Gestartet.
Glück gehabt. Wir mussten gar kein Wollknäuel werfen. Stattdessen saßen wir in kleinen Gruppen um Tische herum und sollten aus dem Nähkästchen plaudern. Warum wir unser Kind getauft haben. Ähm, ja, das ist halt in der Familie so. Wir waren uns nur unsicher, ob wir’s evangelisch (wie mein Mann und seine Sippe) oder katholisch (wie ich und meine Sippe) taufen lassen. Aber dann entschieden wir uns für katholisch, weil ursprünglich geplant war, dass ich einen Großteil der Kindererziehung übernehmen würde. Dass mein Mann unfreiwillig 3 Jahre lang zu Hause bleiben würde, war da noch nicht absehbar. All das jedenfalls habe ich gestern Abend lieber für mich behalten. Es gab an unserem Tisch jedoch die Plapper-Mutter, die sich in jeder Runde findet. Und die übernahm für den Rest der betreten zu Boden blickenden Elternschar das Sprechen.
Nächstes Thema: Gibt’s religiöse Rituale im Familienalltag. Ähm, also wir beten abends mit dem Kleinen ein Gutenachtgebet. Aber sonst? Ich hab dann ganz vornehm geäußert, dass wir ein Gebet in unser Abendritual eingebaut haben. Ehrfürchtige Blicke. Und dann sprang die Plapper-Mutter wieder ein.
Nächster Punkt, den das Leitungsteam - vier ehrenamtliche Helferinnen und eine hauptamtliche Gemeindereferentin - für uns vorbereitet hatte: Wir sollten einen Wunsch, einen Gedanken oder was auch immer auf einen Zettel schreiben. Ohne Namen. Wenigstens das. Aber das kam mir etwas plötzlich. Außerdem war der Zettel so fitzelig klein. Wie auch immer. Meine Wünsche für mein Kind behalte ich lieber für mich. Also schrieb ich tapfer was von einer schönen Vorbereitung auf die Erstkommunion und einer schönen Feier auf mein Zettelchen. Ich bin sicher, die Eingaben der übrigen Elternteile bewegten sich auf ähnlichem Terrain.
Dann gab’s noch einen Hammer: Wir sollen künftig jeden Sonntag um 9.30 Uhr den Gottesdienst besuchen. Damit die Kinder in die Gemeinde hineinwachsen. Das hätten sie bestimmt auch um 11 Uhr noch tun können. Aber nein, muss ja wieder so früh sein. Mein Mann hat freundlicherweise angeboten, dass wir uns da ja abwechseln könnten. Kann wenigstens einer einen faulen Sonntagmorgen genießen.
Zum krönenden Abschluss gab’s noch einen riesigen Terminzettel mit Gruppenstunden, diversen Gottesdiensten und und und. Immerhin konnte ich mich elegant um den Job der Katechetin drücken, die zehn Gruppenstunden mit einer kleinen Kindergruppe gestalten soll. Es hatten sich schon 20 Mütter gefunden, die freiwillig mitmachen wollen. Kein schlechter Schnitt bei 43 Kindern.