Archiv für März, 2008

Getröstet.

Samstag, 15 März 2008

Dicke Tränen gab’s heute Morgen. Nach dem Frühstück habe ich es ihm gebeichtet. “Warum nur?”, heulte er immer wieder. “Warum müssen ausgerechnet meine Kaninchen diese Krankheit kriegen?” Er tat mir so leid in all seinem Unglück.

Ich habe dann hektisch diverse Züchter abtelefoniert. Fehlanzeige durch die Bank. Entweder nur ein Tier abzugeben oder nur ältere Tiere oder gar keine. Völlig entnervt habe ich im Tierheim um die Ecke angerufen. Und oh Wunder! Sie haben zufällig zwei Zwergkaninchen-Babys. Wir sind gleich hingebratzt. Junior schaute sie kurz an und verkündete: “Ja, die würden wir dann nehmen.” Eins ist blütenweiß. Das hat er Flöckchen getauft. Und eins ist rabenschwarz. Weil es ihn an eine Gewitterwolke erinnert, heißt das nun Wölkchen. Flöckchen und Wölkchen sind Geschwister, am 9. Februar geboren. 2 bis 3 Wochen bleiben sie noch bei ihrer Mama im Tierheim, dann können sie bei uns einziehen.

So ganz ist die Trauer noch nicht verflogen. Aber er ist schon sehr froh, dass er zwei andere Tiere gefunden hat. Wir haben dann heute noch rasch kaninchen-verträgliche Holzschutzfarbe gekauft und das Außengehege angestrichen. 12 fertig montierte Teile. Jeweils ein 1,20 mal 0,60 Meter großer Holzrahmen mit viereckigem Kaninchendraht bespannt. Das wird ein ziemlich großes Gehege. Diese Woche sind schon Ferien, da werden wir den Pirk aufbauen, am Rand 30 Zentimeter tief Kaninchendraht einbuddeln, damit uns die lieben Kleinen nicht ausbüchsen. Und dann können wir auch schon das Freigehege mit Spielzeug und Tunneln gestalten. Soll ja alles schön sein, wenn Flöckchen und Wölkchen ankommen.

Alles wird gut. War dem lieben Gott wohl lieber, das zwei Häschen aus dem Tierheim ein schönes Zuhause bekommen.

Genervt.

Freitag, 14 März 2008

Auweia. Der Dachdecker-Schnösel war nur der Anfang.

Die Kaninchenzüchterin rief an. Ihre Tiere haben Verdacht auf Kaninchenschnupfen. Sie kann leiderauf keinen Fall welche abgeben. Wie soll ich das Junior beibringen? Auf der Seite der Züchterin, die sie mir empfohlen hat, gibt’s viele Abgabetiere - aber eins hässlicher als das andere. Bestimmt bin ich befangen. So süß wie Flecki und Sternchen sind sie jedenfalls nicht. Mist. Junior hat schon Namensschilder für den Stall gebastelt. Er trägt die Fotos ständig mit sich herum. In seinem Ranzen fand ich heute einen Zettel: “Ohne meine Kaninchen füle ich mich nicht wol.” Und daneben hatte er seine Häschen gemalt. So rührend. Und nun das. Ich könnte heulen.

Aber das war nicht der einzige Tiefschlag heute. Meine Freundin rief an. Sie hat wieder massiven Ärger mit ihrem Ex und dem Jugendamt, weil die Kinder sich weigern, zu ihm zu gehen. Sie hat Angst, dass ihr die Kinder weggenommen werden. Eine verfahrene Geschichte. Ich habe keine Ahnung, was ich ihr raten soll.

Meine Mutter rief an. Just an meinem Dienst-Wochenende im April sind wir zum 70. Geburtstag meiner Tante eingeladen. Also sind wir noch nicht, sollen wir aber werden. Nur kann ich jetzt den Dienst  nicht mehr tauschen.

Und jetzt liegt auch noch Schalke gegen die Nieten aus Duisburg zu Hause mit 0:1 zurück.

Meine Herren. Ich bin bedient für heute. Wenigstens steht’s jetzt 2:1.

Gezürnt.

Freitag, 14 März 2008

Das Wetter bekommt den Menschen nicht. Grauer Himmel, Regen, Regen, Regen, dazu ein ziemlicher Wind und kühle Temperaturen. Den Dachdeckern in der Nachbarschaft hat’s heute Morgen offenbar ins Hirn geregnet. Mit denen hatte ich schon heute Morgen vor 8 Uhr eine nette Begegnung.

Junior muss auf dem Weg zur Schule eine ziemlich stark befahrene Straße überqueren. Also für unsere Verhältnisse stark befahren. Da brettern die Lastwagen nur so runter. Und es gibt keinerlei Überquerungshilfe oder Ampel. Dazu mündet noch eine Wohnstraße auf diese vielbefahrene Straße unmittelbar neben der Stelle, an der die Kinder vom Fußweg aus dem Neubaugebiet aus über die Straße flitzen müssen. Alles recht unübersichtlich. Also bringe ich ihn meist zu Fuß die paar Meter bis auf die andere Straßenseite, oft gehe ich auch mit bis zur Schule.

Gerade bei Regen, so wie heute, ist es unfassbar, wieviele Menschen ihre Sprösslinge zur Schule fahren. Die Karawane der Fahrzeuge durch die Wohnstraße nimmt kein Ende. Und nur Wenige halten sich an Tempo 30. Und heute kamen noch die Dachdecker dazu. Diese Hirten hatten nichts besseres zu tun, als ihren Pritschenwagen dick und fett auf dem Gehweg zu parken. Da mussten die Grundschüler um das Fahrzeug herum über die Straße gehen. Ganz schön gefährlich, wenn immerzu Eltern-Autos vorbei bratzen. Ich bin hin, habe ganz freundlich gesagt: “Entschuldigung, würde es Ihnen etwas ausmachen, nicht auf dem Gehweg zu parken? Die Kinder müssen auf dem Weg zur Schule hierher gehen.” Da wird der doch tatsächlich noch frech. Blökt mich an, er mache nur seinen Job, sollten die Blagen doch woanders her gehen. Blablabla. Pah. Der arme Wicht weiß nicht, dass ich seinen Chef kenne. Der kann was erleben.

Meine Portion Zorn für heute ist schon aufgebraucht. Der Rest des Tages sollte friedlich verlaufen.

Gemotzt.

Donnerstag, 13 März 2008

Ich bin ein Internet-Junkie. Ich bestelle wenn irgend möglich alles übers Internet. Ebay ist mein zweites Zuhause. Virtuell jedenfalls. Gleich nach dem Forum hier natürlich. Ich liebe es, Bücher online auszusuchen. Ich liebe es noch viel mehr, das WWW nach Schnäppchen abzugrasen. Wie ein Trüffelschwein wühle ich nächtelang Seite um Seite durch. Oft habe ich schon supergünstig eingekauft. Und oft auch schon ins Klo gegriffen. Aber gut. Ein bisschen Schwund ist immer.

Entsprechend häufig klingeln bei uns Lieferanten. Klamotten, Spielzeug, Kosmetik, Krimskrams, Campingzubehör, Futter und Gedöns für die Fische - und jetzt natürlich für die Kaninchen (die immer noch bei ihren Mamas sind). Der Mann von DPD ist schon mein Freund. Er winkt immer fröhlich, wenn er mich mit dem Auto daherbrausen sieht. Und er weiß genau, wann ich morgens los muss zur Arbeit. Drum kommt er zu uns immer zuerst, wenn er seine Tour in unserem Städtchen startet. Wir schwatzen immer noch ein wenig. Er hätte auch gern einen Wohnwagen. Und er staunt, wieviel Zeug man für zwei winzige Zwergkaninchen liefern lassen kann. *rofl* Der Tag wird kommen, da lädt er sich erst mal zum Kaffee bei uns ein. Das dauert gar nicht mehr lange.

Der Postbote hat heute Geburtstag. Er wird 40. Woher ich das weiß? Seine Tochter ist grad Praktikantin bei uns. Sie hat zu Hause erzählt, mit wem sie so zusammen arbeitet. Und was sagt ihr Vater? “Aaaaaaach, die wohnt in der XY-Straße. Und da muss ich immer ganz viel schleppen. Andauernd bekommen die Pakete!” Beschwert sich doch der Kerl über mich. Tstststs. Sowas. Sollte froh sein, dass ich für Arbeit sorge. Denn sonst hätte er bald keine mehr.

Aber bei mir muss man keine Sorge haben. Ich kurbele die Inlandsnachfrage ganz allein an. Fast jedenfalls. Mein Mann schweigt dazu. Denn der ist heilfroh, dass er mit mir nicht die Einkaufszentren auf Schnäppchenjagd durchpflügen muss. Da lässt er mich lieber online shoppen…

Gefangen.

Dienstag, 11 März 2008

Ich plage mich wieder mit einer lustigen kleinen Erkrankung herum. Nichts Lebensbedrohliches. Hoffe ich jedenfalls. Nur zwei weiße Bläschen auf meiner Zunge. Und diese beiden Bläschen schmerzen scheußlich. Ich vermute mal, die habe ich dem Antibiotikum von vorletzter Woche zu verdanken…

Wieso fange eigentlich immer ich mir solche blöden Sachen ein? Von dem üblichen Kram wollen wir gar nicht reden. Aber in letzter Zeit häufen sich die Blödgelaufenfolgen. Meine rechte Hand sieht nach einem kurzen Zusammenprall mit dem Bügeleisen aus, als wäre ich damit in ein größeres Gemetzel geraten. Denn natürlich hat sich die an sich harmlose Sache an zwei Stellen entzündet. Lecker. So oben auf der Hand drauf. Macht sich auch gut im Job. “Guten Tag, ich bin das Dusselchen, das nicht mal unfallfrei bügeln kann. Aber sonst bin ich echt fähig.”

Beim Holzhacken habe ich mir vorgestern einen klitzekleinen Holzspan in den rechten Daumen gerammt. Ich habe schon mit Nadel und diversem anderen Gerät geprokelt. Geht nicht raus. Wird sich garantiert entzünden. Ich seh’s schon kommen. Aber wenigstens habe ich mir nicht das Beil ins Bein gerammt. Immerhin. Man muss ja schon für kleine Lichtblicke dankbar sein.

Es ist ja nun auch  nicht so, dass ich eine vernünftige Krankheit haben will. Ich möchte einfach mal nur so für einen Monat ohne jede Zipperlein und sonstigen Erkrankungen oder Miniunfallfolgen sein. Das wäre ein Traum. Aber für Mrs. Ungeschickt wird das wohl ein Traum bleiben. Andererseits: Ich bin zäh. Wenn mir dafür größere gesundheitliche Katastrophen erspart bleiben, trampele ich gern weiter dusselig durchs Leben.

Ich trabe dann mal zum Arzt. Der grinst immer schon, wenn ich komme. Kennt mich ja schon länger.

Nachtrag: Der Arzt hat nicht gelacht. Es sind Herpesbläschen. Im Mund. Ich mag nicht mehr.

Gesammelt.

Freitag, 7 März 2008

Auweia. Wenn nur diese Kaninchen endlich ihr Zuhause fertig hätten. Wir waren im Baumarkt. Preise fürs Freigehege sammeln. Draht, Dachlatten, Scharniere, Schloss, Krampen, Schrauben - alles in allem kämen wir auf über 100 Euro. Und dann noch die ganze Arbeit dazu. Unfassbar, wie teuer der Kram ist. Jetzt haben wir beschlossen, ein fertiges Gehege zu bestellen. Nur sind die leider alle so klein. Nach längerem Graben und Wühlen habe ich einen Verkäufer aufgetan, der 1,20 x 0,60 Meter große Einzelteile für Seiten oder Dach anbietet. Da kann man zwei Freigehege aneinander bauen. Das ist genau das, was wir suchen. Hab’s gleich gekauft und bezahlt.

Die Häschen sollen’s ja nett haben. Nun dauert es doch noch länger, bis wir sie bekommen. Ende März, wenn Flecki 6 Wochen alt ist, können sie bei uns einziehen. Junior ist tief betrübt. Noch eine Woche länger. Aber er sieht ein, dass Flecki noch bei der Mama bleiben muss. Morgen werden wir unsere zukünftigen Familienmitglieder nochmal besuchen. Müssen auch mal schauen, wie weit der Mann der Züchterin mit dem Käfig ist. Ach, wenn’s nur schon so weit wäre!

Gekichert.

Mittwoch, 5 März 2008

Sohn sieht gerne “Wissen macht Ah”. Er schaut nicht regelmäßig, aber ab und an - wenn er zum Beispiel wegen Mittelohrentzündungen auf beiden Lauschern ein wenig außer Gefecht ist. Danach faselte er hartnäckig etwas von “menschlichen Ausschreitungen”. Ich habe lange überlegt, um was es in der Sendung wohl gegangen sein könnte. Es fiel mir nicht ein. Ich war zwar mit im Wohnzimmer, habe aber mit einer Freundin am Telefon über ein kniffliges Problem diskutiert.

Terrorismus? Unruhen Russland nach den Wahlen? Eher unwahrscheinlich. Derzeit laufen nur alte Folgen von “Wissen macht Ah”. Irgendwann fiel der Groschen. Es ging um das böse Sch-Wort. Und Junior hatte da was falsch verstanden. Damit die Moderatoren nicht ständig das böse Sch-Wort nennen mussten, haben sie es umschrieben. Also: Es ging nicht um “menschliche Ausschreitungen”, sondern um “menschliche Ausscheidungen”…

Geahnt.

Dienstag, 4 März 2008

Und ich sach noch: “Die Kindernotfallpraxis ist eine Brutstätte für Keime und Bakterien jeder Art.” Bingo. Mein Mann hat sich einen Magen-Darm-Virus eingefangen. Kam heute früher von der Arbeit, legte sich gleich ins Bett.

Geschockt.

Dienstag, 4 März 2008

Manche Kinder haben’s schwer. Unglaublich schwer. In Juniors Klasse ist so ein Kind. Die Eltern blutjung, die Mutter Analphabetin, der Vater massiv suchtkrank. Total hilflos und hemmungslos überfordert. 3 Kinder. Der Erstklässler ist das Älteste. Niemand steht mit ihm auf morgens. Die Lehrerin hat ihm einen Wecker geschenkt, weil er immer weinte, wenn er täglich zu spät kam. Seitdem kam er nie mehr zu spät. Er muss allein aufstehen. Allein seine Sachen packen. Allein den weiten Fußweg zur Schule gehen. Ganz allein. Er geht in die Ganztagsbetreuung. Niemand holt ihn ab. Er muss ganz allein den weiten Fußweg zurück nach Hause gehen. Geld ist Mangelware. Nicht mal fürs warme Mittagessen in der Betreuung reicht es. Dort lassen sie ihn mitessen. Aus Mitleid.

Er ist ein stiller Junge. Die ersten fünf Lebensjahre hat er vor dem Fernseher verbracht. Nun in der Schule kommt er mit Mühe mit. Er ist eifrig, fleißig, freut sich über jedes kleinste Erfolgserlebnis. Und er ist unglaublich lieb. Nach einer Auseinandersetzung, die Junior mit anderen Kindern hatte, kam dieser Junge, nahm Juniors Hand und hielt sie einfach fest. Das hat Junior mehr getröstet als alle Worte.

Sie sind total verschieden. Aber sie haben sich angefreundet. Sehr sogar. Junior will ihn unbedingt zum Geburtstag einladen. Und zum Spielen soll er kommen. Die Lehrerin hat versprochen, die Eltern darauf anzusprechen. Auch Junior würde das gut tun.

An Tagen, wo ich von solchen Schicksalen höre, denke ich voller Dankbarkeit: Welch ein Glück wir doch haben, ein so schönes, abgesichertes Leben führen zu können.

Gemalt.

Montag, 3 März 2008

Wir haben das Hasenhäuschen für den Innenstall angemalt. Wir hatten es gebraucht geschenkt bekommen. Die Dachfarbe war ganz verblasst und fleckig, an den Rückwänden war offenbar Pipi runtergelaufen. Sah also nicht mehr so richtig schön aus. Junior griff zum Pinsel. Jetzt sieht das Häuschen aus wie neu. Blaues Dach, knallrote Rückwände. Nun habe ich Zweifel wegen der Farbe. Acrylfarbe. Ausm Aldi. Auf der Packung steht nicht, ob’s giftig ist. Nun nagen die Nager naturgemäß an allem. Ob das schädlich für sie ist? Ans Dach und die Rückwände kommen sie auch eher schlecht dran zum knabbern. Bei Google habe ich nichts Verwertbares zu dem Thema gefunden. Und im Zooladen brauche ich nicht zu fragen, die wollen eh lieber ein neues Häuschen verkaufen.