Kann die Welt nicht anhalten???
Nur für eine kurze Zeit. So wie in den Stunden im Kreißsaal. Alles stoppen.
Der Minimann schläft brav. Er ist so lieb und so süß. Hat auch schon sein erstes Spiel entdeckt. “Grimassen angucken”. Er beobachtet mein Gesicht ganz genau, wenn ich Fratzen schneide. Schaut sich jedes Grübchen an. Gestern waren wir auf unserer ersten Kinderwagentour, um seine Geburtsurkunde abzuholen. Das heißt, dass ich heute Papierkram fertig machen muss. Ist ja auch wichtig, weil wir ja irgendwann wieder Geld in der Kasse brauchen… Aber okay. Das ist ein weniger großes Problem.
Kann die Welt nicht still stehen? Uns einfach eine zeitlang verschonen? Ich weiß, dass das egoistisch ist, weil sie für niemanden anhalten wird. Aber es macht mich zusätzlich fertig, dass meine Mama im Krankenhaus liegt und traurig ist, weil sie den Kleinen nicht sehen kann (irgendwie hab ich auch das Gefühl, dass man von mir jetzt häufigere Besuche erwartet. Aber Fakt ist, dass das bei 50 Minuten Autofahrt einfach noch nicht so gut realisierbar ist.) Dann meine Oma, die wirklich Entastung brauchen könnte. Sie ist seit 1985 Invalidenrentner und hat jetzt immer und immer mehr Probleme mit ihrem Blutdruck (unsenkbare 240 zu 140) und starke Schmerzen. Der nächste Infarkt ist da immer nur eine Frage der Zeit, denn im Moment pendelt sie zwischen Papierkram (die Misere mit dem Haus ist natürlich nicht vom Tisch), Alltagsarbeiten (war bei der Größe ihres Haushaltes locker den Rahmen fitter 20jähriger sprengt) und dem Dessauer Krankenhaus (verbunden mit der Wut und den Sorgen um die eigene Tochter). Der kleine Enkel ist da eine schöne Abwechslung, aber nicht so ot verfügbar, weil wir uns eben nicht eingewöhnen und ich merke, dass ich die Außenwelt noch nicht an mich ranlassen will.
So schön könnte es mittlerweile sein, wenn die Welt mal still halten würde. So ruhig in meinem Kopf. Aber seltsamer Weise funktioniert das mit dem Wochenbett nicht. 9 Tage nach Laurins Geburt bricht das Chaos doch wieder ein. Und alles will und muss.
LG Schäfchen
Eingeordnet in Alles, ganz Allgemein!
Mittwoch, 19. Dezember 2007 at 11:20
Liebes Schäfchen!
Kerstin
Wenn ich das so lese, habe ich das Gefühl, die ganzen Probleme Deiner Familie lasten auf Deinen Schultern. Ist das so? Bist Du die einzige Erwachsene, die gesund und fit genug ist, um mit dem Alltag fertig zu werden? Auch mit dem Deiner Verwandtschaft?
Ich denke, Du solltest lernen, etwas – nur ein klein wenig – egoistischer zu sein. Diese erste Zeit mit Deinem Sohn bringt dir niemand zurück und als frischgebackene Mutter hast Du doch auch Grenzen, oder? Muß man da nicht auch mal sagen dürfen “Stop – bis hierhin und nicht weiter!” Vielleicht geht das auch nicht – ich kenne die Verhältnisse nicht. Aber jeder Mensch braucht seine Auszeiten, auch wenn die Welt nicht stillsteht…
Mittwoch, 19. Dezember 2007 at 12:42
Hallo Kerstin
Ich komme mir schon egoistisch genug vor
Leider geht es nicht, dass ich alles abschüttel. Beim Gesundheitszustand meiner Eltern ist alles nicht so leicht. Da hängt zur Zeit soooo viel dran. Immer hab ich gehofft, dass das Drama mal endet. Aber jetzt ist es schon über zwei Jahre so. Es ist schon ein bisschen tragisch. Manchmal nehme ich mir fest vor, dass ich mein Leben leben will. Aber dann kommt mein Pflichtbewusstsein wieder durch und ich fange wieder an mich mehr um den Kram meiner Eltern zu kümmern, als um meinen. Meine kleine Schwester wird dabei immer mehr zur Hilfe, aber andererseits will ich das gar nicht, weil sie sich nicht so fühlen soll wie ich. Sie ist erst 19- da sollten andere Sachen zählen.
LG Schäfchen
Donnerstag, 20. Dezember 2007 at 15:35
Ich habe mir gerade die neuen Bilder von Laurin angesehen *schwärm*
Zum Knutschen.
Lass dich von deiner Familie nicht um die Eingewönungszeit “in Frieden” und um die ruhige Weihnachtszeit mit Murkelchen bringen!
Geniesse, es kommt nicht mehr zurück, was du versäumst, wenn du dich von allen Problemen auffressen lässt.
Wie du schon schreibst
-niemand lässt die Zeit still stehen-
-und niemand dreht sie zurück-
LG Nine
Freitag, 21. Dezember 2007 at 13:18
Hi Schäfchen,

endlich komme ich dazu, Euch zu gratulieren. Euer Sohn ist so niedlich. Den habt Ihr wirklich gut hinbekommen.
Ich wünsche ihm ein langes und vor allem ein glückliches Leben. Willkommen im Leben, Kleiner
Ich drücke Euch aus der Fern, liebe Grüße
January