Freundschaften
Ich hatte mal eine wirklich gute Freundin. War das typische Schulding: Wir saßen nebeneinander, wir machten alles zusammen, telefonierten ständig und das endete auch nicht, als sie für ihr Studium umzog.
Es veränderte sich erst, als sie ihren Freund kennenlernte. Der zwar nicht ganz mein Ding ist (aber das muß er ja auch nicht), den ich aber durchaus nett finde. Seitdem kommtsie kaum noch hierher, um uns zu besuchen. Auch wenn sie bei ihren Eltern ist- sie schafft es nie mich in ihren Zeitlan zu stopfen, verbringt dafür aber mehr Zeit mit der Person, wegen der ich Passwörter eingeführt habe. Ja, vielleicht bin ich einfach eifersüchtig. Aber ich traure. Um die Zeit, die wir hatten, um die sinnlosen Gespräche und das viele Lachen.
Ich bin jetzt auch nicht allein. Sagen wir, es hat sich verschoben: Die “beste Freundin” des Kindchens (ich bin ein fieser Möp), wegen dem ich das Tagebuch gesperrt habe, sitzt nun jedes Wochenende bei mir. Wir reden über alles und es ist wirklich toll. Ehrlich. Ich hab in Sushi einen loyalen Menschen gefunden, der für mich Partei ergreifen würde, komme was wolle (etwas dass besagte Freundin nie tat)..
Es mag dumm klingen. Und vielleicht auch wie pubertäres Geschwatze. Aber es macht mich so traurig, dass ich durch Zufall erfahren habe, dass sie zu ihrem Freund zieht. Und dass sie nicht von sich aus sagt “Ich komme in den Ferien nach Hause- hast du Zeit?”
Im Moment komme ich mir in diesem Bereich eh vor, als wären die meisten Menschen um mich rum 14. Tine stresst mich, obwohl ich seit Monaten- seit der Tagebuchsperrung- nicht mehr großartig mit ihr geredet habe. Ich reg mich so wahnsinnig darüber auf, dass sie predigt, wie unehrlich ich wegen EINES Beitrags bin, der sie nicht mal als schlechten Menschen hinstellt und ist seit dem nur noch am Lästern. Es trifft mich, weil ich sie für einen erwachseneren Menschen gehalten habe. Vor einigen Monaten behauptete sie , sie würde darüber mit mir reden wollen, aber bis jetzt tut sie das nicht.
Ich weiß nicht, warum ich die Gabe habe, mich immer in Menschen zu täuschen. Bei Fremden trügt mich meine Menschenkenntnis nie. Aber einige Menschen, die mir nahestehen, verwirren mich im Moment.
Umso mehr weiß ich die Menschen zu schätzen, die sich wirklich ls Freunde erweisen. Sushi, Bommel (der zwr meist abwesend ist, aber immer da ist, wenn Not am Mann ist) und Maricüs..
Vor allem auch, weil sie mich mehr verstehen, als ich ihnen zutraue. Sie respektieren sogar mein Tagebuch, weil es für sie logisch ist, dass man über manche Dinge unabhängige Meinungen braucht. Und dass ich zu ihnen komme, wenn ich bereit dafür bin. Es gibt schließlich auch Sachen, die ich nie hier schreiben würde, aber über die ich unbeschwert mit Freunden reden kann. Warum das einige Menschen nicht können, weiß ich nicht.
Soviele verwirrte Gedanken. Der Hase schläft..
LG Schäfchen
Eingeordnet in Das Babythema
Samstag, 22. März 2008 at 12:18
Ach Schäfchen - ich finde auch, das dieses Freundschafts-Ding manchmal ganz schon schwer ist. Erst recht, wenn sich Lebenssiutationen so sehr auseinanderentwickeln, wie das anscheinend bei Euch gerade der Fall ist. Das, was “beste Freundinnen” mal verbunden hat, löst sich urplötzlich in Luft auf und keiner weiß genau, warum.
Ich war mit Anfang 20 mal in der gleichen Situaion wie Du, allerdings mit umgekehrten Vorzeichen. Meine allerliebste, innig geliebte Busenfreundin beschloß nach dem Vordiplom, Kinder zu kriegen und zu heiraten. Warum, blieb mir damals ein totales Rätsel. Unsere Freiheit aufgeben für einen Mann, den ich nicht mochte und ein Kind, daß viiiieeeel zu früh kam (in meinen Augen) hat uns um Lichtjahre getrennt. Heute sehe ich das natürlich anders, aber damals fehlte mir jegliches Verständnis für ihre “spinnerten” Ideen.
Jahrelang habe ich mit der Situation gehadert und ihr die Schuld gegeben. Heute mache ich mir Vorwürfe, weil ich ihr nicht zur Seite gestanden habe. Sie hätte mich bestimmt gebraucht. Aber der Zug ist leider abgefahren. Unsere Leben sind einfach zu verschieden. Wir passen nicht mehr zusammen…
Was ich aber eigentlich damit sagen will: manchmal muß man Menschen gehen lassen. Das ist sehr traurig, aber nicht zu ändern. Oder man muß reden und einfordern, was an sich nicht einzufordern ist. Freundschaft ist eine freiwillige Sache und beruht immer auf Gegenseitigkeit. Ich bin auch nicht jemand, der Zuneigung und Aufmerksamkeit gut einklagen kann und schmolle lieber in meiner Ecke.
Wie wichtig ist Dir diese Freundin also? Könntest Du für sie über Deinen Schatten springen? Oder bist Du nur traurig wegen der alten Zeiten?
Da gibt es kaum einen Rat, den man geben kann…
GLG Kerstin
Samstag, 22. März 2008 at 12:30
Danke.
Ich hab ihr eine Email geschrieben. Ich hoffe, dass ich mir alles nur einbilde und wir uns halt einfach verpassen. Die Freundschaft bedeutet mir viel, weil sie der erste Mensch war, dem ich außerhalb meiner Familie vertraut habe. Ich tu mich da schwer.
LG und nochmal Danke
Schäfchen
Samstag, 22. März 2008 at 13:27
Mir gings diese Woche ganz ähnlich!
Ich drück Dich mal ganz doll
Und danke fürs Passwort!
Liebe Grüsse
Hopeful
PS: Hast Du eigentlich meins
Sonntag, 23. März 2008 at 08:26
Ich wünsche euch 3en ein schönes Osterfest.
LG Nine