Geradelt.

Geschafft. Das erste Zeugnis halten wir in der Hand. Diesmal hat er noch eins von der ersten Klasse bekommen, weil er ja nur kurz in der 2. war. Es gab nichts zu meckern. Die Lehrerin hat ihn ziemlich genau beschrieben. An einer Stelle mussten wir schmunzeln: Er schaffe es manchmal nicht, seine Anliegen zeitlich etwas zurückzustellen und später zu äußern. Jo, das ist unser Junge. Quatscht dazwischen, wenn ihm was einfällt. Aber das muss er wohl lernen. Dass er noch einmal eine Lehrerin findet, die das originell findet und mit einem Lächeln quittiert, ist eher unwahrscheinlich.

Gefreut haben wir uns über die Formulierung, dass er mit seinem Wissen, seinen Fragen und seinen Ideen den Unterricht bereichere. Ui, das ist Balsam für mein Mutterherz.

Das Wichtigste aber stand ganz unten: “Versetzt in die 3. Klasse”. Junior ist überglücklich und freut sich wie ein Schneekönig. Einen Punkt haben wir aber dann doch zu beanstanden am Zeugnis: Sein Geburtsdatum ist falsch. Denn so ein Überflieger ist er nun doch nicht, dass er am 18. Mai 2008 geboren wurde und nun gleich ins dritte Schuljahr wechselt. Ich schätze, das lässt sich korrigieren…

Als Lohn für sein tolles Zeugnis hat er schon allerhand Geldgeschenke von Großeltern und Paten eingeheimst/angekündigt bekommen. Von uns hat er einen supercoolen Fahrradhelm bekommen. Einen für Erwachsene. Denn Junior hat einen “familiären Großkopf”, wie es der Arzt im Krankenhaus formulierte, der im ersten Lebensjahr herausfinden sollte, ob in seinem Schädel alles in Ordnung sei. Mit anderen Worten: Wir haben alle eine Riesenrunkel, da muss er wohl auch eine bekommen. Nun ja, irgendwo muss das ganze Hirn ja hin. :-) Und weil wir den Kopf zum Denken brauchen und nicht wollen, dass er am Bordstein zerplatzt, gab’s heute drei neue Helme für insgesamt 120 Euro. Unfassbar, wie teuer die Dinger sind. Aber bei Hutgröße 62 ist die Auswahl nicht mehr wirklich groß für mich. Mein Mann und Junior haben beide etwas kleinere Schädel, aber dafür fast schon gleich große.

Weil wir grad so im Schwung waren, habe ich mir ein neues Fahrrad gegönnt. Bisher habe ich mit einem schicken, sportlichen Mountainbike für Herren herumgequält. Sportlich ist leider nicht der erste Begriff, der mir beim Blick in den Spiegel so einfällt. Nach 10 Minuten Radeln hatte ich Nackenschmerzen, nach weiteren 10 Minuten waren beide Arme bis in die Fingerspitzen eingeschlafen. Entsprechend gering war meine Lust, Radtouren zu unternehmen. Nun wird alles besser. Ich habe mir ein Rad für ältere Damen zugelegt - zumindest sieht es so aus, finde ich. Da kann ich ganz entspannt drauf sitzen. Die Federung ist super. Der Lenker ist so hoch, dass ich keine Nackenschmerzen bekomme. Und prompt haben wir heute die erste kleine Tour gemacht. Es war klasse!


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