Archiv für Februar, 2008

Geträumt.

Montag, 18 Februar 2008

Vollmond naht. Für mich ist das immer eine sehr anregende Zeit. Zumindest nachts. Genau genommen im Schlaf. Nie träume ich so intensiv und plastisch wie in den Tagen unmittelbar vor dem Vollmond. Ich bin selbst immer ganz beeindruckt. Und das sind auch die einzigen Nächte, nach denen ich mich noch an den Traum erinnere.

Letzte Nacht war’s besonders krauses Zeug. Ich träumte, ich sei im Dienst. Telefonierte mit einem Kollegen aus der Nachbarstadt. Plötzlich sah ich Unglaubliches: Elefanten in unserer kleinen Stadt. Mitten in der Innenstadt. In der kleinen Fußgängerzone. Ich brüllte ins Telefon: “Alarm! Elefantenkampf auf dem XY-Platz!” Hab den Hörer aufgeknallt, meine Kamera geschnappt und bin ins Gewühle gerast. Die Elefantenherden zweier Zirkusse waren ausgebrochen und kämpften gegeneinander. Was für ein Getöse. Mitten auf dem Wochenmarkt. Stände zerbarsten, Melonen flogen durch die Luft und zerplatzten auf dem Kopfsteinpflaster. Die Elefanten rannten aufeinander zu und prallten krachend zusammen. Die Story hatte ein Happy End: Niemand wurde verletzt, alle Elefanten konnten mit Narkosepfeilen ruhig gestellt werden. Sie lagen dicht an dicht mitten auf dem Platz, ein riesiger grauer Berg Leiber. Umringt von einer sekündlich wachsenden Menge an Schaulustigen. Unglaublich! Was für Bilder! Und alle auf meiner Kamera.

Leider nur im Traum. Oder  Gott sei Dank. Denn irgendwie war es schon beängstigend. Wenn ich nicht wüsste, dass bald Vollmond ist, würde ich sagen, dass sie mich jetzt holen kommen. Aber so…

Geplant.

Samstag, 16 Februar 2008

Er schleicht schon seit ein paar Jahren um die kleinen Tierchen herum. “Mama, ich will ein Kaninchen”, gehört mit zu den ersten Sätzen, die Junior von sich gab. Abgelehnt. Wir fanden es viel zu früh dafür. Aber der Wunsch verschwand nie. Immer und immer wieder versuchte er es. Letztes Jahr bekamen wir das Aquarium. Und er bekam die Auflage, die Fische täglich zu füttern und mir beim Wasserwechsel zu helfen. Das hat er brav erledigt. Ohne zu murren.

Darum haben wir beschlossen, zwei Zwergkaninchen in unsere Familie aufzunehmen. Sie sollen einen geräumigen Käfig im Garten bekommen, mit großem Außengehege mit vielen selbst gebauten Spielmöglichkeiten. Wir planen wie die Weltmeister, haben auch schon zwei Bücher zu dem Thema. An Ideen für Selbstgebautes mangelt es nicht. Damit die Kaninchen auch mal mit uns zu Oma oder in Urlaub fahren können, brauchen sie eine Transportbox und einen Käfig, in dem sie dort wohnen können.

Letzte Woche zogen wir zwecks Markterkundung durch die Zoohandlungen. Junior hat Preise notiert, eine Tabelle gemalt. Mein lieber Schwan, da kommt ein hübsches Sümmchen zusammen, wenn man den Tieren ein auch nur halbwegs artgerechtes Leben ermöglichen möchte. Über die Finanzierung sind wir uns auch rasch einig geworden. Wir zahlen den Stall für draußen samt Auslauf, Junior den Rest. Er hat es klaglos hingenommen, dass er dafür sein Sparschwein plündern muss. Es ist ihm also ernst.

Am Montag lag ein Zooladen-Prospekt in der Zeitung. Da gab’s eine Transportbox für Hunde und Katzen. Wir also heute - frisch genesen - in den Zooladen. Die Transportbox sei tatsächlich geeignet für eine längere Autofahrt mit zwei Kaninchen, der Verkäufer lobte sogar unser Vorhaben, die Tiere mit in Urlaub zu nehmen. Junior platzte fast vor Stolz. 10 Euro war die Box billiger als sonst - das hat sich für den Kindergeldbeutel also schon mal gelohnt. Der nächste Tipp: Vor Ostern werden sie Kaninchenställe und diverses Zubehör im Sonderangebot haben. Netter Verkäufer, dass er uns das schon mal verraten hat. Somit warten wir noch ein paar Wochen und schlagen dann richtig zu.

Stolz wie Oskar schleppte Junior die ziemlich große Box aus dem Laden. Zu Hause hat er schon mal Kaninchenbesitzer gespielt - ein Stoffkaninchen wurde betüttelt und in der Box herumgetragen. Er kann es kaum abwarten, dass es nun endlich zwei Kaninchen gibt!

Die Tiere werden wir bei einem der Züchter in der Umgebung kaufen. Ans Tierheim hatten wir auch schon gedacht, aber die haben derzeit nur ältere Tiere, sagte man mir am Telefon. Doch hier gibt’s einen regen Kaninchenzuchtverein, da wird man uns bestimmt weiterhelfen können. Junior träumt schon von Kaninchenbabys, aber den Zahn habe ich ihm heute Mittag gleich mal gezogen. Wir werden ganz sicher keine Zucht beginnen. Erst war er deshalb geknickt, dann sah er das aber durchaus ein. Mein Mann hat im Hintergrund schon mit dem Grill gewunken - falls die Population rapide wachsen sollte. Und das will der Kleine natürlich überhaupt gar nicht *lol*

Der erste Schritt in Richtung Familienzuwachs ist jedenfalls gemacht. Zwei Trinkflaschen und zwei Näpfe hat Junior auch schon gleich gekauft. Was man hat, das hat man - da ist er altmodisch.

Über Namen haben wir uns auch schon Gedanken gemacht. Ich fänd Marx und Engels klasse. Oder Pünktchen und Anton. Oder Pink und Punk. Oder Herbert und Paul (nach Grönemeyer und Simon). Oder Hinz und Kunz. Juniors Begeisterung dafür hält sich in engen Grenzen. Er ist mehr für spontane Eingebungen beim Anblick seiner künftigen Lieblinge. Es wird wohl auf etwas in Richtung Flocke und Schlappi hinauslaufen, würde ich wetten.

Gesungen.

Freitag, 15 Februar 2008

Wir haben ganz eigene Charts in unserem Hause. Auf Platz 3 rangiert derzeit “Du bist Hamma, Mama” - das zumindest behauptet Junior. Ob Culcha Candela den Song wirklich so gemeint haben, wie ihn der Knirps interpretiert? Knapp abgeschlagen dahinter: “Big girls”, dessen Sänger mir grad entfallen ist, so ein kleines Klößchen war’s, wenn ich mich recht entsinne. Sohn jedenfalls findet das Lied super, weil’s “echt für meine Mama gemacht wurde” *ohnmacht* .

Auf dem zweiten Platz: “Die Ärzte” mit “Junge” - damit ich mir das schon mal merke für später, wenn er groß ist. Soweit, so schlecht. Der Knaller ist der Spitzenreiter: Platz 1 belegt derzeit “Das Werwolflied”. Zitat: “Aaaaauuuuuhuuuuuuu.” Genau. James Blunt. Ich könnte mich abrollen, wenn der Song im Radio läuft und unser kleiner Werwolf herzzerreißend mitjault.

“Tokio Hotel”, die er letztes Jahr noch super fand, sind übrigens derzeit auf der “Bähwieeklig”-Liste gelandet, weil ihm die kreischenden Hühner so auf den Keks gehen. *lol*

Ich bin froh und dankbar, dass das Kind ansonsten einen gesunden Musikgeschmack hegt: “Tote Hosen”, “Zoff”, “Ärzte” - es hätte schlimmer kommen können.

Gerührt.

Donnerstag, 14 Februar 2008

Bin immer noch krank. Aber trotzdem: Ich gewinne heute definitiv den Preis für das allerschönste Valentinstagsgeschenk. Junior überreichte mir heute Morgen strahlend eine Papierrolle. Auf einem großen Zeichenblatt - von ihm hingebungsvoll in Terracottafarbe grundiert - stand ein Text, der mich zu Tränen gerührt hat:

“Ohne dich ist alles Dof.

Alles Gutte zum Valentienstag

wünschen dir Junior + R.

mir gefelt an dir: Dein Lecheln;

Deine Augen; das du nie meckarst.”

Darunter hatte er noch zwei Herzen mit der Inschrift “Mama” gemalt.

Noch Fragen? Kann ein Tag schöner beginnen?

Gepflegt.

Montag, 11 Februar 2008

Lazarett. Magen-Darm-Virus und dazu noch eine fette Entzündung. Ein Lymphknoten ist dick angeschwollen an meinem Hals. Der Vertreter unseres Hausarztes hat mir ein Antibiotikum verschrieben. Macht sich irgendwie nicht gut gemeinsam mit dem MDV, findet mein Magen. Den Rest der Woche bin ich krank geschrieben. Dazu  noch die Zahnschmerzen.  Mit MDV kann ich nun wirklich schlecht zum Zahnarzt schleichen.

Und nun lege ich mich wieder ins Bett…

Gespeist.

Sonntag, 10 Februar 2008

Wir waren lecker essen. Mit der ganzen Familie. Also meine Mama und wir. Als kleines Dankeschön für meine Mama, die uns beim Hausabbezahlen kräftigst unter die Arme gegriffen hat. Man merkt es ihr nicht so an. Aber ich glaube, sie hat sich über die Einladung riesig gefreut.

Meine Mama durfte das Restaurant aussuchen. Ihre Wahl fiel auf ein gutbürgerliches Haus im Nachbardorf. Sie hat sogar von sich aus einen Tisch bestellt für heute - obwohl ich ihr erst heute Morgen die Einladung per Telefon zuteil werden ließ. Die Auswahl an Speisen war übersichtlich. Gutbürgerlich eben. Schweinelendchen in Pfefferrahmsauce mit Kroketten und Salat - keine kulinarische Offenbarung, aber lecker war’s. Es gab absolut nichts zu meckern. Wenn man mal davon absieht, dass ich mir an den Kroketten heftig den Mund verbrannt habe. Aber das spricht nicht gegen das Restaurant, sondern eher gegen mich :-)

Junior hat sich vorbildlich benommen. Er hatte tierischen Kohldampf, hat aber trotzdem nur leisen murrend hinter jedem Teller hergeschaut, der nicht an unseren Tisch gebracht wurde. Das halbe Restaurant lauschte, was auf der Kinderkarte steht - denn er liest bisher immer laut, wenn er liest. Er hat brav und ordentlich gegessen, sich und den Tisch nicht bekleckert, sein stilles Wasser (freiwillig bestellt!) ausgetrunken und sogar artig am Tisch gewartet, bis wir auch aufgegessen hatten. Ist schon schön, wenn man einen so großen Jungen hat.

Meine Zahnschmerzen peinigen mich unverändert. Ich ernähre mich unter anderem von Schmerztabletten. Aber morgen früh rufe ich gleich beim Zahnarzt an. Habe ich mir fest vorgenommen. Hoffentlich ist es nichts Übles.

Gegessen.

Samstag, 9 Februar 2008

Ich bin ein Depp. Habe mir selbst den Samstag ein wenig verdorben. Ich hatte solchen Appetit auf eingelegten Fisch in brasilianischer Soße. Somit futterte die ganze Familie heute Mittag einträchtig schweigend Brote mit Dosenfisch. Lecker. Sehr lecker sogar. Ich hätte es mir denken können. Kaum war ich satt, begann es in meinem Kopf dumpf zu dröhnen. Eine Migräne vom Feinsten. Der Auslöser fiel mir dann auch sofort ein: der Fisch. Länger gelagerte Lebensmittel enthalten meist extrem hohe Histaminmengen. Und Dosenfisch ist sehr lange gelagert. Selbst wenn er noch lange haltbar ist. Böse Falle. Mit Histaminose komme ich damit groß raus. Die Reaktion kam prompt - diesmal eben in Form einer Migräne.

Somit habe ich mich - auch dank heftiger Zahnschmerzen an einem der drei letzte Woche behandelten Zähne - mehr schlecht als recht durch den Tag gequält. Wir haben uns mit Junior ein regionales Schachturnier angesehen. Er fand es spannend und war ganz enttäuscht, dass in seiner Altersklasse U8 keine Spiele ausgetragen wurden. Aber er hätte ohnehin noch nicht mitmachen können. Schließlich war er erst zwei Mal beim Training. Danach haben wir auf der Terrasse gesessen und die Sonne genossen. Etwas improvisiert auf Küchenstühlen - denn die Gartenmöbel sind noch eingemottet in der Garage. Junior schleppte dann noch einen weiteren Stuhl an, um darauf das Schachbrett abzustellen. Und so kamen wir zu einigen Runden Schach auf der sonnigen Terrasse.

Im Moment ist er völlig euphorisch, will stets und ständig Schach spielen. Folge 1 seines Computerspiels ”Fritz und fertig” kann er nahezu auswendig - das sorgte gestern beim Schachtraining im Verein für großes Erstaunen. Er ist der mit Abstand Jüngste dort, aber mit Feuereifer bei der Sache. Mal sehen, wie’s weiter läuft. Ich sollte bei nächster Gelegenheit mal Folge 2 herausrücken…

Als allerdings ein Nachbarsjunge zum Fußballspielen vorbei kam, war das Thema Schach erledigt. Junior ließ alles fallen und raste los. Das freut mich sehr - denn so ein vergeistigter Stubenhocker soll er auf keinen Fall werden.

Danach hat er mir geholfen, “Heu und Stroh” zu kochen. Ein köstliches Nudel-Rezept aus der Toskana. Das hat uns beiden riesig Spaß gemacht. Und lecker war’s auch. Fand auch mein Liebster, der mit großem Appetit zugeschlagen hat.

Zum krönenden Abschluss haben wir noch seinen Beitrag zum Klassen-Flohmarkt am Montag zusammengesucht: 2 Pixi-Bücher (20 und 25 Cent), 1 Winnie-the-Pooh-Puzzle (1 Euro), 1 Benjamin-Blümchen-Puzzle (55 Cent), 2 Mini-Kreisel (je 1 Cent) will er verkaufen. Im Mathe-Unterricht der 1. Klasse. Die Kinder sollen lernen, Geld zusammen zu zählen. Jedes Kind soll mehrere Kleinteile mitbringen, Wert maximal 1 Euro. Außerdem sollen wir 50 Cent in kleinen Münzen mitgeben. Ich bin mal gespannt, wie viele Kinder tatsächlich am Montag etwas dabei haben…

Gestrahlt.

Freitag, 8 Februar 2008

Was für ein herrliches Wetterchen. Es ist 8.25 Uhr. Ich sitze in der Küche und werde fast blind vor Helligkeit. Die Sonne scheint. Am strahlend blauen Himmel kreuzen sich ein paar rotglühende Kondensstreifen. Wieviele Menschen dort oben in diesen Flugzeugen sitzen. Lauter Menschen, für die ich aussehe wie eine winzige Ameise. Dabei ist das Flugzeug von hier unten mit bloßem Auge kaum zu erkennen. So viele Leben. So viele Wünsche. So viele Sorgen. Und so viele Gedanken.

Ich glaube, es wird Frühling. Die ersten Krokusse blühen in unserem Garten. Der letzte Rest Schnee hat sich gestern Nachmittag im gleißenden Sonnenschein verabschiedet. Der Rosmarinbusch macht gerade einen Wachstumsschub durch. Mir läuft schon das Wasser im Munde zusammen, wenn ich an gefüllte Riesenchampignons mit frischem Rosmarin denke. Vom Grill natürlich. Kaum lacht der erste wärmende Sonnenstrahl, kommt unweigerlich der Gedanke ans Grillen. Camperkrankheit, vermute ich.

Ich liebe unser Haus. Nicht nur, weil gestern die letzte, die allerallerallerletzte Rate dafür bezahlt wurde. Obwohl das auch ein wunderbares Gefühl ist. Nein, ich liebe unser Haus vor allem wegen der großen und zahlreichen Fenster. Wenn die Sonne scheint, ist es herrlich. Wir haben eine sehr große Wohnküche - auf meinen besonderen Wunsch hin. Statt einer kleinen Küche und eines eigenen Esszimmers. Ich habe darauf bestanden, ein Sofa in der Küche zu haben. Mein altes Sofa. Das stand schon bei meinen Eltern in der Küche. Damals war es plüschig-rot. Ich lag dort mit Fieber, mit Magen-Darm-Viren, mit Windpocken - eben immer, wenn ich krank war. Hauptsache nicht alleinsein. Und so geht es bei uns auch. Wer krank ist, liegt auf dem Küchensofa. Und auch sonst eignet es sich hervorragend zum Rumlümmeln, Ausruhen, Kuscheln. Inzwischen ist es nicht mehr plüschig-rot, sondern hellbeige. Ein Fehler. Aber als ich es beziehen ließ, waren wir kinderlos. Inzwischen würde ich wohl eher einen bräunlichen Ton wählen. Gut, wir nähern uns dem langsam an. Doch noch sieht man Hellbeige.

Die Sonne scheint gerade in die Küche. Die Aldi-Tulpen auf dem Küchentisch leuchten rotgelb im gleißenden Sonnenschein. Herrlich. Wenn es nur so bliebe. Ich schlurfe gleich mal zur Frisörmeisterin meines Vertrauens. Denn wenn die Sonne so intensiv lacht, leuchten die grauen Haare nicht minder intensiv. Mit 42 muss man nicht dazu stehen. Da stehe ich lieber zur chemischen Farbkeule. Wer läuft schon freiwillig mit langen, grauen Locken herum? Ich jedenfalls nicht. 

Ach. Es ist ein guter Tag, um es sich gut gehen zu lassen. Das Leben ist schön. Das müssen wir uns auch mal gönnen können.

Gebannt.

Donnerstag, 7 Februar 2008

Junior hat ein neues Poster. Unser Sonnensystem. Gab’s bei Aldi. Sehr günstig. Sehr groß. Sehr informativ. Und weil es an der Dachschräge in seinem Zimmer nicht hält, hängt es nun im Flur. Da steht er völlig hingerissen vor diesem riesigen Poster. Schaut sich gebannt die Planeten an. Die Entfernungen zur Sonne. Die Monde. Die Asteroiden. Liest wieder und wieder alles laut vor. “Kann man sich gar nicht vorstellen, dass das Weltall nie ein Ende haben soll”, murmelt er verzückt. Faszinierend findet er die Entfernungen der Planeten untereinander. Die Entfernung der Monde zu den Planeten. Der Weg von der Erde zu unserem Mond ist ungefähr 4831 Mal so lang wie der Weg von uns zu Oma. Also, das haben wir schon gemeinsam mit dem Taschenrechner ermittelt. Nicht er allein im Kopf :-)

Ein wenig entrückt schaut Junior auf sein Poster. Dann strahlt er. “Ist schon erstaunlich, wie klein man so unheimlich große Dinge abbilden kann.” Spricht’s. legt sich ins Bett und bettet seinen Kopf auf seine geliebte Stillschlange. Mein Kleiner. Ist schon erstaunlich, was für große Dinge in so einem kleinen Köpfchen vorgehen.

Gestochen.

Mittwoch, 6 Februar 2008

Besuch bei meinem Hausarzt. Ein lieber Kerl. Aber leider sortiert er bei jedem Besuch meine Wirbel. Vornehmlich die Halswirbel. Und als ob das nicht perfide genug wäre, malträtiert er mich auch noch mit vielen kleinen Spritzen an den Nervenenden. Zauberhafte Person.’Das Ende vom Lied: Mein Rücken und mein Nacken schmerzen, als hätte ich eine Auseinandersetzung mit einem Preisboxer gehabt. Wenigstens weiß ich aus dankbarer Erfahrung, dass spätestens übermorgen alles wieder gut ist und ich dann einige Wochen Ruhe habe. Hoffentlich.

Mein Hausarzt, wie gesagt, ein ausgesprochen lieber Kerl, erzählte mit glänzenden Augen von seinem Sohn. Endlich, endlich, endlich haben er und seine Frau auch Nachwuchs. Sie haben viele Jahre Behandlungen hinter sich - ohne jeglichen Erfolg. Und nun haben sie ein Baby adoptiert. Es freut mich von Herzen. Wenn’s einen guten Vater gibt, dann ist er es. Der Mann ist auch Juniors Kinderarzt. Und wie der mit dem Kleinen von Anfang an umgegangen ist, das ist wirklich phänomenal. Beim ersten Mal hatte er Notdienst. Da war unser Kleiner gerade neun Tage alt. Er bekam keine Luft mehr, wurde schon ganz blau. Voller Angst riefen wir den Notdienst. Denn laut des eigentlichen Kinderarztes war er angeblich heftig erkältet. Unser Hausarzt sah das anders. Der Junge habe nur zuviel Luft unterm Magen, darum sei ein wenig Muttermilch aus dem Magen hochgedrückt worden und in die Atemwege geraten. Mit kurzem Stillen war der Fall erledigt. Und erkältet sei das Baby auch nicht. Es habe nur Blähungen. Recht hatte er.

Wir haben uns dann extrem ruckartig vom bisherigen Kinderarzt getrennt und sind zu unserem Hausarzt übergelaufen. Er war derjenige, der Juniors Lactoseintoleranz diagnostiziert hat. Er ist unverändert derjenige, der sich unendlich viel Zeit für uns nimmt, auch wenn die Praxis vor Patienten überquillt. Und er war und ist auch derjenige, mit dem ich in meinen depressiven Phasen über die Kinderwunschbehandlung sprechen kann. Und genau darum freue ich mich um so mehr, dass es nun mit der Adoption eines Babys geklappt hat. Der Bub wird es gut haben.