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Runderneuert.

Donnerstag, 4 September 2008

Unsere Fische haben’s richtig gut. Ich habe heute das Aquarium runderneuert. Nachdem es in den letzten Wochen sei dem Urlaub total verlottert ist, wurde es höchste Zeit. Die alten Pflanzen, die dick mit Algen bewachsen waren, habe ich rausgerissen. Schwierig gestaltete sich der Umzug der beiden Netzschmerlen. Die habe ich mal winzig klein gekauft, damit sie unsere Schnecken wegfressen konnten. Haben sie auch gemacht. Aber leider sind sie mordsmäßig gewachsen. Und sie haben die anderen Fische permanent durchs Becken gehetzt. Die Welse hat’s dabei schon einen nach dem anderen geschmissen. Die Neons sind auch alle weg. Übrig waren nun nur drei Keilfleckbarben und vier Neonsalmler.

Zwei Netzschmerlen lassen sich aber leider ausgesprochen ungern einfangen. Aber da ich sowieso die Deko und die Pflanzen aus dem Becken geräumt habe, war’s nicht mehr ganz so schwierig. Der Aquarianer im Raiffeisenmarkt hat sich bereit erklärt, die beiden Schmerlen zu übernehmen. Im Gegenzug habe ich dann zwei indische Algenfresserfische zum halben Preis bekommen.

Aber bevor die neuen Fische einziehen durften, habe ich erst mal mit Hingabe das Aquarium neu eingerichtet. Einen neuen Regenbogenstein mit Durchschwimmloch und eine Amphore hatte ich schon neu gekauft. Heute kamen die Pflanzen mit der Post. Sehr schönes Set. Nicht zu viele, nicht zu groß - gerade richtig für unser Becken.

Jetzt sieht’s wieder aus wie neu. Wie frisch eingerichtet. Und wir hocken ganz fasziniert davor und freuen uns, dass die Fische ihre Ruhe ohne die Schmerlen genießen. Sie erkunden ganz hingerissen den neuen Dschungel. Und die indischen Algenfresser tun brav das, was ich von ihnen erwartet habe. Sie mampfen Algen aus allen Ecken, vom Kies und von der einzigen verbliebenen alten Pflanze.

Gequasselt.

Mittwoch, 3 September 2008

Es gibt ein untrügliches Zeichen, dass es Junior wieder besser geht: Er quasselt ohne Unterlass. Den ganzen lieben langen Tag. Heute Nacht hat er nochmal das gesamte Essen, das er mit großem Appetit zum Abendbrot in sich hinein gestopft hatte, von sich gegeben. Seitdem ist Ruhe. Er durfte aus Krankheitsgründen in unserem Bett schlafen - und wir haben meiner Mutter und dem lieben Gott für die Entscheidung fürs 2×2-Meter-Bett gedankt. So passen wir problemlos alle rein und können auch noch alle schlafen.

Geschlafen haben Junior und ich nicht so ausgiebig lange. Er wimmerte vor Bauchweh und warf sich hin und her. Mich quälte ab 4.15 Uhr heftige Migräne. Dank Nux-vomica-Kügelchen brauchte ich wenigstens den Eimer nicht. Inzwischen geht’s auch schon wieder.

Frühstück und Mittagessen hat Junior problemlos vertragen. Bauchweh ist auch weg. Ich hoffe mal, dass das Thema somit erledigt ist. Er hat den ganzen Tag wunderschön gespielt - und dabei ohne Unterlasse gequasselt. Unglaublich, wieviele Worte aus so einem kleinen Mund strömen können. Ich kann mich noch dunkel erinnern an Zeiten, als ich sehnsüchtig darauf gewartet habe, dass er endlich spricht. Er tat das sehr früh und sehr ausgiebig. Hätte ich gewusst, wieviel er mal spricht, hätte ich die wortlose Zeit vorsorglich genossen. Wusste ich aber nicht. Ich glaube, sein Mund führt ein Eigenleben. Wenn er einschläft, quasselt er noch ein Weilchen weiter, ehe auch das kleine Plappermäulchen sich zum Schlafen entspannt. Er spricht sogar im Schlaf. Ich verstehe es nicht immer, er tut es auch nicht die ganze Zeit. Aber ich bin schon zig Mal nachts aufgewacht, weil er mich vollgelabert hat. Das höre ich sogar, wenn er in seinem Zimmer nächtigt.

Ich bin ja froh und dankbar, dass er sich so gut ausdrücken kann, so einen enormen Wortschatz hat. Aber so ab und zu könnte er doch wenigstens mal für Sekunden die Klappe halten… Aber wie sagte seine frühere Klassenlehrerin lachend: “Er ist eben so. Man muss ihn so annehmen.” Im Zeugnis stand, er habe noch Schwierigkeiten damit, sein Mitteilungsbedürfnis ein wenig zurückzustellen. Mit anderen Worten: Er quasselt ständig dazwischen, wenn ihm was einfällt. Ach was…

Und heute hat er mich schwindelig gelabert. Immerhin sah er sich in der Lage, die Hausaufgaben der versäumten Schultage zu erledigen. Und dann haben wir noch 1×1-Memory gespielt - das stammt noch aus meiner Kindheit. Das riecht förmlich nach frühen siebziger Jahren - und so sieht es irgendwie auch aus. Aber da sich am 1×1 nichts geändert hat, kann man das noch wunderbar einsetzen. Hat Spaß gemacht.

Völlig matt.

Dienstag, 2 September 2008

Wie er heute aussieht, mag ich gar nicht beschreiben. Junior hat’s fies erwischt. Nach der zweiten Stunde rief die Klassenlehrerin an. Er hat in die Klasse gebrochen. Armes Kerlchen. Den restlichen Tag ging es so weiter. Dann hat er zwei Stunden geschlafen. Und nun sieht er noch aus wie ein Häuflein Elend, fühlt sich aber ein wenig besser.

Matt.

Montag, 1 September 2008

Das war ein aufregender Tag. Juniors erstes Schachturnier. Ich hatte an ein paar Kinder gedacht, die ein paar Runden Schach spielen. Weit gefehlt! Ein Riesensaal. Voll gestellt mit langen Tischen. Und 300 Jungen und Mädchen zwischen 5 und 18 Jahren. Junior war schier erschlagen von diesem Auftrieb. Ganz klein und zusammengesunken hockte er an dem ihm zugeteilten Brett und wartete auf seinen Gegner. Mir brach es das Herz, als ich ihn so bibbern sah. Eltern durften während der Runden nicht im Spielbereich rumschwirren, so musste ich von einer Empore aus hilflos zuschauen.

Die Aufregung schlug auch gleich auf die Konzentration durch. Junior schaute interessiert, was an den anderen Brettern der U8 so passierte, während sein eigenes Spiel langsam, aber sicher in die Wicken ging. Völlig entsetzt schaute er seinen Gegner an, als der plötzlich “Schach matt” quiekte.

In der Pause dann ein wenig Trostkuscheln. Er war ganz aufgeregt, wollte bloß die nächste Runde nicht verpassen. Hurtig rannte Junior in den Saal, um nachzuschauen, ob die Liste der Begegnungen in Runde 2 schon hing. Schnauzte ihn ein Schiedsrichter an: “Der Aufenthalt im Spielbereich ist nach Ende des eigenen Spiels nicht erlaubt. Das gibt fünf Minuten Zeitabzug für dich!” Kreidebleich wankte der kleine Mann nach draußen. In meinen Armen brachen die Tränen aus ihm heraus. Er schluchzte und schluchzte, war gar nicht zu beruhigen. Ich wieder mit ihm rein. Die Liste hing dann, Sohn fand seinen Platz am neuen Brett und seinen neuen Gegner. Er heulte unverändert voller Verzweiflung weiter. Dann habe ich mir den nächstbesten Schiedsrichter zwecks Klärung der Situation gepackt. Der schaute mich irritiert an und kicherte: “Das war doch nur ein Scherz!” Haha. Mit einem Siebenjährigen bei seinem allerersten Schachturnier sollte man nicht scherzen. Niemals. Ich habe mir den Schiri am Kragen gepackt und ihn zu meinem Häuflein Elend geschleift. Der hat ihm dann zähneknirschend geschworen, dass das nicht ernst gemeint war und er die volle Zeit spielen darf.

Mit der Konzentration war’s dann natürlich dahin. Logisch, Spiel 2 ging auch daneben. Und in der Pause flossen wieder dicke Tränen. “Ich hab keine Lust mehr, ich verliere ja doch immer”, wimmerte er in meinen Armen. Eine Bekannte aus dem Schachverein sah uns und kam herbei. “Weißt du, mein Sohn hat in seinem ersten Schachturnier keinen einzigen Punkt geholt. Da dachten wir schon, das wär’s mit dem Schachspielen, so traurig war er”, erzählte sie. Sohn straffte die Schultern. Deren Sohn ist sein Schach-Idol, er spielt mittlerweile in einem großen Verein auswärts, trainiert täglich mehrere Stunden. Und der hatte in seinem ersten Turnier auch nicht mehr Glück. Ich konnte zusehen, wie mein kleiner Junge wuchs.

Runde 3 ging schon wieder ganz schlecht los. Sohn hatte vor lauter Heulen vergessen, aufs Klo zu gehen. Und er musste ganz nötig. Mitten im Spiel hampelte er auf seinem Stuhl herum, sodass ich dem Schiedsrichter zuraunte, er solle ihm kurz erklären, dass er auch während des Spiels zur Toilette gehen dürfe. Doch Junior wollte nicht. Er sah seine Felle davonschwimmen, fing mitten im Spiel zu weinen an, schlug sich verzweifelt mit der Hand vor den Kopf. Dabei stand er gar nicht schlecht mit einem Turm und einem König, während der Gegner nur noch einen König hatte. Aber er war so verkrampft und nervös, dass er die Chance gar nicht sah. Am Freitag noch hat er im Training Matt mit einem Turm geübt - und nun das. Ein flehender Blick traf mich auf der Balustrade. Dann machte es plötzlich “klick” - und er spielte den trainierten Zug perfekt. Eine kleine Faust reckte sich empor und ein “Ja!” erklang. Eher unüblich beim Schach. Aber ich gestehe, ich habe in bester Fußballfanmanier ein kleines Tänzchen aufgeführt. Was für eine Erleichterung!

Sohn rannte zur Turnierleitung, meldete - strahlend wie ein Honigkuchenpferd - seinen Sieg und flitzte zum Brett zurück, um die Figuren wieder aufzustellen. Das macht man nämlich beim Turnier so. Erst danach flog er in meine Arme - und dann wie der Blitz zur Toilette. Gerade noch rechtzeitig.

Überglücklich hopste er über das Außengelände. Hochmotiviert stürzte er sich ins nächste Spiel - und gewann erneut. Dann riss die Glückssträhne. Aber da war’s ihm egal. Er hatte schon 2 Punkte! Und sein Idol hatte keinen einzigen. Dazu gesellte sich im Turnierverlauf noch ein dritter Punkt in einer spielfreien Runde.

Junior war selig. Er hatte 3 Punkte. Und: Er wurde nicht Letzter. Davor hatte er große Angst. Das Schönste: Er hat eine Medaille bekommen. Die gab’s für jeden Teilnehmer, aber das ist einem Siebenjährigen wurscht. Die Medaille ist im Moment sein liebster Schatz, den er hütet wie seinen Augapfel.

Premiere.

Freitag, 29 August 2008

Morgen ist ein großer Tag. Hoffentlich. Sohn nimmt zum ersten Mal in seinem Leben an einem Schachturnier teil. Er geht seit einigen Monaten zum Schachverein, trainiert jede Woche. Es macht ihm riesig Spaß. Der Trainer ist ganz begeistert von ihm und fördert ihn nach Kräften. Und nun hat er ihn bei einem überregionalen Turnier angemeldet. Morgen früh um kurz 8 Uhr fahren wir los. Meldeschluss ist um 10.30  Uhr, Beginn um 11 Uhr und Siegerehrung um 18 Uhr. Ein langer Tag. Junior ist sowas von aufgeregt. Er kann natürlich nicht einschlafen. Es ist sein erstes Turnier. Ich habe ihm eben noch eindringlich gesagt, dass es ganz egal ist, welchen Platz er belegt. Hauptsache, er gibt sich richtig Mühe und konzentriert sich beim Spielen. Ein Glück, dass es für alle Teilnehmer Medaillen und Sachpreise gibt. Somit wird er auf jeden Fall nicht  mit leeren Händen heimkommen.

Und ich weiß jetzt schon: Es wird wieder viel zu warm sein, wir werden zu wenig trinken, zu spät essen - und dann auch noch irgendein pappiges Zeug futtern. Die Folge werden bei mir fette Kopfschmerzen sein. Aber gut. Was tut man nicht alles. Ich  habe vorsorglich Wasserflaschen und Kekse eingepackt, morgen kommen noch ein paar Brote und Obst dazu. Wär doch gelacht, wenn wir ihn nicht mit Vitaminen ein wenig dopen könnten :-) . Und über die Freude, wenn er unter den ersten Fünf landen und einen Pokal gewinnen würde, muss ich wohl nichts schreiben… Also drückt ihm bitte mal ganz feste die Daumen!

Aufgeklebt.

Freitag, 29 August 2008

Heute ist der Tag des Autoaufklebers. Jedenfalls fallen mir heute die dollsten Sprüche auf Vehikeln auf. Erster Fall: “Rettet die Wälder, esst mehr Spechte.” Nun ja. Keine schlechte Idee. Der nächste großformatige Hinweis passte ganz eindeutig zum Fahrer und seinem Fahrstil: “Sie meinen,  ich könnte kein Auto fahren? Dann müssten Sie erst mal sehen, wie ich reite!” Mein erster Gedanke: Oh Gott, das arme Pferd.

Die Krönung allerdings - da war wohl Chubby Checker mit dem großen Plan im Sack  oder der Motivationstrainer am Werke: “Ich habe mich für mein Glück entschieden”, stand auf einem außerordentlich großen Aufkleber. Und wo prangte der? Nicht etwa auf der Heckscheibe, sondern mitten auf dem Lenkrad. Ob der Mann das sonst vergisst?

Kopfsalat.

Donnerstag, 28 August 2008

Daran, dass die Studenten klammheimlich sprachlich zu Studierenden mutiert sind, haben wir uns zwangsläufig gewöhnt. Eine neue Variante eines alten Wortes haben wir in dieser Woche auf den Tisch bekommen: Da ist nicht mehr die Rede von schnöden Mitarbeitern, meinetwegen auch noch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Wobei ich persönlich, die jahrelang ein Abo des Emanzen-Blattes Emma hatte, darauf keinen Wert lege.
 Nein, in einer Pressemitteilung ist nun ganz vornehm von „Mitarbeitenden” die Rede. Und was soll das? Weiß mal wieder kein Mensch. Bestimmt entstand das in einer Gesprächsrunde, in der zum Kennenlernen im Stuhlkreis ein Wollknäuel geworfen wurde, um ein Netz der Vertrautheit zu weben.

Ich warte schon auf den Tag, an dem aus Pfadfindern Pfadfindende werden. Und aus Besuchern Besuchende.

*grmpf*

Mittwoch, 27 August 2008

In Julians Klasse läuft gerade ein Ernährungsprojekt. Sie lernen jede Woche in zwei Schulstunden, wie man sich vernünftig ernährt, bereiten gemeinsam Essen zu. Und zum Schluss sollen sie den Ernährungsführerschein schaffen. Die Zutaten bringen die Kinder von zu Hause mit.
Gestern auf der Liste: Kräuterquark. Ich habe mich schon gewundert, dass da nicht Quark und Kräuter stand. Zubereiten sollten die Kinder das doch eigentlich selbst. Dachte ich jedenfalls. Aber da stand Kräuterquark. Nun gibt’s ja lactosefreien Quark, aber keinen fertigen Kräuterquark (die Lehrerin weiß das). Bin ich also losgesaust in den Garten, habe Kräuter gesammelt und gemeinsam mit Junior Kräuterquark angerührt. Er ist ganz stolz damit losgezogen heute Morgen. Und was macht die Klassenlehrerin? Schaut sich unseren selbstgemachten Kräuterquark an und sagt: “Ach Gott, wie drollig!” Nimmt ihm die Schale ab, geht zu der Frau, die das Projekt leitet, und kichert: “Schauen Sie mal, die haben den selbst gemacht!”
Super Ich dachte, die Kinder sollten lernen, wie man sowas selbst macht. Wenn ich dafür Fertigprodukte nehmen, kann ich auch ne Menge selbst machen. Ist somit nicht das ganze Projekt lächerlich? Können Sie auch gleich zu MCD gehen und dort was über Ernährung lernen….
Und dann macht sie sich auch noch lustig darüber, dass wir uns bemüht haben (sie hatte ihn ja nicht mal probiert, wusste also nicht, ob er scheußlich schmeckt oder so).
Was bei meinem Kind hängen bleiben wird, ist vermutlich das: Machst Du was selbst, lacht die Lehrerin über Dich.
Ich gebe zu, ich ärgere mich ziemlich darüber.

Gestartet.

Mittwoch, 27 August 2008

Glück gehabt. Wir mussten gar  kein Wollknäuel werfen. Stattdessen saßen wir in kleinen Gruppen um Tische herum und sollten aus dem Nähkästchen plaudern. Warum wir unser Kind getauft haben. Ähm, ja, das ist halt in der Familie so. Wir waren uns nur unsicher, ob wir’s evangelisch (wie mein Mann und seine Sippe) oder katholisch (wie ich und meine Sippe) taufen lassen. Aber dann entschieden wir uns für katholisch, weil ursprünglich geplant war, dass ich einen Großteil der Kindererziehung übernehmen würde. Dass mein Mann unfreiwillig 3 Jahre lang zu Hause bleiben würde, war da noch nicht absehbar. All das jedenfalls habe ich gestern Abend lieber für mich behalten. Es gab an unserem Tisch jedoch die Plapper-Mutter, die sich in jeder Runde findet. Und die übernahm für den Rest der betreten zu Boden blickenden Elternschar das Sprechen.

Nächstes Thema: Gibt’s religiöse Rituale im Familienalltag. Ähm, also wir beten abends mit dem Kleinen ein Gutenachtgebet. Aber sonst? Ich hab dann ganz vornehm geäußert, dass wir ein Gebet in unser Abendritual eingebaut haben. Ehrfürchtige Blicke. Und dann sprang die Plapper-Mutter wieder ein.

Nächster Punkt, den das Leitungsteam - vier ehrenamtliche Helferinnen und eine hauptamtliche Gemeindereferentin - für uns vorbereitet hatte: Wir sollten einen Wunsch, einen Gedanken oder was auch immer auf einen Zettel schreiben. Ohne Namen. Wenigstens das. Aber das kam mir etwas plötzlich. Außerdem war der Zettel so fitzelig klein. Wie auch immer. Meine Wünsche für mein Kind behalte ich lieber für mich. Also schrieb ich tapfer was von einer schönen Vorbereitung auf die Erstkommunion und einer schönen Feier auf mein Zettelchen. Ich bin sicher, die Eingaben der übrigen Elternteile bewegten sich auf ähnlichem Terrain.

Dann gab’s noch einen Hammer: Wir sollen künftig jeden Sonntag um 9.30 Uhr den Gottesdienst besuchen. Damit die Kinder in die Gemeinde hineinwachsen. Das  hätten sie bestimmt auch um 11 Uhr  noch tun können. Aber nein, muss ja wieder so früh sein. Mein Mann hat freundlicherweise angeboten, dass wir uns da ja abwechseln könnten. Kann wenigstens einer einen faulen Sonntagmorgen genießen.

Zum krönenden Abschluss gab’s noch einen riesigen Terminzettel mit Gruppenstunden, diversen Gottesdiensten und und und. Immerhin konnte ich mich elegant um den Job der Katechetin drücken, die zehn Gruppenstunden mit einer kleinen Kindergruppe gestalten soll. Es hatten sich schon 20 Mütter gefunden, die freiwillig mitmachen wollen. Kein schlechter Schnitt bei 43 Kindern.

Gespannt.

Dienstag, 26 August 2008

Heute ist Elternabend. Nicht irgendein Elternabend. Nein, es ist der erste Elternabend für die Eltern der Kommunionkinder. Junior geht im kommenden Jahr mit zur Kommunion. Da muss ich also heute zum Elternabend tigern. Und ich überlege schon den ganzen Tag, ob solche widerwärtigen Vorstellungsrunden heute noch angesagt sind. Muss man noch Wollknäuel werfen, um ein Netz zu flechten unter den Teilnehmern? Oder macht man das heute nicht mehr?

Neulich beim Elternabend zum Konzentrationstraining (nein, wir lassen nichts aus!) gab es eine abscheuliche Schwafelrunde. Jede Mutter (natürlich waren nur Mütter dort) sollte sagen, was sie an ihrem Kind ganz besonders toll findet. Die erste Mutter, die sich äußern sollte, gestaltete dann mit ihrer Lobhudelei die Hälfte des gesamten Elternabends.  Sie hat wirklich jeden wohlriechenden Pups ihres Sprösslings mit aufgezählt. Sehr erheiternd, wenn man’s nicht allzu ernst nimmt. Ich habe mich kurz gefasst: “Ich find’s toll, dass er offen ist und alles wissen will.” Reicht doch. Alles andere ergibt sich doch daraus. Wer will denn wissen, dass ich seine klitzekleine Kerbe oben am linken Öhrchen sowas von goldig finde? Beim Elternabend bestimmt niemand. Trotzdem schauten mich die anderen Mütter erstaunt an, als hätten sie ein Anrecht auf ein minutenlanges Statement. Pustekuchen. Aber leider hat sich keine der folgenden Mütter von meiner Vorlage begeistern lassen. Sie schwelgten tapfer weiter ausschweifend in den Vorzügen ihrer Brut.

So. Ich geh dann mal. Muss mich noch mit dem Gedanken ans Wollknäuelwerfen anfreunden.