4. Advent
Hätte mir letztes Jahr um diese Zeit jemand gesagt, dass ich BHs tragen würde, auf denen “hautfreundlich” steht, dann wäre ich skeptisch gewesen. Ich wäre wahrscheinlich sogar unfreundlich geworden. Und unhöflich..
Weihnachten also. So sieht es hier nicht aus, aber es muss ja nicht so aussehen, entscheidend ist, was der Kalender sagt.Seit Beginn der Schwangerschaft hatte ich ein Prickeln im Bauch, wenn ich Weihnachtskram gesehen habe. Weil ich wusste, dass wir zu dritt sein würden. Ein erhebendes Gefühl. Und jetzt ist es tatsächlich so und wir haben noch nicht mal einen Baum (aber ne tote Ente!). Die Welt hinter dem Fenster ist kalt und weiß vom Reif. Hier drin ist es muschepupuig warm. Bis auf ein paar Kerzen gibt es keine Deko.
Heiligabend werde ich bei meinen Eltern verbringen. Meine Omi, Schwesterchen und Opi freuen sich sehr über die Stunden mit Murkelchen. Meine Mama würde sich sicher auch freuen, wenn sie es denn geschafft hätte die Ärzte davon zu überzeugen,dass sie am 24. zu Hause sein will. Statt dessen bleibt sie bis zum 25.- macht Sinn, nicht? So verpasst sie ihren Enkel. Und das obwohl schon vor seiner Geburt fest stand, dass wir an Heilig Abend in Friedersdorf sein würden. Seit sie wieder länger im Krankenhaus ist, vergisst sie, dass sich das Leben außerhalb noch dreht. Ihr ist eigentlich alles egal.. “Kümmer dich mal um was für Hanna zu Weihnachten- ich kann ja nicht. Ich bin ja im Krankenhaus!”.. Immer erzählt sie wie schlecht es ihr geht und vergisst, wie schlecht es den Menschen geht, die sie brauchen, sich auf sie freuen.
Aber nach wie vor liebe ich Weihnachten. In meiner Kindheit gab es immer Streit an Heilig Abend. Traditionell. Und auch als Teenager war die Weihnachtsstimmung wenig weihnachtlich. Aber so oder so: Man hat sich vertragen bei Schweinebraten, Kartoffelsalat und Plätzchen.
Nächstes Jahr um diese Zeit ist Laurin schon ein ganzes Jahr alt. Das ist so wenig Zeit. Noch ist er sooo klein und hilflos. Mama macht alles für ihn und ich merke immer wieder, dass er nicht mehr braucht als seine Eltern (auch wenn er sein Aufmerksamkeitsfeld jetzt täglich zu erweitern scheint). Meine Brust, wenn er Hunger hat. Eine vertraute Stimme, wenn er sich allein fühlt und zwei warme Hände, wenns im Bäuchlein drückt. So anstrengend einige Tage auch sind. Aber es ist ein schönes Gefühl gebraucht zu werden. Gerade an Weihnachten.
LG Schäfchen
Eingeordnet in Das Babythema
Sonntag, 23. Dezember 2007 at 16:28
Hi Schäfchen,
unsere Familie feiert dieses Jahr auch mit einem neuen Würmchen.. Ich bin im Dez. Tante geworden (firt time)
Oh man, das ist schon echt was Besonderes.
Wünsch dir schöne Feiertage
PS Ich hoffe, ich leider nicht zu toll