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Wer ich bin…

Freitag, 14 November 2008

Wer ich bin….

Ich bin nicht unverschämt, weil ich
sage, was ich denke.
Ich bin nicht arrogant, weil ich
manche Leute nicht mag.
Ich bin nicht eingebildet oder
abweisend, weil ich sarkastisch bin.
Ich bin nicht obszön, weil ich
direkt bin.
Ich bin nicht verbissen, weil ich
stur bin.
Ich bin nicht ignorant, weil mir
manches egal ist.
Ich bin nicht intolerant, weil ich
Abneigungen habe.
Ich bin nicht depressiv, weil ich
viel nachdenke.
Ich bin nicht naiv, weil ich mich
um Menschen sorge.
Ich bin nicht kindisch, weil ich
manchmal albern bin.
Ich bin nicht schlecht erzogen,
weil ich manchmal laut bin.
Ich bin nicht anders, weil ich
manches alleine mache.
Ich bin nicht verschlossen, weil
ich nicht jedem alles erzähle.
Ich bin nicht unwirklich, weil ich
meine eigenen Ansichten habe.
Ich bin nicht schlecht, weil ich
Macken habe oder Fehler mache.
Ich bin nicht pessimistisch, ich
bin einfach nur realistisch.

Ich bin, wer ich bin. Und das ist auch gut so!

(Quelle: unbekannt - aber definitiv geklaut :-) aber es spricht mir aus der Seele)

Geht doch.

Freitag, 14 November 2008

Der Schleimer von der Krankenkasse hat angerufen. Ob er heute bei mir vorbeikommen könne? Ich war immer noch äußerst zurückhaltend. Nein, ist schlecht heute, druckste ich herum, ich wüsste auch nicht, was das bringen solle. Und dann packte der Onkel seine Schokolade aus: Er wolle mir persönlich einen Gutschein fürs Fitnessstudio (just jenes, in dem ich mich im Präventionsprogramm abrackere) überreichen. Soso.

Wieso das auf einmal? Diesmal druckste er herum. Ja, er könne den Kurs nicht bezahlen, aber es sei ihm ganz und gar nicht egal, dass ich so sauer sei. Hä? Ich schwöre, ich kenne den Mann  nicht, hab ihn noch nie zuvor gesehen. Und dem soll ausgerechnet ich nicht egal sein?

Jedenfalls, blieb er hartnäckig, wolle er den Gutschein heute vorbeibringen. Ich habe dann was von wahrscheinlichnichtda gemurmelt, aber es interessierte ihn nicht weiter. Er schleimte munter vor sich hin - kurzum, wir einigten uns, dass er den Gutschein in den Briefkasten werfen darf, wenn ich nicht da sein sollte.

Ich bin gespannt. Wenn’s nur 20 Euro sind, wechsele ich. Der Kurs kostet 59 Euro im Monat, läuft über 3-5 Monate. Allein die geringeren Kosten für meine Medikamente, die ich dank Gewichtsabnahme schon auf die Hälfte reduzieren konnte, betragen ein Vielfaches. Da muss er schon was springen lassen. Sonst kann er noch zig Mal anrufen.

Oder lieber nicht. Bestimmt schicken die nur deshalb so einen Schleimbeutel vor, damit man aufgibt und seine Ruhe haben will. Boah, bei solchen Anrufen krieg ich immer Ekelpickel…

Gelungen.

Freitag, 14 November 2008

Der Testlauf ist schon mal gelungen. Wir hatten einen sehr lustigen Abend. So viel Spaß hatte ich lange nicht mehr. Ich habe Tränen gelacht. Und wir haben uns fest vorgenommen, das öfter zu tun. Ich freu mich drauf.

Testlauf.

Donnerstag, 13 November 2008

Heute Abend geht’s probeweise auf die Piste. Kneipenbesuch mit Freunden. Ich freu mich wie eine Schneekönigin. Ist das lange her, seit ich mal wieder allein mit Freunden aus war. “Das Mutti”, zu dem ich in den letzten Jahren mutiert bin, bleibt zu Hause, die neue alte Shusl geht zum Schwatzen und Lachen in ein Kellerlokal, das früher ihr zweites Zuhause war. Bestimmt werden wir (logisch, meine Freunde sind noch älter als ich *lol* ) den Seniorentisch bilden. Aber wir halten das aus.

Ich fühle mich sauwohl heute. Bis auf ein wenig Muskelkater aus der Muckibude, aber selbst der ist längst nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Gleich geht’s zum Frisör, mein neues Selbstbewusstsein braucht einen neuen Haarschnitt. Die langen Locken bleiben - was soll man damit auch sonst machen? Hätte ich einen Kurzhaarschnitt, würde sich jedes Haar einzeln kraus zusammenziehen. Je länger sie sind, desto dicker sind die Locken, zu denen sie sich zusammenschließen. Mal sehen, welche Ideen die Frisörmeisterin meines Vertrauens so hat.

Heute Nachmittag kommt Mogli aus dem Kiga-Forum auf einen Cappuccino vorbei. Sie muss erst mal mein neues Outfit für Samstag begutachten. Sie ist ein Schandmaul. Und grundehrlich. Wenn sie sagt, es sieht umwerfend aus, ist das auch so. Wenn sie sagt, es sieht gruselig aus, stürzt mich das in tiefe Depressionen. Dann muss ich wohl nochmal losziehen und einkaufen. Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen…

So, nun sitzt die neue Frisur. Kein Pony mehr, dafür an den Seiten etwas gestuft. Nichts revolutionär Anderes als vorher, aber das Maximale, was ohne Längenreduzierung insgesamt möglich war. Ich bin zufrieden. Nur an ohne Pony muss ich mich noch gewöhnen. Die Frisörin schaute mich irritiert von oben bis unten an: “Bei jeder Anderen würde ich jetzt fragen: Wie heißt er?” Ich bin ein bisschen rot geworden.

Mogli war da - und hat mein Outfit für gut befunden. Puh, jetzt bin ich aber erleichtert. Die neue Frisur findet sie “viel schöner”. Immerhin. Jetzt muss ich die nur noch am Samstag hinbekommen :-) Ich freu mich so!

Nun war ich auch noch mit Mogli in der Stadt ein wenig shoppen. Das war vielleicht lustig :-) Mogli meinte, ich müsse unbedingt andere Schuhe haben. Ich bin sonst eher so die Bequemtreter-Fraktion. Aber für Samstag müssen es Stiefeletten mit Absatz sein. Nicht so irre hoch, sonst schlag ich nur lang hin, sondern nur etwas höher als meine üblichen Trampler. Bingo - wir haben auf Anhieb welche gefunden. Nun kann die Party kommen…

Schleimspur.

Mittwoch, 12 November 2008

Hab Krach mit meiner Krankenkasse. Seit heute mache ich bei einer Diabetesstudie mit - will heißen, ich strampele mich im Fitnesscenter im Rahmen eines Präventionsprogramms ab. Einige Krankenkassen bezahlen ihren Mitgliedern dieses Programm. Meine nicht. Endlos hat es gedauert, das zu klären. Mir war’s dann zu blöd. Ich hab schon mal mit dem Training angefangen. Als ich heimkam, rief der Herr von der Krankenkasse an. Nein, es täte ihm leid, er könne dazu nichts bewilligen.

Mein noch relativ freundlicher Hinweis, dass andere Kassen das aber ganz offensichtlich anders sehen, wurde weggewischt. Bei ihnen gehe das nicht. Soso. Da war er bei mir richtig. Ich fauchte ins Telefon, er solle mal in seine Unterlagen schauen. Jahrelang habe ich freiwillig versichert die Höchstbeiträge gezahlt. Und jetzt ist die ganze Familie dort versichert. Aber - so versprach ich ihm schon sehr unfreundlich - ich würde mich nun sofort nach einer anderen Krankenkasse umsehen. Dann wünschte ich ihm noch ein schönes Leben und legte wutschnaubend auf. Mein Mann, der das ganze grinsend mit anhörte, meinte, aus meinen Ohren sei Dampf gekommen wie bei Grisu dem kleinen Feuerwehrmann. *rofl*

Ich hatte es schon wieder verdrängt. Da rief gerade der Mann von der Krankenkasse nochmal an. So tief ist mir lange keiner mehr reingekrochen. Gebettelt hat er geradezu. Ich solle ihm doch noch eine Chance geben, er würde sich bemühen, etwas anderes für mich möglich zu machen. Die Schleimspur hatte ungeahnte Ausmaße. Ach Gott, mein Zorn war soweit verraucht, warum also nicht was rausschlagen dabei? Ich habe zugestimmt, dass ich mit der Kündigung noch ein wenig warte. Nun bin ich gespannt. Was mag er nur aus dem Hut zaubern? Hoffentlich kein Kaninchen…..

Das Training heute war übrigens Klasse. Hat riesig Spaß gemacht. Ich werde noch eine Sportskanone im Rahmen meiner aktuellen Metamorphose. Ein wenig peinlich war’s mir, dass ausgerechnet mein Kollege gerade trainierte, als mir die Trainerin die Geräte erklärte. Der hat vielleicht gefeixt. Aber auch der wird sich noch umgucken. :-)

War noch beim Hausarzt. Und der erste Lohn meiner Bemühungen: Die Metformin-Dosis wird ab sofort halbiert. Montag ist nochmal Bluttest, wenn da alles bestens aussieht, kann ich es vielleicht sogar ganz weglassen. Ich hab ihm auch von meinen extremen Stimmungsschwankungen erzählt. In einem Augenblick total euphorisch, im nächsten tief depressiv. So bin ich nicht. So war ich nie. Und so will ich auch nicht sein. Ich geh mir ja schon selbst auf den Keks. Der Doc will die Schilddrüse am Montag mal testen. Alles ist besser, als ständig haarscharf am Abgrund entlang zu schrammen.

Chaos.

Mittwoch, 12 November 2008

Bei uns herrscht das nackte Chaos. Gruselig. In der Diele steht das Boot samt Motor. In Einzelteilen. Es riecht auch lecker nach Benzin. Im Garten liegen unter Planen Tonnen von Krimskrams jeglicher Art und Größe. Wir haben die Garage ausgeräumt. Komplett. Und ich habe - soweit ich mich erinnern kann - zum ersten Mal das Fenster dort putzen können. Denn bisher kam ich nie dran. Vor lauter Gerümpel.

Morgen um 7.30 Uhr stehen die Zimmerleute vor der Tür. Unsere Garage mit Satteldach bekommt eine Zwischendecke. Bisher war die Garage bis oben unters Dach offen. Verschenkter Raum, fanden wir. Und jetzt wollen wir den oberen Teil nach Kräften fürs Gerümpel nutzen. Ich freu mich drauf. Denn dann habe ich Grund zur Hoffnung, dass ab Freitag mein Auto endlich mal in die Garage passen kann. Bisher konnte ich phasenweise zwar in die Garage fahren, konnte dann aber wegen eines großen Regals voller Gartenzeug die Tür nicht öffnen. Damit hatte ich auch nicht so richtig was gewonnen.

Ich freu mich wie ein Schnitzel. Nie mehr Eiskratzen!

Charly ist tot.

Dienstag, 11 November 2008

Charly Neumann ist tot. Er war ein Schalker wie kein Zweiter. Er war die gute Seele für die Mannschaft. Viel, viel mehr als ein Betreuer. Über viele Jahre hinweg. Nach langer Krankheit ist er heute gestorben.

Blau und Weiß das ist die Farbe von ganz oben. Blau und Weiß das ist der Himmel im Revier. Blau und Weiß das ist die Königin mit Schrammen im Gesicht….

Die Fahnen hängen auf Halbmast. Die Knappen spielen am Samstag mit Trauerflor. Für Charly. Und im Himmel leuchtet jetzt ein Stern besonders hell - in Blau und Weiß. Für Charly. Ein Original. Mit Ecken und Kanten. Unvergesslich und unvergessen.

Nix Konkretes.

Dienstag, 11 November 2008

Der Eiertanz geht weiter. Nichts Konkretes gab es heute. O-Ton: “Es stimmt. Wir werden uns von Menschen trennen. Aber wir werden ihnen in die Augen schauen.” Toll. Das beeindruckt den Sachbearbeiter beim Arbeitsamt sicher mächtig. Erst am 2.12. wird ein Konzept vorgelegt. Und dann sollen wir uns auch noch einbringen dürfen. Ich lach mich jetzt schon schlapp. Das Konzept ist dann nämlich schon fix und fertig. Da möchte ich zu gern wissen, wie man sich da noch einbringen kann…

Es ist zum Davonlaufen. Wenn wenigtens mal jemand sagen würde, was nun angesagt ist. Aber nein, wir sollen weiter mürbe gemacht werden. Erst mal den Worst Case androhen, den großen Aufschrei aussitzen - und dann eine Nummer kleiner hurtig als brilliante Lösung verkaufen. Das stinkt zum Himmel.

Das Grauen.

Dienstag, 11 November 2008

Heute kann ich jeden verfügbaren Daumen gebrauchen. Ich schlüpfe jetzt in mein Superwoman-Kostüm, werfe das extra dicke Selbstschutzmäntelchen über, lege die Kriegsbemalung auf und murmele mein Tages-Mantra: “Ich werde nicht heulen. Ich werde nicht heulen. Ich werde nicht heulen. Ich werde…” Denn sonst fühle ich mich nicht nur grauenvoll, sondern sehe auch noch genauso aus.

Heute ist Streichkonzert. Betriebsversammlung. Und vielleicht erfahre ich heute, ob es meinem Job an den Kragen geht. Oder wahlweise mir. Nichts Genaues weiß man  nicht. Wie war noch gleich mein Mantra?

Gespür.

Montag, 10 November 2008

Mein Kleiner hat ganz feine Antennen für das, was seine Mama am Nötigsten braucht gerade. Gestern auf einem Kunsthandwerkermarkt sah ich mir hinreißenden Schmuck an. Junior stand neben mir, schaute mich mit großen Augan an und sagte: “Mama, du bist so schön, du brauchst keinen Schmuck.”

Heute Morgen legte er noch eins nach; “Mama, bleib so. An dir ist einfach alles schön.” Ach, mein kleiner Goldschatz. Schüttet Balsam auf meine geschundene Seele…