Archiv für Mai, 2008

Gefaltet.

Donnerstag, 15 Mai 2008

Mein erstes Mal. Ich stand vor dem Regal mit den Antifaltencremes. Meine neue Brille ist schuld. Bifocal hin oder her - ich sehe jetzt meine kleinen Augenfältchen. Ich war nicht in der Drogerie, sondern in einem ganz normalen Supermarkt. Ein riesiges Regal voller Tübchen, Tiegelchen und Schächtelchen. Unfassbar. Und ein Mittelchen teurer als das andere. Aber neue Brille hin oder her - die Auswahl hat mich derartig verwirrt, dass ich nichts gekauft habe.

Sohn meinte gestern an meinem Geburtstag: “Mama, jetzt bist du fast 50.” Meine Entgegnung, dass ich vielmehr zum 10. Mal in Folge 33 werde, hat ihn eine Weile beschäftigt. Öhm, war’s nicht doch eher das 11. Mal? Egal. Mit 43 ist man jedenfalls noch Lichtjahre von 50 entfernt!

Immerhin habe ich eine WII von meinen Männern und dem Rest der Familie geschenkt bekommen. Herrlich! Bowling, Tennis, Golf und - ganz wichtig - Boxen habe ich schon ausprobiert. Und das Balance-Board mit der WII Fit hat mich schon ganz schön ins Schwitzen gebracht. Vor allem die Messergebnisse. Gnadenlos wird das Gewicht ermittelt und angezeigt. Gut, dass man da ein Passwort einbauen kann. Aber immerhin, das Programm findet, dass ich perfekt fit bin. Zwar gnadenlos übergewichtig, aber fit. Seltsam. Mein WII-Fit-Alter beträgt angeblich zauberhafte 28 Jahre. Charmantes Gerät, diese WII. Gefällt mir. Und hält bestimmt jung.

Mein schönstes Geschenk kam - wie sollte es anders sein - natürlich von meinem Sohn. Er hat ein wunderchönes Bild gemalt von einer Sommerwiese mit einem Baum, auf dem ein Vogel sitzt. Ein Autos-verboten-Schild darf nicht fehlen. Und natürlich sitzen auf der Wiese zwei Häschen. Am Himmel fliegt ein großer Schwarm Vögel, die im Flug ein großes Herz und den Schriftzug “Mama” bilden. Ach, ich schmelze dahin…

Gefunden.

Dienstag, 13 Mai 2008

Er kann sein Glück gar nicht fassen. Junior hat ein vierblättriges Kleeblatt gefunden. Er schwebt vor Begeisterung! Und er weiß ganz genau, an welchem Tag ich zuletzt ein solches Kleeblatt am Fuße einer Burgruine fand: Am 19. Mai 2000 - jenem Tag, an dem ich erfuhr, dass ein Baby in meinem Bauch wächst. Es war unser 5. Hochzeitstag. Wir hatten meine Patentante und ihren Mann zu Besuch. Wir unternahmen einen Ausflug zu eben jener Burgruine. Und am Fuße des Berges fand ich gleich mehrerere vierblättrige Kleeblätter. Abends dann machte ich einen Test - einfach so, aus einem Gefühl heraus. Er war sowas von positiv. Und am 18. Januar 2001 kam unser kleines Wunder zur Welt.

Dieses kleine Wunder ist inzwischen ordentlich gewachsen. Und vorhin strahlte er mich überglücklich an: “Ich bin mal gespannt, was ich heute Schönes erfahre”, meinte er voller Vorfreude. Im Bett später hat er dann überlegt, was er sich wünschen würde. Ganz klar der innigste Herzenswunsch: “Dass ich fliegen kann!” Und auf Rang 2: “Dass ich dich heiraten kann, Mama.” Meinen Hinweis, dass das ohnehin nicht geht, also auch sinnlos auf seiner Wunschliste ist, wischte er weg. Platz 3: “Dass ich glücklich werde - obwohl: Glücklich werde ich sowieso. Dann doch lieber dass ich reich werde.” Auch wenn’s grad turbulent zugeht in seiner kleinen Welt - er ist sicher, das er ein glückliches Leben führen wird. Kann es besser sein? Mich jedenfalls macht diese Vorstellung glücklich. Für ihn und für uns.

Geruht.

Montag, 12 Mai 2008

Oh, was für ein gemütlicher Tag. Meine Männer waren am Stausee. Und ich hatte den ganzen Tag für mich. Erst habe ich ein wenig Hausputz gemacht - unsere Putzfee ist seit 2 Wochen krank, da geht dieser Kelch leider nicht an mir vorüber. Danach habe ich ein entspannendes Bad genommen. Mit Badekaviar. Der duftete herrlich. Im Radio lief 80er-Jahre-Musik. Neue Deutsche Welle und Konsorten. Wunderbar. Ich konnte regelrecht in Erinnerungen schwelgen. Und in einem Anfall von Nostalgie habe ich meinen Sandkastenfreund Bernie angerufen, wollte mit ihm gemeinsam schwelgen. Aber der war auf Achse. Schade eigentlich. Wir sollten mal wieder klönen.

Mit einem neuen Buch, einer Bionade Ingwer-Orange, dem Spiegel von vor zwei Wochen (ich bin Mitleserin bei unserem Mitbewohner, drum bekomme ich ihn immer erst etwas später), einem Happy-Size-Katalog und dem Telefon habe ich es mir auf der Terrasse gemütlich gemacht. Ach, was für ein herrlicher Tag. Nur ein wenig arg windig war’s. Da kommt unter der großen Markise nur bedingt Freude auf. Ich dachte schon, ich bekomme das gute Stück beim nächsten Windstoß auf den Kopf. Aber ging dann doch nochmal gut.

Einen schöne schwarzen Tee - ich liebe O’Connor’s Cream! - habe ich mir gekocht. Und das Mittagessen habe ich bereitwillig ausfallen lassen. Wer mag an so einem Tag schon für sich allein kochen? Den Spiegel und den Katalog habe ich geschafft, das Buch nur zur Hälfte. Ein wenig Farbe habe ich bekommen, obwohl ich die ganze Zeit im Schatten saß. Ein kleines Pläuschchen mit der Nachbarin war auch noch drin.

Morgen haben wir allesamt nochmal frei. Pfingstferien. Morgens geht’s auf den Markt, nachmittags in den Garten. Ich freue mich schon.

Gerührt.

Sonntag, 11 Mai 2008

Was für eine putzige Idee. Junior hat mit seiner Klasse ein Büchlein zum Muttertag gestaltet. Jedes Kind sollte aufmalen und aufschreiben, was ihm an seiner Mutter gefällt. Da kamen lustige Dinge zu Tage: “Meine Mama kukt ser oft ferensen”, schrieb Viktor. “Meine Mama arbeitet vil. Sie bakt vil. Si  kümat sich vil um uns. Si arbeitet vil”, lautete der Beitrag von Josef, der derzeit 10 Geschwister (mit steigender Tendenz) hat.

Junior schrieb: “An meiner Mutter gefällt mir ihr Lächeln, ihr Kochtalennt und dass sie mir bei den Hasen hilft.” Gezeichnet hat er mich am Tisch sitzend vorm Laptop. Das sollte mir zu denken geben…

Alle Beiträge der Kinder wurden in ein Ringheft zusammengeheftet. Das sah wirklich goldig aus. Und ich war richtig gerührt. Außerdem gab’s noch einen Gutschein für “einen ganzen Tag mit mir” von meinem Sohn. Was will ich mehr?

Besonders gefreut haben wird sich die Mama von Fellek: “Ich finde dich net, wen du schlefst.” Wenn das mal kein Kompliment ist…

Geschützt: Gefordert.

Freitag, 9 Mai 2008

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Gemeutert.

Mittwoch, 7 Mai 2008

Ein Dialog. Mal wieder.

Sohn: Mama, das ist echt gemein!

Ich: Was ist gemein?

Sohn: Der L. hat die ganze Macht über seine Eltern.

Ich: So? Hat er das?

Sohn: Ja. Der hat die ganze Macht über seine Eltern. Der darf einfach alles. Die machen alles, was er will.

Ich: Hmm.

Sohn: Und ich? Ich habe überhaupt keine Macht über Euch. Das ist echt gemein.

Ich: ????

Sohn: Ihr habt die ganze Macht und ich gar keine.

Ich: ????

Sohn: Das muss sich ändern. Das geht so nicht weiter.

Das Schlimmste: Der Junge hat recht. L. hat seine Familie voll im Griff. Alles tanzt nach seiner Pfeife. Vorhin sah ich L. draußen mit seiner Oma. Es war 20.45 Uhr. Sie pflückte Löwenzahn, er kommandierte. Morgen ist Schule. Vielleicht bin ich altmodisch. Aber Schulkinder haben um 20.45 Uhr nichts mehr außerhalb des Bettes verloren. Und unser Sohn muss weiterhin machtlos unter unseren Machenschaften leiden. Armes, armes Kind.

Gefoppt.

Mittwoch, 7 Mai 2008

Murphy ist wieder dicht an meiner Seite heute. Es begann damit, dass ich mein blütenweißes Top, das ich unter meiner uralten Lieblingsbluse trage, beim Herrichten des Kaninchenfutters mit kleinen grünen Sprenkeln verzierte. Nun ja, war so an der Seite, Bluse drüber - sieht ja keiner.

Dann saß ich eben am Schreibtisch. Unter der Holzplatte ist eine Metallstrebe. Und diese Metallstrebe hat ein Loch. Wofür auch immer. Just in dieses Loch passt haargenau ein Knopf meiner Lieblingsbluse. Da sitze ich also und schreibe vor mich hin. Das Telefon läutet, ich fahre ein Stückchen rückwärts mit meinem Stuhl - und ratsch, ist unten ein Loch in der Knopfleiste, der Knopf fliegt durch die Gegend. Menno. Meine schöne Lieblingsbluse.

Da macht es sich endlich mal bezahlt, dass ich seit 18 Jahren in der untersten Schublade meines Schreibtisches ein Näh-Set für die Reise aufbewahre. Ich habe es noch  nie zuvor benutzt. Also: Nähzeug rausgeholt. Blauer Faden ist natürlich nicht dabei. Schwarz geht sicher auch. Und während ich so den Riss zuflicke und den Knopf, der natürlich in die hinterste Ecke unserer Kommunikationsinsel geflutscht war und sich erst durch einen Krabbelausflug darunter hervorholen ließ, tapfer annähe, fällt mir ein alter Spruch aus meiner Kindheit ein: “Wer sein Zeug am Arsche flickt, hat den ganzen Tag kein Glück!”

Ich grinse noch vor mich hin - und fuchtele mit den Händen herum. Zack, schwappt mein Cappuccino über. Und natürlich landen diverse Spritzer auf meinem weißen Top. Auf dem Damen-WC wasche ich die Flecken tapfer aus. Ich hätte auf die Seife achten sollen. Die war nämlich gelb. Macht sich nicht gut auf einem weißen Top. Ich habe den gelb eingefärbten Bereich nach Kräften mit Wasser ausgewaschen. Im Damen-WC bei trübem Licht sah’s auch gut aus. Nun ist der recht große Fleck fast trocken - und sieht gelblich aus. So ein bisschen wie vollgepinkelt. Immerhin kann ich nun die Bluse zuknöpfen. Der Knopf ist ja schließlich wieder dran.

Murphy darf sich jetzt getrost ein anderes Opfer suchen. Mir langt’s für heute an Missgeschicken. Zumal aus unserem Berlin-Trip auch  nichts wird. Unser Wunschcampingplatz ist ausgebucht. Und bisher habe ich keinen anderen Campingplatz auftreiben können, der über Pfingsten einer kleinen Familie mit einem großen Wohnwagen einen Platz anbieten kann. *sauer*

Nachtrag: Nun hat ich das Thema Pfingsturlaub ganz erledigt. Meine Mutter hat die Wundrose. Wir müssen erst mal sehen, wie wir ihr jetzt helfen. Murphy, hau ab! Nun langt’s!

Geärgert.

Dienstag, 6 Mai 2008

Junior hat sich gewaltig über seinen Vater geärgert - und einen Spruch dazu abgelassen, der mich in akute Atemnot versetzte.

Der Erzeuger meines Sohnes hat nämlich schon im Februar versprochen, für die Kaninchen einen Zugang vom Stall zum Außengehege zu bauen. Die Klappe ist schon eingebaut, die habe ich gleich beim Stall-Bauer mitbestellt. Gedacht war es so, dass die Klappe gleichzeitig als Rampe fungiert und die Tiere somit tagsüber selbst entscheiden, ob sie im Stall oder im Gehege sein möchten. Soweit die Theorie. Denn die Rampe ist so hoch eingebaut, dass man sie nicht einfach direkt in das Gehege klappen kann. Das wäre ja zu einfach gewesen. Da  hätte man einfach ein Loch in den Draht des Geheges geschnitten, das Gehege ganz an den Stall rangerückt und fertig. Funktioniert aber leider nicht so. Es muss eine Art Rampe mit Einzäunung gebaut werden, damit die Häschen beim Wechsel vom Stall ins Gehege oder umgekehrt nicht abhauen können.

Mein Mann tönte, er würde sich etwas einfallen lassen. Ließ er aber nicht. Woche um Woche verging, ohne dass etwas geschah. Am Sonntag schließlich platzte mir - angesichts herrlichen Wetters - der Kragen. Meine Idee: Wir nehmen ein großes Kunststoffrohr, schneiden es auf Länge, legen es auf die Klappe, die wiederum auf Baumabschnitten steht, damit’s nicht so steil und rutschig wird. Gesagt getan. Und was macht mein Mann? Er schneidet das Rohr zu kurz ab. Nun will er das mit Draht flicken. Sagt er jedenfalls. Hat er bisher allerdings nicht getan.

Eigentlich sollten die Häschen ja jetzt munter draußen im herrlichsten Wetter herumhoppeln können. Geht aber nicht. Denn die Verbindung zum Stall fehlt ja noch. Somit geht’s  nur, wenn auch jemand daheim ist, der die Kaninchen von A nach B hebt, falles mit der Sonne zuviel wird oder es zu regnen beginnt.

Darüber hat sich Junior mächtig geärgert. Gestern Abend im Bett schaute er mich prüfend an: “Mama, warum hast du DEN geheiratet? Er sieht zwar schön aus, aber er ist ein fauler Sack!” Nachdem ich wieder atmen konnte vor lauter Lachen, habe ich dann tapfer behauptet, der Papa sei kein fauler Sack. Aber wie geht nochmal dieser Spruch? Kinder und Betrunkene sagen die Wahrheit… oder hieß es doch anders…

Geborgen.

Montag, 5 Mai 2008

Die erste Nacht im großen Stall im Garten haben sie überstanden, unsere beiden Kaninchen. Aber lausig kalt war’s. Um die 4 Grad. Und sogar mein Mann, der die Zwei ursprünglich gar nicht haben wollte, hatte Mitleid. Sie lagen eng aneinander gekuschelt, aber offenbar war ihnen trotzdem kalt. Das hat mir mein Liebster aber erst heute Abend erzählt. Denn er hat heute vor der Arbeit um 4 Uhr morgens (!) nach den Tieren geschaut. Junior hatte heute Morgen Probleme, die eiskalten Futternäpfe anzufassen und ins Haus zu tragen. Also war’s wohl wirklich nicht sonderlich warm draußen.

Mich überkam heute Abend eine spontane Welle des Mitleids. Also habe ich das Schlafhaus, die Hasentoilette und die Futternäpfe wieder ins Haus geschleppt. Und schließlich die Häschen wieder in ihren Stall im Haus getragen. Flöckchen konnte es nicht lassen und hat mich übelst gekratzt am Handgelenk. Es blutet sogar. Und weh tut’s auch. Jetzt liegen sie in gewohnter Manier quer übereinander in der Hasentoilette und ratzen genüsslich. Den eigentlichen Sinn und Zweck des Klöchens haben sie noch nicht durchblickt. Sie nutzen es als gemütlichen Schlafplatz. Aber egal. Hauptsache, die kleinen Kratzbürstchen sind glücklich…

Erschüttert.

Montag, 5 Mai 2008

Ich bin grad völlig fassungslos. Wir kämpfen so sehr, um auch nur ein Baby zu bekommen - und andere stopfen sie in eine Plastiktüte und dann ab damit für Jahrzehnte in die Kühltruhe.
http://www.derwesten.de/nachrichten/2008/5/5/news-43644863/detail.html
Bevor jetzt wieder wer ankommt, man wisse ja nicht, wieso und blabla - es ist mir sch…egal, wieso eine Mutter sowas tun kann. Ich bin einfach nur tieftraurig, dass so etwas geschehen ist.