Archiv für Mai, 2008

Gewappnet.

Samstag, 31 Mai 2008

Ruhe vor dem Sturm. Und nach dem Sturm. Gestern Abend hatten wir ein so genanntes Starkregenereignis. Man könnte auch sagen, es hat geschüttet wie aus Eimern. Den ganzen Tag über war’s diesig, schwül und irgendwie unangenehm.

Am Abend dann ein fettes Gewitter mit Sturmböen, die unsere Gartenmöbel durch die Gegend pfefferten, mein Wandelröschenbäumchen zerstörten und mein Kind wieder aus dem Bett trieben. Der Knirps setzte sich an den Schreibtisch und dichtete: “Es blitzt und pfeift der Wind, und ich bin ein Kind. Ich kann nicht schlafen und sitze auf…” Dann fiel ihm kein Wort mehr ein, das sich auf schlafen reimte. “Tomaten” fand er irgendwie doof. Also beendete er seine dichterische Phase. Stattdessen kam er runter ins Wohnzimmer und schaute mit uns Blitze an.

Nach kurzer Zeit kamen Sturzbäche vom Himmel, dass es eine wahre Pracht war. Unsere Blattläuse - von Junior liebevoll gezüchtet für die Marienkäferlarve, die er gefunden hat - haben ihren Schwimmkurs leider nicht geschafft. Aber wenigstens konnte sich die Larve retten. Der halbe Hasenstall wurde offenbar geflutet, macht ja nichts, dass wir gestern den Stall gereinigt und eine dicke Lage neuen Strohs reingepackt haben. Alles nochmal heute. Die Kaninchen hat’s  nicht geschockt, die haben ganz cool in ihrer Toilette gesessen. Darin sitzen sie nämlich am liebsten und dösen vor sich hin. Für Geschäfte jeglicher Art wird sie indes nicht genutzt. Verstehe einer die Karnickel.

Heute Morgen ist es noch herrlich ruhig. Der Zeitungsbote und das Brötchentaxi waren schon da. Meine Männer schlafen noch. Im Flur steht alles bereit für den nächsten Sturm: Heute wird Juniors Kindergeburtstag nachgefeiert. Auf dem Bauernhof. Mit einer Horde von neun kleinen Gästen zwischen 6 und 8 Jahren. Sie werden auf dem Heuboden toben, Kühe melken, Eier aus dem Hühnerstall holen, Schweine streicheln, Kuchen und Grillwurst mampfen und Stockbrot backen. Das wird hoffentlich ein superspannender Nachmittag!

Ich habe einen ganz netten Kuchen zustande gebracht. Drunter ein quadratischer Baumkuchen, drumrum Schokolade und drauf zauberhafte Zuckertiere, ein Kekszaun (mit offenem Tor, darauf hat Junior bestanden) und Bauernhoffähnchen. Und so sieht er aus:

Geschützt: Gelungen.

Montag, 26 Mai 2008

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Geschützt: Gespannt.

Sonntag, 25 Mai 2008

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Gekickt.

Samstag, 24 Mai 2008

Ich bin 43 Jahre alt. Und ich habe eine geheime Leidenschaft. Ich liebe Fußball. Nicht nur als Zuschauerin. Ich spiele für mein Leben gern Fußball. Wann immer ich einen Ball finde, kicke ich fröhlich vor mich hin. Heute habe ich mit einer Horde Knirpse im Garten meiner Mutter Fußball gespielt. Die Kinder waren so begeistert von meinen Ballkünsten, dass sie sich geradezu darum geschlagen haben, mit mir in einer Mannschaft zu spielen. Okay, im Moment bin ich alles andere als fit. Aber für ein Spielchen langt’s immer.

Ich würde ja gern häufiger Fußball spielen. So richtig. Mit erwachsenen Frauen in einer Mannschaft. Aber sowas gibt’s gar nicht. Mädchenmannschaften hat inzwischen fast jeder Dorfverein. Einige wenige Clubs verfügen auch über eine Damenmannschaft. Aber dann ist endgültig Schluss. Für Fußballerinnen über 40 gibt’s nichts. Überhaupt nichts. Nada.

Nicht mal einen Namen. Die Männer dürfen in Alte-Herren-Mannschaften auch in höherem Alter vor die Lederkugel treten. Und wir Frauen? Von Alte-Damen-Teams habe ich noch nie gehört. Vielleicht sollte ich eine gründen. Aber “Alte Damen”? Welche Frau will denn schon wachen Geistes in einer Mannschaft mit einem solchen Namen mitmischen? Da werden die fußballbegeisterten Frauen nicht unbedingt Schlange stehen. Wie wäre es mit “Powerfrauen” oder “Pfundsweiber”? Ich werde noch ein wenig darauf herumdenken. Für originelle Vorschläge bin ich dankbar.

Geschafft.

Freitag, 23 Mai 2008

Wieder eine Arbeitswoche geschafft. War eine kurze Woche diesmal. Fronleichnam war frei. Und es war unsere berüchtigte sechste Woche - Mann hat Spätschicht, ich muss arbeiten, Sohn muss bis 16 Uhr in die Ganztagsbetreuung und dann bis zu meinem Feierabend zur Tagesmutter. Die wohnt auf halbem Weg zwischen Schule und Zuhause, somit kann er das locker allein zu Fuß bewältigen.

Der Tag geht für ihn aushäusig meist bis 19 oder 19.30 Uhr. Ganz schön anstrengend für einen Siebenjährigen. Zwerg liebt diese sechste Woche trotzdem, denn er liebt seine Tagesmutter - und deren Mann. Der ist zwar Fan von Lüdenscheid-Nord, aber darüber sieht Junior großzügig hinweg. Denn der Mann ist stolzer Besitzer eines Eisenbahnzimmers - und das wiederum liebt Junior.

Heute war verschärfte Organisation angesagt. Heute war ein beweglicher Ferientag. Schulfrei also. Mein Liebster hat den Kleinen kurz vor 12 Uhr zur Tagesmutter gebracht. Opa hat ihn um 16 Uhr zum Schachverein gefahren, um 17.30 Uhr wieder abgeholt und mit heimgenommen. Da habe ich ihn dann um 19.30 Uhr wieder abgeholt. Puh. Nun ist Feierabend.

Nächste Woche habe ich frei, da muss er nicht in die Ganztagsbetreuung. Und ich habe massig zu tun. Unsere Putzfee liegt im Krankenhaus. Man hat ihr einen Tumor aus der Brust entfernt. Sie tut mir schrecklich leid. Auch wenn’s allem Anschein nach gutartig war, mag ich mir gar nicht ausmalen, was für eine furchtbare Zeit sie gerade durchmacht. Nun war sie natürlich diese Woche nicht bei uns - und entsprechend gruselig sieht’s hier aus. Morgen müssen wir den ganzen Tag zu  meiner Mutter, die ist immer noch außer Gefecht mit ihrer Wundrose am Bein. Mein Mann muss den riesigen Rasen mähen, das kann sie nun wirklich nicht. Auch ein paar andere Dinge sind noch zu erledigen bei ihr. Denn eigentlich soll sie ihr Bein hochlegen. Macht sie natürlich nicht. Aber ich hoffe, ich kann ihr wenigstens ein paar Arbeiten abnehmen.

Eingekauft  habe ich heute Morgen um 8 Uhr noch vor der Arbeit schnell. Da fluppt es besser, und man trifft weniger Leute zum Quasseln. Sonntag kommt die Wäsche dran, die schaffe ich in meiner Arbeitswoche nämlich auch nicht. Und ums Putzen komme ich wohl nicht herum. Denn so schnell kann ich keine Ersatz-Putzhilfe bekommen. Die Fenster schreien nach einem gnadenlose Putzeinsatz - aber die müssen noch warten. Da können sie sich zusammenrotten mit dem Garten - der sieht auch gruselig ungepflegt aus, die Wildkräuter breiten sich rapide aus. Aber ich habe schlicht keine Zeit. Denn: Juniors Kindergeburtstag wird am Samstag gefeiert. Da muss ich noch ein paar Dinge vorbereiten, besorgen, einpacken.

Aber trotz allem: Ich freue mich riesig auf meine freie Woche. Denn trotz Hektik habe ich immer noch viel Zeit, um ganz viel intensive Zeit mit meinem Kind zu verbringen. Was gibt es Wichtigeres?

Geschnieft.

Mittwoch, 21 Mai 2008

Jetzt werde ich merkwürdig. Entweder spielen die Hormone verrückt - was sie ja bei mir an sich ständig tun - oder es ist Vollmond. Oder das Wetter wechselt. Oder der Frühling macht mich ganz kirre. Da sehe ich im Fernsehen einen mir völlig unbekannten Mann. Dieser Mann spielt Fußball bei Chelsea. Seine Mama ist kürzlich gestorben. Und nachdem er ein Tor geschossen hat, schaut er mit roten Augen zum Himmel, widmet dieses Tor seiner Mama. Und wer heult? Ich. Ich presse mein verwirrtes Kind an mich und heule.

Das ist doch nicht normal. So war ich früher nie! Ich schwöre es. Das erste Mal kullerten schon die Tränen, als Lampard - inzwischen weiß ich, dass der Mann so heißt - vor dem Spiel mit großer Geste gen Himmel schaute und offensichtlich von Trauer  um seine Mutter ergriffen wurde. Wie gut kann ich den Mann verstehen.

Wie oft denke ich an meinen Papa. 18,5 Jahre ist er nun tot. Oft ist mir, als käme er gleich zur Tür herein und alles wäre wie immer. Aber das tut er nicht. Nie mehr. Wenigstens haben wir keinen Streit gehabt, als er so plötzlich und ohne jede Vorwarnung gehen musste. Wie wäre er stolz auf seinen kleinen Enkel, der als Mittelfeldspieler in der G-Jugend immer besser wird. Beim Training fühle ich mich Papa besonders nah. Fußball war sein Leben. Hätte ihm nicht ein Gegenspieler mit 21 das rechte Bein bei einem üblen Foul total zertrümmert, hätte er eine große Karriere vor sich gehabt. In der Kreisauswahl war er. Mittelstürmer. Ein Riesentalent. Aber mit diesem Foul endete seine Spielerlaufbahn abrupt. Da hat jemand mit einem einzigen Tritt alle Träume zerstört. Der Mann hat sich niemals entschuldigt. Auch nicht, als Papa monatelang im Krankenhaus lag. Fast ein Jahr durfte er nicht laufen.

Ach. Ist das alles lange her. Und ich vermisse ihn immer noch so sehr. Da muss nur ein fremder Fußballer daher kommen - und schon fließen die Tränen.

Geschützt.

Mittwoch, 21 Mai 2008

Eigentlich wollte ich es vermeiden. Aber nachdem es bei gewissen Themen immer mal wieder unerfreuliche Kommentare gab, habe ich mich entschlossen, bei eben diesen Themen ein Passwort einzuführen. Wer mag, bekommt das Passwort bei mir: shusl@aol.com.

Geschützt: Gespannt

Dienstag, 20 Mai 2008

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Gefreut.

Montag, 19 Mai 2008

Endlich, endlich, endlich. Mein Mann hat endlich bessere Arbeitsbedingungen. Er musste bisher 45 Stunden pro Woche arbeiten, dazu kamen je eine Stunde Hin- und Rückweg. Seit letzter Woche muss er nur noch 40 Stunden pro Woche arbeiten. Das ist eine Stunde Zeitgewinn täglich! Eine Stunde mehr Zeit für uns, für ihn, für die Familie. Und das Allerbeste: Er bekommt sogar noch eine kräftige Gehaltserhöhung. Eine Stunde weniger Arbeit pro Tag und dafür noch erheblich mehr Geld - da hat er blitzartig unterschrieben. Gottseidank.

Ich muss mich noch ein wenig daran gewöhnen, wieder mehr Zeit mit meinem Liebsten zu verbringen. Schön ist’s. Aber ziemlich ungewohnt.

Geschützt: Getraut.

Freitag, 16 Mai 2008

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