war ich noch im Keller und habe Kinderkleidung durchgesehen und sortiert.

Denn am Samstag war ich mit rinja mal wieder auf einem Kinderkleiderbasar. Wir haben uns jetzt zum zweiten Mal einen Verkaufstisch geteilt und es lief wieder wunderbar. Wir sind da ein ganz eingespieltes Team und ermöglichen uns auch zwischendurch gegenseitig kurze Freiräume, damit auch wir mal unsere Runden drehen können, um selber einzukaufen. Unser Tisch war fast durchgehend gut besucht und ich habe über 100 Euro eingenommen, von denen ich gute 30 gleich vor Ort in eine ganze Tasche voll Kleidung, Bücher, Puzzles und Spiele gesteckt habe. Notiz am Rande: Von drei Puzzles, die ich kaufte, waren zwei doch tatsächlich nicht vollständig. So ne Sauerei! Und da geht es mir nicht um die ein oder zwei Euro…

Währenddessen hat mein Schwiegervater die Eva bespaßt. Bei uns daheim. Und mein Mann war einkaufen und traf diverse Vorbereitungen für unseren großen alljährlichen Brunch für Freunde bei uns daheim am Sonntag.
Nette Geschichte: Am Samstag hatte meine Mami Geburtstag. Evas Oma. Oma Regina. Das hab ich Eva am Morgen beim Frühstück erzählt. Und das wir die Oma am Nachmittag anrufen und happy birthday singen. Als ich vom Basar heimkam, hatte Eva den Wohnzimmertisch gedeckt. Für zwölf Personen. Vollständig mit Tellern, Servietten, Besteck. Sie hat sogar ihre Geburtstagskrone auf den Tisch gestellt und auf jeden der zwölf Teller zwei Erdbeeren gestellt. “Für Oma Gina!” Ich muss dazu sagen, dass meine Mama gar nicht da war. Sie wohnt ja in Norddeutschland…. Dafür hat Eva mehrfach lauthals “Zum Geburtstag viel Glück….” gesungen. Das war sooo putzig!

Am Sonntag war dann ordentlich was los im Hause daniguni. 22 Erwachsene und 14 Kinder (zwischen 10 Monaten und 16 Jahren). Unser Wohnzimmer war halb leer geräumt, dafür standen zwei Bierbankgarnituren drin. Wir sind entspannte Gastgeber und laden nur entspannte Gäste ein. Es fand irgendwie jeder ein Plätzchen, und wenn es auf dem Boden war. Von 10 bis 16 Uhr ging die Party. Es war klasse. Viele von den Freunden seh ich nur ein oder zwei Mal im Jahr und ich freu mich immer sehr, dass alle jedes Jahr wieder gerne kommen. Bis dann alles wieder aufgeräumt, gesaugt, gewischt und an seinen Platz zurückgestellt war, war es halb sieben. Und ich fix und fertig. Zufrieden, aber völlig erledigt.

Und was ich heute früh erfuhr: während wir ausgelassen fröhlich Spaß hatten, kämpften das kleine Lenchen und ihre sehr verzweifelten Eltern ums Überleben und gegen selten vorkommende Komplikationen der Krebserkrankung und hoffen auf ein Wunder. Es ist so schrecklich, so furchtbar, so entsetzlich. Wieviel kann ein Mensch ertragen?
Wir sind wortlos. Und tatenlos. Weil uns Worte fehlen. Und wir nichts tun können. Außer an Euch denken, beten und hoffen.
*heul*

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Das geht mir sehr nahe

Mittwoch, 2. Mai 2012 von daniguni

Gerade habe ich Eva ins Bett gebracht. Ich habe mich kurz zu ihr gelegt und ihr eine kurze Geschichte vorgelesen. “Jetzt noch kuscheln, Mama!” Also gekuschelt. Und ich habe ihr leise diverse Lieder vorgesungen. Dabei habe ich ihr Gesicht gestreichelt und ihr die Haarsträhnen über den Kopf gestrichen. Evchens Augenlieder wurden schwerer, ihr Atem ruhiger, ganz langsam dämmerte sie weg….

Da musste ich plötzlich, mal wieder, wie so oft in den vergangenen Tagen an Nozilla und Marlene denken, und mir liefen die Tränen übers Gesicht. Die fast schon täglich schlechten Nachrichten gehen mir sehr nahe.

Nozilla, es tut mir so leid, was Eure Kleine ertragen muss. Ich hoffe sehr, dass sie nicht doll leiden muss und keine Schmerzen hat. Und Dich möchte einfach nur mal feste halten und drücken. Ohne Worte. Weil ich einfach keine habe.

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Brückentag

Montag, 30. April 2012 von daniguni

Zeit zum Schreiben. Ich genieße heute einen Tag Sonderurlaub, der mir anl. meines 20-jährigen Dienstjubiläums gewährt wird. Mann ist zur Arbeit, Kind in der KiTa. Ein ganzer freier Tag, nur für mich. So ein Luxus!

Evchen hat mal wieder, wie eigentlich immer, nachts in unserem Bett Wühlmaus gespielt und dafür dann bis halb acht geschlafen. Wir ließen uns Zeit beim Frühstück und waren kurz vor neune erst in der KiTa. Dann bin ich in die Stadt gefahren und war bummeln und shoppen. Mir war nach ein paar neuen Sommershirts. Die anderen waren zu knapp geworden (jaja, mein Gewicht) und ich fühle mich nicht mehr so wohl darin. Etwas Neues muss her. Was Lockeres, Luftiges. Bin auch fündig geworden. Letzte Woche hab ich mir schon eine neue weiße Hose und eine weiße Bluse gekauft. Jetzt macht es wieder mehr Spaß, vor dem Kleiderschrank zu stehen.

Letzten Freitag hab ich mir mit dem Evchen einen schönen Tag gemacht. Wir hatten Vormittags einen Termin zur ersten Auffrischungsimpfung FSME.
Ärztin: Hallo Eva, was machst Du denn hier? Bist Du etwa krank?
Eva: Neiiiiin, ich bin nicht krank!
Ärztin: Na, was willst Du denn dann hier?
Eva: Eine Spritze!
Ärztin: Achso! Deine Mami ja auch. Soll ich denn erst Dich oder erst die Mami impfen?
Eva: Erst die Mama!
Also stellte ich mich ganz entspannt neben mein Kind und ließ mich impfen. Eva schaute interessiert zu. Die Ärztin spritzt immer super, hab mich dort dort jetzt schon zum dritten Mal impfen lassen. Merkt man kaum bis gar nicht.
Dann kam Eva dran. Ich brauchte nicht mal ihren Arm festzuhalten. Ärztin piekst und zieht fast im gleichen Moment die Nadel auch schon wieder aus ihrem Arm. Eva schaut die Ärztin entrüstet an und sagt vorwurfsvoll “Aaaaaua!”, um sich dann zu mir umzudrehen, die Unterlippe vorschiebend und sagt mit Tränen in den Augen “Mama, die hat mir weh getan!” Die Ärztin hat sie ruckzuck mit einem gaaanz tollen Ritter- und-Prinzessin-Pflaster abgelenkt.
Als wir dann wieder draußen waren und noch durch die Stadt bummelten, hat Eva ihren kurzen T-Shirt-Ärmel ganz hoch über die Schulter gezogen und wirklich ALLEN, die da durch die Stadt liefen, ihren Pflasterarm gezeigt.
Ich hätt mich wegschmeißen können. Herrlich!
Kurzentschlossen bin ich dann mit ihr in den nahegelegenen Biergarten gegangen. Evchen spielte auf dem Spielplatz und ich genoß die Sonne mit einem Kaffee. Weil es so schön entspannend war, haben wir dort noch zu Mittag gegessen.
Ich: Eva, möchtest Du Flammkuchen essen?
Eva: Igitt, nein, DAS MAG ICH NICHT! Ich möchte Pommes!
Komisch, letztes Jahr mochte sie gerne Flammkuchen. Na egal, hab ich halt nen Flammkuchen für mich und eine kleine Portion Pommes gekauft.
Eva: Oh, lecker Mama, Pizza! Die will ich!
So hat sie halt meinen Flammkuchen verputzt und ich die Pommes gegessen.

Nachmittags waren wir in einem Handwerksfachgeschäft und haben einen Auftrag erteilt. Wir lassen in unserer (Eigentums-)Wohnung alle Zimmertüren austauschen. Vom dunkelbraunen Maserungs-Charme der End-80er hin zum schicken, schlichten weiß. Im Vorfeld hatten wir uns von zwei Firmen Angebote erstellen lassen. Ich freu mich drauf!

Und abends verbrachte ich mit Rinja und einigen anderen Frauen einen tollen Geburtstagsfeierabend bei Jazzi. Sie lud zum marokkanischen Essen ein. Und das war sooo lecker! Danke nochmal für den schönen Abend!

Samstagvormittag haben wir für Evchen neue Sommerschuhe gekauft. Auf Empfehlung von anderen Mamis sind wir in ein Fachgeschäft in der Nachbarstadt gefahren. Riesiges Angebot, ganz tolle Auswahl, klasse Beratung. Innerhalb kürzester Zeit haben wir mit einem Paar Superfit (offene Halbschuhe) sowie einem Paar Geox (sehr offenen Sandalen) und ein paar Euronen weniger im Geldbeutel den Laden wieder verlassen. Ich geh niemehr woanders hin!
Nachmittags hatten wir Gäste und haben zum Abend hin gegrillt. Sehr entspannte Zeit!

Und gestern waren wir zum ersten Mal beim Sonnenhof. Wen es interessiert: www.dersonnenhof.com Das ist ja mal was ganz Tolles! Bauerhof, Hofladen, Cafe, Gärtnerei, Tiere, Wiesen, Spielplatz mit Möglichkeit, im Stroh zu spielen, Grillstellen, Kutsch- und Traktorfahrten, Pony- und Eselreiten. Kein Eintritt, man kann eigene Verpflegung mit bringen und dort vorzehren, sogar grillen. Evchen und ihre kleine Freundin, sowie deren Eltern und uns hat es richtig gut gefallen. Knappe vier Stunden waren wir dort.

Eva schläft immer noch nachts in unserem Bett. Wir leben Familienbett. Ob wir wollen oder nicht. Naja, wenn wir nicht wollten, dann müssten wir mit Härte und Strenge und Mordsgeschrei dagegen an. Und dazu fehlt sowohl meinem Mann als auch mir der Nerv. Immerhin schläft sie jetzt wieder in ihrem eigenen Bett ein und kommt erst Mitten in der Nacht zu uns. Gestern hat sie es auch wieder versucht, dass sie in unserem Bett einschlafen kann. Ich hatte sie dann soweit, dass sie in ihrem Zimmer bleiben muss, ich aber die Zimmertür ganz weit auflasse und sie mit ihrem kleinen Bettlicht ja noch ein Buch anschauen kann. Und hören kann sie uns auch. Als ich nach ner Weile mal über den Flur ging, lag mein kleines Mädchen mit ihrem gesamtem Bettzeug und Kopfkissen inklusive aller Kuscheltiere in ihrem Zimmer auf dem Fußboden, auf dem Teppich quer vor der Zimmertür. Sie war sozusagen noch ganz knapp in ihrem Zimmer.

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Cobra 11

Donnerstag, 26. April 2012 von daniguni

Heute in der KiTa. Ich hole Eva ab. Sie sitzt mit zwei Jungs an einem Tisch und bastelt. Wir unterhalten uns alle vier ein wenig zusammen. Die Jung sind beide 5. Der eine zurückhaltender, der andere eher forsch. Der erzählt mir dann auch plötzlich, als wir uns über Wochentage unterhalten, dass am Samstagabend Dieter Bohlen im Fernsehen kommt und erzählt mir jede Menge über den Bohlen und die Show. Ich staune. Naja, dachte ich, andere Kinder gehen halt später ins Bett als Eva. Und dass der Fernseher läuft, ist ja auch nicht eben völlig ungewöhnlich.
Aber dann erzählt er mir, dass er “nachts” mit seinem Papa immer Cobra 11 anschaut. Ich staune noch mehr. Und dass da zwei Polizisten sind, die andere mit der Pistole erschießen. Und hält sich zwei Finger an die Schläfe. Ich bin nicht mehr erstaunt. Sondern entsetzt? schockiert? fassungslos?
Wie kann man einen Fünfjährigen soetwas anschauen lassen?
Eva schaut auch fern. Altersgerecht. Sandmännchen. Mondbär. Lauras Stern.
Aber ich achte sogar darauf, dass sie keine Nachrichten anschaut. Aus Angst, dass sie da mal irgendwas überfordern könnte.

Als wir dann heimgingen, lief eine Familie (Mama, Papa, Kind) ca 50 Meter vor uns her. Das Kind, ein Mädchen, Zoe, ist vielleicht vier. Sie sieht Eva, ruft Eva und Eva läuft zu ihr. Soweit so gut. Ich komme näher und bin vorurteilsvoll. Sehr junges Paar. Er noch nicht ganz trocken hinter den Ohren, schlabberiger Jogginganzug. Sie ungepflegt, hochschwanger oder sehr dicker Bauch ( schwer zu erkennen, da gesamte Statur sehr rund), beide rauchend. Ich ertappe mich dabei, wie ich innerlich die Augenbrauen hochziehe und mich von meinem ersten Eindruck negativ beeinflussen lasse. Mein Verstand sagt mir, Dani, Du kennst sie nicht, Du kannst Dir kein Urteil erlauben. Und doch habe ich schon eins gebildet. Ein negatives. Die Mädchen kennen und mögen sich. Zoe isst trockene Toastbrotscheibe. Eva schaut mich an und sagt, sie möchte auch Brot essen. Da nimmt Zoe aus ihrem Rucksack ihre Brotdose und gibt Eva von ihrem Weißbrot. Ich schaue die Eltern höflich an, fragend, ob es in Ordnung ist. Sie nicken nur. Beim Abschied fragt mich Zoe “Darf ich Eva mal besuchen kommen?” Mein innerster, erster Gedanke war, ganz ehrlich, “nein”. Mein zweiter war schon differenzierter. Und ich sagte “Natürlich!” Da hat dann mein Verstand wieder eingesetzt.
Ich bin immer wieder erstaunt, wieviele Vorurteile in mir stecken und wie schnell ich andere Leute nur aufgrund von Äußerlichkeiten und den ersten Eindruck in Schubladen stecke. Und schäme mich ein bißchen dafür.
Andererseits hab ich leider auch schon oft die Erfahrung machen müssen, dass meine Voruteile später bestätigt wurden. Klischees erfüllt/bedient wurden.

Ach, ich will nicht wissen, was andere Leute über mich so alles denken.

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Evchens Gesprächsthemen

Donnerstag, 26. April 2012 von daniguni

zur Zeit sind:

Ich war auch in Deinem Bauch, gell Mami? Die Babies kommen aus Mamis Bauch. Waren da auch zwei drin? Ich will auch eine kleine Schwester!
Anmerkung: ihre beiden gleichaltrigen Kindergartenfreunde sind in den vergangenen Wochen beide “große” Geschwister geworden.

Gell, Papa, wenn ich groß bin, dann darf ich auch mal mit ins Fußballstadion! Und zum Handball!
Und gell, Mami, wenn ich groß bin, dann darf ich auch Kaffee und Cola trinken!

Ich hab eine Pischdole, peng peng. Und dann ist man tot.
Das kommentiere ich überhaupt nicht. Sondern staune nur.

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Bindehautentzündung

Donnerstag, 19. April 2012 von daniguni

Gestern Mittag hab ich Eva früher aus der KiTa abholen müssen. Verdacht auf Bindehautentzündung, der sich heute früh sehr deutlich bestätigte. Ich hab ihr gestern Mittag und Abend die guten und bewährten Euphrasia ins Auge tropft, hat aber im Gegensatz zu sonst, überhaupt nicht angeschlagen. Evchen ist heute früh mit ganz verklebten Augen aufgewacht. Nach dem Auswaschen mit warmem Wasser waren ihre Augen glasig, stark gerötet. Dünne Fäden zogen sich vom Ober- zum Unterlid. Mein Augen”weiß” war auch schon glibberig und mein Mann sprach von einem “komischen Gefühl” in seinen Augen.
So bin ich heute mal wieder “kindkrank” der Arbeit ferngeblieben. Um viertel vor neun konnten wir in der Kinderarztpraxis schon ein Rezept für Augentropfen abholen. Solche “Banalitäten” bearbeitet die Arzthelferin?Praxisassistentin?Thekenfrau? in der Praxis. Einfach auf meine Beschreibung hin und einen Blick in Evas Augen. Mir soll es recht sein – das Wartezimmer war voll.
Dann bin ich mit Evchen noch durch die Stadt gebummelt, wir waren Butterbrezeln essen in einem Cafe und haben einige Kinderbücher in der Bücherei angeschaut. Evchen war superlieb, ging permanent an meiner Hand, war gut gelaunt und suchte immer Körperkontakt zu mir. Auf dem Spaziergang nach Hause machten wir noch Stopp bei meiner Hausärztin. Ich wollte auch ein Rezept für die verschreibungspflichtigen Augentropfen für meine Augen. Allerdings mussten wir dort über eine Stunde warten, bis wir drankamen. Evchen hat sich superlieb im Wartezimmer verhalten und die hauptsächlich alten Herrschaften unterhalten. Sie hat allen ihr Pixi-Buch gezeigt und lautstark diverse Lieder gesungen.
Wir waren insgesamt vier Stunden unterwegs. Evchen ohne Windel. Und ohne Pipi-Unfall. Ich bin im Cafe und bei meiner Hausärztin mal mit ihr zur Toilette gegangen. Und alles war prima.
Wieder daheim haben wir gegessen und dann wollte sie auf den Spielplatz. Ich sagte ihr, dass ich nur mit ihr gehe, wenn sie jetzt erstmal einen Mittagsschlaf macht. Da steht sie auf, zieht sich aus und eine easy-up-Windel an (zum Schlafen braucht sie noch eine), legt sich im Schlafzimmer in mein Bett, erzählt ihren Kuscheltieren noch was und…schläft. Da hab ich aber gestaunt! Und mich gleich mal dazu gelegt.
Nachmittags wollte sie dann doch lieber malen statt draußen zu spielen. Und so weihten wir den Tuschekasten und die Pinsel ein, die ihr der Osterhase gebracht hat.

In den letzten Tagen geht Eva nur schwer abends ins Bett. Steht immer wieder auf. Will, dass ich bei ihr bleibe, bis sie eingeschlafen ist. Am liebsten hätte sie, dass ich mich gleich zu ihr ins Bett lege – oder noch besser, sie gleich in meinem Bett schlafen darf. Ich bin da hin und her gerissen. Zwischen “vielleicht braucht sie gerade einfach meine Nähe, meine Wärme, die Geborgenheit” und “nee, ich will das nicht, dann fordert sie es jeden Tag ein. Sie soll in ihrem Bett schlafen.” Zur Zeit gibt es jeden Abend ein mittelschweres Theater mit Weinen ihrerseits. Ich gehe mehrmals zu ihr ins Zimmer. Ich schimpfe ganz bewusst nicht, spreche aber mit ihr. Und erkläre ihr, dass jeder sein eigenes Bett hat. Das sie mich nur rufen braucht und dann komme ich. Und ich komme dann auch. Also keine leeren Versprechungen. Ich lasse ihre Zimmertür und die Wohnzimmertür auf, damit sie mich hören kann. Ich lasse im Flur das Licht an. Ich laufe gute zehn Mal zu ihr. Decke sie erneut zu, kuschel sie ein weiteres Mal, etc pp. Und gebe mir alle Mühe, ruhig und gelassen zu bleiben. Hmmm. Ich kann es nicht wirklich einschätzen, ob es nur eine Phase ist oder schon ein Einfordern ihrerseits. Dass sie seit drei (?) Woche jede Nacht (meist gegen halb zwölf) in mein Bett gekrochen kommt, muss ich nicht extra erwähnen, oder? Sie will dann auch unbedingt ihren Kopf mit auf mein Kopfkissen legen und mit mir zusammen unter meiner Bettdecke liegen. Sie hält auch ganz engen Körperkontakt mit mir. Meistens schläft sie Gott sei Dank sofort ein und schläft auch ruhig. Aber es gibt auch Nächte, ich denen sie mich mit ihrem Rumgewälze permanent weckt. Wenn ich sie schlafend in ihr Bett zurücktrage, wacht sie irgendwann später mal wieder auf und kommt wieder zu mir zurück gelaufen. Und nein, sie will dann auch nicht bei ihrem Papa sondern nur bei mir schlafen. Ich weiß auch nicht, was denn nun “richtig” wäre. Mein Bauchgefühl sagt: lass sie! Mein Verstand sagt:” Pass auf, dass sie sich das nicht angewöhnt – jede Nacht mehr, umso schlimmer wird es später, sie zurückzugewöhnen.”

Achja, und ich habe vor ein paar Tagen beim Abendessen meinem Mann tief in die Augen geschaut und sehnsüchtig zu ihm gesagt: “Schatz, ich möchte sooo gerne mal ein paar Tage mir Dir alleine in den Urlaub fahren.” Ich übertreibe nur leicht, wenn ich sage, dass mein Mann sofort seine Mutter anrief und sie fragte, ob sie sich vorstellen könnte, Eva auch mal für drei Nächte zu nehmen, statt wie sonst für eine. Ja, das könnte sie sich vorstellen, sie spricht mal mit ihrem Mann.

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Heute in der Wilhelma

Sonntag, 15. April 2012 von daniguni

Heute Vormittag waren wir in der Wilhelma (Zoo). Wir drei. Papa, Mama, Kind. Als Familienbindungsintensivierungsmaßnahme. Weil mir bewusst wurde, auch durch die Gespräche mit meiner Mami, dass wir drei zusammen eher selten was unternehmen. Also wir drei zusammen ALLEINE. Ohne andere dabei. Das hab ich mit meinem Mann besprochen und der schlug dann gleich einen Besuch in der Wilhelma und die Anschaffung einer Jahreskarte vor. Fand ich prima. Gesagt und getan!

Aber was ich eigentlich erzählen will:
Bei den Affen hab ich zufällig moni1968 getroffen. Die stand plötzlich samt Sohn neben uns und guckte, genau wie wir, neugierig ins Gehege, weil gerade eine Fütterung anstand. Über ein Jahr hatten wir keinen Kontakt mehr. Als ich sie nach ihrem Mann fragte, sagte sie, der sei daheim “bei den anderen”. Ich schaute sie irritiert an. Da erzählte sie uns, dass sie vor drei Wochen Zwillinge entbunden hat. Ein Junge und ein Mädchen. Gesund und munter. Sie hatten letztes Jahr noch einen allerletzten Versuch gewagt. Und der war ein Volltreffer. Wow!
Mein Mann guckte etwas, wie soll ich sagen, neidisch? sehnsüchtig? wehmütig? Überall um uns herum bekommen andere jetzt Geschwisterkinder oder sind schwanger. Er hätte auch sehr gerne noch ein zweites Kind. Ich kann mir das so gar nicht vorstellen. Wenn ich dann auch noch beobachte, wie geschafft die anderen aussehen, mit ihren zwei oder drei Kindern, wenn ich an den wenigen Schlaf denke, die Anstrengung – NEIN, DANKE! Dafür hätte ich keine Nerven mehr, keine Kraft, keine Geduld. Sicher, man sagt, man wächst mit seinen Aufgaben. Aber ich will gar nicht herausfinden, ob das auf mich auch passt. Für mich ist es okay so, wie es ist. Ich habe mein Wunschkind. Ich liebe mein Wunschkind. Aber mehr möchte ich nicht.

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Die letzten Tage

Freitag, 13. April 2012 von daniguni

Freier Freitag. Omama ist heute früh wieder abgereist. Schön war es wieder mit ihr. Sie passt sich so problemlos in unseren Familienalltag ein. Das Wetter hätte schöner sein können. Es war oft kalt und nass oder einfach grau.
Ich war gerade bei Zahnarzt. Das halbe Jahr war rum. Kontrolle: alles bestens. Professionelle Zahnreinigung: großes Lob für gute Zahn-/Mundhygiene.

Ich freue mich sehr mit jazzi und jazzimann über ihre Schwangerschaft. Ich leide mit Nozilla und ihrem Mann. Jeden Tag denke ich an Euch. Ich trauer mit colori. Und ich habe an Sabrina gedacht – ihr Tod ist jetzt drei Jahre her. Am 11. April erinnerte ich mich an meine erste Fehlgeburt vor sieben Jahren….

Mein Mann kam gut erholt aus seinem Wellnessurlaub zurück. Meinte aber, dass fünf Nächte echt genug gewesen wären. Ich war ja letzten Herbst vier Nächte und fand das optimal.

Ostern war normal – wie immer halt. Ich habe am Karfreitag mit Evchen hartgekochte Eier bunt gefärbt.
Ostersonntag suchte und fand sie Schokoladeneier und kleine Geschenke. Ein Teil der Großeltern hat es mit der Schenkerei in meinen Augen mal wieder übertrieben. Es ist Ostern. Und nicht Geburtstag oder Weihnachten. Ich habe ein paar Geschenke zur Seite gelegt, die bekommt Eva später mal. Evchen ist für vier Großelternpaare (meine Eltern und die Eltern meines Mannes sind seit vielen Jahren getrennt und neu verheiratet) das einzige Enkelkind. Ich möchte das Schenken nicht “verbieten” oder “reglementieren”. Undankbar möchte ich im Namen meines Kindes natürlich auch nicht rüberkommen. Mein Wunsch findet aber leider kaum Gehör.
Ostersonntag wurden wir von meinem Schwiegervater mittags in ein Restaurant zum Essen eingeladen, waren anschließend auf einem kleinen Osterfest, wo Evchen Karussel fahren konnte und dann noch Kaffee trinken und Kuchen essen. Ostermontag hat meine SchwieMa uns zum Frühstück eingeladen, das dann bis zum späten Nachmittag dauerte. Es wurde mal wieder zu viel gegessen. Aber lecker war es. Und gemütlich auch.
In unserer Wohnzimmerschrankwand standen tatsächlich 12 (!) Lindt-Osterhasen (die ganz kleinen und die bunten Schokoeier nicht mitgezählt). Und die gucken uns jetzt jeden Tag an und rufen immer lauter: iss mich!!

Ich hatte eine Woche frei. Ich habe meinen Resturlaub aus 2011 genommen und Überstunden abgebaut.

Mit meiner Mama haben wir trotz der nicht so optimalen Wetterbedingungen mal gegrillt. Wir waren zwei Mal in Stuttgart bummeln und shoppen, sind mal frühstücken gegangen. Wir haben viel mit Eva gespielt und ihre bockigen Trotzanfälle, die immer noch regelmäßig vorkommen, ausgehalten.

Ansonsten bin ich gerade so bäh. Unzufrieden mit mir. Mit meinem Mann und meiner Ehe. Ich fühle mich langweilig und gelangweilt. Schon seit längerem. Und ich warte darauf, dass die Phase mal wieder abklingt. Selbst meine Mami hat mich darauf angesprochen. Ihr ist aufgefallen, dass mein Mann und ich kaum noch miteinander reden. Und dass wir erziehungstechnisch überhaupt nicht auf einer Linie sind. Und ich selber hab gerade nicht mal die Lust, daran irgendwas zu ändern. Ich bin es müde, meinen Mann darum zu bitten, mir nicht “in den Rücken zu fallen”, wenn ich mit Eva eine konsequente Linie fahre und er ihr dann Schokolade zusteckt, damit sie sich beruhigt. In meinem Augen belohnt er sie für ihr Gebocke. Dieses Verhalten nervt mich einfach nur noch. ER nervt mich.
Ich fand es ganz interessant, wie wir von meiner Mami reflektiert wurden. Dass ich meinem Mann kaum noch anschaue/wahrnehme, kaum noch mit ihm spreche. Dass er immer introvertierter wird. Es noch mehr darauf anlegt, dass alle anderen ja zufrieden sind und sich wohlfühlen – und man ihm aber deutlich ansieht, dass es ihm nicht gefällt oder nicht seinen Interessen entspricht. Das er allgemein sehr wenig spricht. Und wenn man ihn etwas fragt, eine zwar freundliche, aber sehr kurze Antwort kommt. Und dann nichts mehr sagt.
Ich habe sogar wieder mit der Einnahme von Johanniskraut begonnen, welches ich seit letztes Jahr August wegen der Erschöpfung genommen habe. Die Dosis habe ich vor ein paar Monaten reduziert und seit ein paar Wochen habe ich es ganz abgesetzt. War wohl zu früh.

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Ooooommmm….

Mittwoch, 4. April 2012 von daniguni

Ich brauch nen Joint. Oder nen Schnaps. Oder Baldrian. Am besten alles auf einmal.

Jooonas, ich halt es nicht aus. Seit mein Mann verreist ist (oder seit meine Mami da ist), also seit vier Abenden hab ich jeden Abend über eine Stunde Geschrei, Gebrüll, Gebocke, Getobe, wenn meine Tochter zu Bett gehen soll. Ich bin kurz vorm Ausflippen. Das kenn ich nicht, dieses Theater. Damit kann ich gar nicht umgehen.

Wir essen zusammen zu Abend. Wie immer. Ich mache Eva bettfertig. Wie immer. Wir schauen zusammen Sandmännchen. Wie immer. Alles ruhig und entspannt. Wie immer. Eva rennt in ihr Zimmer mit den Worten: “Ich bin die Erste!” und klettert in ihr Bett. Wie immer. Ich singe ihr leise sechs Lieder vor. Oh Tannebaum. Bald ist Nikolausabend da. Bruder Jakob. ABC. Liebe Sonne. Guten Abend, gute Nacht. (Ja, Weihnachtslieder, was soll ich machen…??) Wie immer. Eva legt sich dabei hin, sortiert ihr Kuscheltiere, kuschelt sich in die Decke. Wie immer. Ich sage Gute Nacht, Küsschen. Wie immer. Ich gehe aus dem Zimmer. Wie immer.

Und dann geht´s los. Eva steht fünf Mal auf. Jedes Mal aus einem anderen Grund. Ich bringe sie schnurstracks zurück in ihr Bett. Rede kaum bis gar nicht mit ihr. Sie will, dass ich sie zudecke. Ihr wieder alle Lieder vorsinge. Mich zu ihr ins Bett lege, bis sie eingeschlafen ist. Den Fehler hab ich am ersten Abend gemacht. Nachgegeben und mich nach einer Stunde mit ihr ins Bett gelegt, bis sie eingeschlafen ist. Weil sie schon so aufdreht war, dass eh nichts mehr ging.

Heute nun der Gipfel. Irgendwann hab ich sie in ihrem Zimmer eingeschlossen. Nachdem ich sie fünf oder sechs Mal wieder in ihr Bett zurück gebracht habe. Bin allerdings vor ihrer Zimmertür stehen geblieben.

Ich war so genervt, dass ich irgendwann zurückgebrüllt habe. Sehr kontraproduktiv und sehr unerwachsen. Ich weiß. Aber ich musste mir Luft machen.

Eva hat getobt. Sich nackig gemacht, ihre Windel und Spielzeug durchs Zimmer geschmissen, vor Zorn gesprungen und getrampelt, mit den Fäusten geschlagen, Poster von der Wand gerissen. Ich habe sie 20 Minuten lang brüllen und toben lassen. Sie hat gekreischt. Über eine Stunde war insgesamt vergangen. Ich war inzwischen supergenervt. Zwischendurch bin ich immer mal wieder zu ihr rein, habe versucht, mit ihr zu reden. Keine Chance.

Ich war hin- und hergerissen. Zwischen konsequent bleiben und (wieder) nachgeben.

Letztendlich hat Eva und meine Vernunft gewonnen. Ich habe ein paar Mal tief eingeatmet, bin zu ihr ins Zimmer gegangen, hab mich ohne Worte zu ihr ins Bett gelegt, sie zugedeckt und in den Arm genommen. Es vergingen keine zwei Minuten, da war sie eingeschlafen.

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