Schäfchens Allerlei

Über die Hindernisse des Alltags und das Bienchen

Manchmal will ich sie an die Wand klatschen!

Samstag, 1. September 2007 von Sheepchen

Meine Mama raubt mir die Nerven.
Auch der Fernseher meiner Eltern stirbt. Und gestern Abend habe ich daher von einem Angebot in Leipzig erzählt. Wurde sofort angehalten, herauszufinden, wo das ist und wie man die Leute da erreichen könnte. Genau das habe ich gemacht.
Ich rief also an und diktierte meinem Opa die Telefonnummer, die Adresse und die Öffnungszeiten.

Jetzt ruft mein Opa an und erklärt mir, dass sie sich das erstmal nicht leisten können. Und ich darum nicht ihren alten TV bekommen kann (war nie wirklich die Rede von, denn der ist 11 Jahre alt- damit drei älter als meiner- und geht nicht immer an). Ich find das nicht schlimm: Kommt Zeit, kommt Rat.  Und erstmal habe ich ja den Kleinen noch. Das reicht doch erstmal (hab ja ein gutes Fernglas). Mein armer Opa war schon ganz kleinlaut am Telefon und im Hintergrund Gezeter. Typisch meine Eltern. Sie sind der Meinung Frauen müssten alle Entscheidungen treffen und alle anderen Vorschläge (mein Opa wollte am Montag nen TV dort holen, weil das Angebot nicht ewig gilt) sind schlecht.. Wahrscheinlich hasse ich es deshalb so, dass ich immer alles entscheiden soll. Wir legen auf.
2 Minuten später klingelt das Telefon “Musste das sein! Wir haben kein Geld! Ich muss noch das Heizöl bezahlen und deine Schwester will im Oktober den Führerschein anfangen! Wie kannst du nur so sein- kommst damit jetzt an! Nur weil deiner jetzt kaputt ist!” In aller Kürze teilte ich ihr mit, dass ich auf ihren Wunsch gehandelt habe. Dass ich das nicht mehr tun werde. Und dass sie aufhören soll MIR von Geldproblemen zu erzählen.

Eltern sind nun mal Eltern. Und sie helfen mir auf ihre Weise. Sie laden zum Mittagessen ein. Oder geben uns Katzenfutter. Aber das Ding ist einfach, dass sie sich in ihrem Elend suhlen. Ja, es läuft nicht optimal. Aber es läuft gut genug um sparen zu können. Und das ist etwas, was wir nicht können. Ich schaffe es mit Müh und Not 10€ mit in den nächsten Monat zu schleifen. Und dann bin ich stolz drauf. Meine Eltern dagegen haben ein großes Dispo, das weitestgehend unberührt ist. Einmal haben sie es mit 800€ belastet und es geschafft es innerhalb von einem Monat wieder auszugleichen. Aber trotzdem muss man dann klagen. Man muss sich beschweren, dass das Geld so knapp war in diesem einen Monat. Und dass man ständig aufs Geld gucken muss, um sich was leisten zu können und und und.. Dabei vergessen sie, dass sie in einem Haus wohnen. 500qm Grundstück dahinter haben. Katzen und Kaninchen haben. Zwei Autos. Immer einen vollen Kühlschrank. Freunde. Und Liebe.
Es läuft halt nicht immer alles, wie man will. Seit ich 18 bin ist die schöne Zeit vorbei. Die ganzen Geburtstagskarten “Jetzt geht der Ärger los! Jetzt biste für alles selbst verantworlich..” meinten es sicher nicht so bitterernst. Aber es ist ein Fakt. Plötzlich war da so viel Stress und Ärger. Und ich musste plötzlich so viel leisten und lernen. Und ich muss so oft da sein und sagen, dass es wieder gut wird. Dabei fragen sie nie “Wie geht es dir?” und meinen es so.. Denn wenn sie fragen, dann, damit ich sage.. “Ganz gut- und euch” und sie mir erzählen können, wie hoch ihr Blutdruck und wie niedrig der Kontostand ist.
Und an Tagen wie diesem, bin ich dann Schuld.. Ich bin schuld, weil irgendwas nicht klappt.

LG Schäfchen



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