Geweckt.

Um 4 Uhr piepte mein Wecker. Mondfinsternis. Nicht meine Zeit zum Aufstehen. Erst mal bin ich wieder eingeschlafen. Das gebe ich ja zu. Aber der Wecker ist hartnäckig, der piept alle 10 Minuten wieder. Mein Glück. Sonst hätte mich der kleine Forscher heute Morgen verwurstet. So habe ich ihn weisungsgemäß um 5 Uhr geweckt. Ein Wort genügte: “Mondfinsternis!” Wie ein geölter Blitz schoss der Kleine aus dem Bett. “Es ist bewölkt, du siehst rein gar nichts”, dämpfte ich seine Erwartungen. “Zeig!”, forderte er. Gut. Rollo hoch, Licht aus. Wir sahen nichts. Nur dunklen Himmel. Nicht einen einzigen Stern. Vom verfinsterten Mond ganz zu schweigen. “Schade”, murmelte Junior. Und flugs verschwand er wieder unter seiner Decke. Sekundenbruchteile später schnarchte er friedlich. Ich  nicht. Ich konnte nicht wieder einschlafen. Als um 6.30 Uhr der Wecker erneut piepte, fühlte ich mich wie vom Bus überfahren. Oder von randalierenden Jugendlichen verdroschen. Ein Trost: Junior erinnerte sich noch daran, dass ich ihn brav geweckt habe. Die Mondfinsternis will er sich heute Nachmittag im Internet ansehen. Wenigstens das.


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