Archiv für Februar, 2008

Gefürchtet.

Freitag, 29 Februar 2008

Emma ist im Anmarsch. Mit Grauen denke ich an Kyrill zurück. Auf der Unwetter-Warnkarte ist unsere Region dunkelrot gekennzeichnet. Zweithöchste Warnstufe überhaupt. Sturm bis Stärke 12, Orkanböen, örtlich kleinere Tornados. Super. Und mein Liebster kommt erst mitten in der Nacht von der Arbeit heim. Obendrein muss er quer durch ein sehr waldreiches Gebiet fahren. Ich male mir lieber nicht aus, was da alles passieren könnte.

Zuhause ist auch nichts weggeräumt, festgezurrt. Ist ja keiner da. Langsam wird’s dunkel. Gleich bringt Opa mir den Kleinen vom Schach direkt ins Büro, weil ich noch auf einen Beitrag warten muss. Gemeinsam harren wir dann der Dinge, die da hoffentlich nicht zu stürmisch kommen. Sein Abendbrot liegt in meiner Schreibtischschublade. Gut, dass morgen schulfrei ist. Da können wir ausschlafen.

Nachher daheim muss ich dann im Dunklen noch hurtig alles nicht Wind- und Wetterfeste aus dem Garten zerren und in die Garage räumen. Toller Tipp von den Wetterfröschen: “Fahren Sie Ihr Auto in die Garage.” Ha. Die kennen unsere Garage nicht. Erst mal ist sie derzeit vollgestopft mit allerlei Gerümpel vom Rasenmäher bis zu den Gartenmöbeln. Dann hat mein genialer Ehemann ein großes Regal dort an einer Wand befestigt. Sehr praktisch, das Regal. Nur leider ist es zu breit. Zu seiner Ehrenrettung muss ich sagen: Als er es aufgebaut hat, hatte ich noch ein kleineres Auto. Inzwischen fahre ich einen hinreißenden Geländewagen. Mit dem komme ich zwar ganz knapp hinein in die Garage (wenn sie denn leer wäre). Aber dann kann ich nicht aussteigen. Weder links noch rechts. Und das liegt nicht etwa an meinem ausladenden Allerwertesten. Nein. Die Türen gehen erst gar nicht auf. Somit ist mir auch nicht wirklich geholfen, wenn ich in die Garage fahre. Es sei denn, ich krabbele zum Kofferraum hinaus. Aber das ist nun doch irgendwie entwürdigend.

Der langen Rede kurzer Sinn: Die Autos müssen draußen bleiben. Leider. Wenn Nachbars Deko-Gerümpel von Emma durch die Luft geschleudert werden sollte, möchte ich es anschließend ungern vom Dach meines geliebten Wagens klauben müssen.

So schlimm wie bei Kyrill soll’s angeblich nicht werden. Und da hatten wir - so ganz persönlich - ohnehin sehr viel Glück. Außer einem Loch im Sandkastendach sind wir ohne Schaden davon gekommen. Nur rundherum wurden die Wälder flach gelegt. Womit wir wieder bei meiner Sorge um meinen Liebsten wären. Ich habe ihn schon angerufen, aufs Band geflötet,  er solle doch zusehen, dass er früher heimkommt. Schlafen könnte ich vorher sowieso nicht. Und Junior darf heute Nacht wieder auf seinen Lieblingsplatz krabbeln - wie immer, wenn Muttern was nicht geheuer ist…

Geschlampt.

Mittwoch, 27 Februar 2008

Ich werde alt. Rapide. Ich weiß es. Ob das bald das Einzige sein wird, was ich wirklich noch weiß?

Ich  muss jeden Morgen und jeden Abend zwei Tabletten nehmen. Zwei verschiedene Tabletten. Eine längliche, etwas größere Tablette und eine klitzekleine runde Tablette. An 2 von 3 Abenden frage ich mich, ob ich die Tabletten schon genommen habe. So wie heute. Ich habe keinen blassen Schimmer. Ich schaue mir ratlos die beiden Pillentabletts an. Ist da noch eine zuviel drin? Oder doch nicht? Wenn ich mir nicht sicher bin, nehme ich lieber keine Tabletten. Doppelte Dosis - das wäre bestimmt nicht gut für mich. Aber gar keine zu nehmen, sorgt auch nicht wirklich für Freude. Nur an meinem Befinden kann ich  nicht ablesen, ob ich die Pillen schon gefuttert habe oder nicht.

So ein Pillenzuteildöschen wie im Krankenhaus würde mir auch nicht wirklich helfen. Dann wüsste ich ja auch nicht, ob ich die Pillen schon genommen oder ob ich gleich vergessen habe, sie reinzulegen. Neulich gab’s bei Aldi Pillendöschen. Aber die taugten für  mein Problem auch nichts. Da gab’s nur für jeden Tag ein Fach. Aber nicht für morgens und abends.

Langsam fange ich an, an meinem Verstand zu zweifeln. Neulich stand ich im Supermarkt und musste kurz überlegen, wo ich war und was ich wollte. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich unter dem wenig segensreichen Einfluss eines starken Antibiotikums stand.

Am Samstag habe ich mir bei Ikea einen Schuhanzieher gekauft. 1 Euro. Fand ich günstig. Kann man immer mal brauchen. Heute Morgen habe ich ihn ausprobiert. Mein Sohn schaut mich lange und mitleidig an, nimmt mich in den Arm und sagt leise: “Mama, nun wirst du wirklich alt.” Danke, Sohn. Verdirb mir ruhig meinen Tag. Nein, ich weiß noch wie ich heiße und wo ich wohne. Auch meine Arbeitsstelle finde ich noch zuverlässig. Okay, lesen ohne Brille, das kann ich längst vergessen. Ansonsten geht’s noch. Und die Sache mit den Tabletten bekomme ich auch noch in den Griff. Man muss nicht alles wissen, man muss sich nur zu helfen wissen.

Gefreut.

Dienstag, 26 Februar 2008

Wie schön. Welch ein Genuss. Gerade schalte ich den Fernseher an - und sehe einen Beitrag eines alten Kollegen. Tut gut, seine Stimme zu hören. Auch wenn’s im Off im Glotzofon ist. Ist ein richtig netter Kerl. Hab ihm spontan eine Mail geschickt. Und er hat spornstreichs geantwortet. Freut mich riesig. Er ist immer noch Single. Wie damals. Aber schwer verliebt. Auch wie damals. Immerhin: Die Dame ist eine andere als damals. Aber ein schräger Vogel scheint er immer noch zu sein.

Das waren Zeiten. Ich war blutjung. Gemeinsam schrieben wir die heimische Musikszene kurz und klein. Seine Tussi damals hieß Margret, wenn ich mich meine grauen Zellen nicht täuschen. Es war eine schwierige Beziehung, das weiß ich noch ganz genau. Denn er berichtete mir immer brühwarm von den Verwicklungen. Ich stand mehr auf Musiker. Sehr zum Entsetzen meiner Eltern. Aber gut. Heute kann ich es in Ansätzen verstehen. Wirklich vertrauenerweckend sahen die Jungs nicht aus. Langhaarige Bombenleger - das traf es schon eher.

Aber ich schweife ab. Der Kollege hat sich kaum verändert. Ein bisschen älter ist er geworden. Aber sonst? Klingt wie früher. Und ein bisschen Sehnsucht nach den alten Zeiten schwang in ihrer Stimme mit…

Geärgert.

Sonntag, 24 Februar 2008

Sonne satt hatte man uns versprochen. 17 Grad sollten wir bekommen. An einem Sonntag im Februar! Meine Migräne sprach dafür, dass das Wetter gut wird. Der Grill stand parat. Die Wurst lag im Kühlschrank. Wir haben den ursprünglich geplanten Museumsausflug verschoben. Das gute Wetter wollten wir lieber zu Hause genießen.

Keine Ahnung, wer das Superwetter hatte. Wir jedenfalls nicht. Graue Suppe. Jede Menge davon. Morgens Nebel. Als der weg war, blieben graue Wolken. Satte 8 Grad zeigte das Thermometer. Enttäuschung auf der ganzen Linie. Wir haben die Bratwurst eingefroren, den Grill wieder weggepackt.

Wenigstens war’s trocken. Wir haben einen ausgedehnten Spaziergang gemacht. Schön, wenn man mitten im Grünen wohnt. Juniors Lieblingsplatz: Ein Bachlauf, an dem man im Sommer herrlich Dämme bauen kann. Dafür war’s bei 8 Grad doch ein wenig schattig. Trotzdem sind wir entlang des Bachlaufs durch den Wald gestromert. Wir sind über dicke Baumstämme, die Kyrill locker umgehauen hat, balanciert. Wir haben riesige Wurzelteller bestaunt. Wir haben Jahresringe an Baumstümpfen gezählt. Oder eher geschätzt, weil es so viele waren. Wir haben jede Menge Tannenzapfen gesammelt - denn gerade lernt Junior das T in Schreibschrift in der Schule, da sollen sie Gegenstände mitbringen, die mit T beginnen.

Wir haben seltsame Pilze an einigen Bäumen entdeckt. Sie sahen aus wie Hüte, die seitlich an den Baumstämmen hingen. Steinhart waren sie. Aber Junior konnte ein Stück abbrechen. Es roch wie leckere Pilze. Aber probiert haben wir sie lieber nicht. Nur eingepackt in unsere Sammeltüte. Es waren Zunderporlinge, haben wir vorhin in unserem Pflanzenbestimmungsbuch herausgefunden.

In einem alten Steinbruch hat Junior einen besonderen Stein gefunden. Mitten in diesem Stein ist etwas zu sehen - was es ist, konnten wir noch nicht verifizieren. Aber er hat gleich sein Fossilienbuch geschnappt und eifrig gesucht. In den nächsten Tagen will er das merkwürdige Stück vorsichtig freilegen. Wir sind gespannt.

Ist schon merkwürdig. Da wohnt man so nahe am Wald - und nutzt diesen Abenteuerspielplatz so selten. Wir geloben Besserung. Petrus hoffentlich auch. Nochmal möchten wir nicht so übel geärgert werden von ihm wie heute.

Gequält.

Freitag, 22 Februar 2008

Kann mal einer das Wetter abstellen? Oder wenigstens verändern? Migräne. Schon den zweiten Tag. Und nicht nur ich allein. Die Gemeinde der Wetterfühligen jault unisono. Am Sonntag wird’s noch schlimmer. Bis zu 17 Grad. Im Februar. Ich will Winter. Alles andere ist unanständig und wird mit Migräne nicht unter drei Tagen bestraft.

Geschwärmt.

Donnerstag, 21 Februar 2008

Mein Sohn ist ein Frauenheld. Da gibt’s Reni, die will er heiraten. Schon im zarten Alter von drei Jahren hockte er sich  neben sie auf die Treppe und ranzte sie an: “Ich will dich heiraten. Verstanden?” Reni war verwirrt. Sie nickte. Seitdem ist das mal geklärt.

Gestern hatte er eine Verabredung mit Hanna. Nachmittags. Er kam strahlend aus der Schule. “Ich habe mich schon vor der Schule mit Hanna für die Pause verabredet”, platzte es aus ihm heraus. Seine Hände rollten den Saum seines Pullovers nach oben. Dabei schwang sein Oberkörper leicht von links nach rechts. Er war verlegen. “Ich habe keinem meiner Freunde aus meiner Klasse gesagt, er soll mit mir spielen in der Pause”, kicherte er. “Und? Was habt ihr gespielt in der Pause?” “Spielen ist was für Babys. Wir sind über den Schulhof gegangen und haben geschwatzt.” Aha.

Nach der dritten Stunde hatte er Schulschluss, hopste den ganzen Weg vergnügt nach Hause. Die Hausaufgaben waren blitzschnell erledigt. Die Zeiger auf der Küchenuhr schlichen ihm viel zu langsam voran. Dann endlich um 14 Uhr durfte ich den Herrn zu seiner Liebsten chauffieren. Hanna stand schon mit leuchtenden Augen an der Haustür. Um 17.30 Uhr geruhte er vereinbarungsgemäß abgeholt zu werden. Es war offenbar ein schöner Nachmittag. Viel hat er nicht erzählt. Aber er hat das Date sichtlich genossen.

Heute Morgen sprang er bester Laune aus dem Bett. “Mama, der Markus aus meiner Klasse will immer die Vivien küssen.” “Und will die Vivien das auch?” “Nee. Aber die ist sowieso gerade krank. Da kann der Markus sie ja gar nicht küssen.” “Gefällt dir die Vivien auch so gut wie dem Markus?” “Naja, die ist ganz nett. Aber meine Banknachbarin ist viiiiiiiieeeeel schöner.” Sprach’s und drehte mit beiden Händen den Saum seines Pullovers nach oben. Schaukelte verlegen mit dem Oberkörper.  “Wer sitzt denn neben dir? Ich dachte, da säße Jonas?” “Ja, aber auf der anderen Seite sitzt Ellen.” Er verfärbte sich dezent. ”Die hat soooooooo lange Augenwimpern, die nach oben gehen”, demonstrierte er mit beiden Händen am rechten Auge. “Und am anderen Auge auch.” “Findest du sie schön?” “Jaaaaaaa”, hauchte er verzückt. “Sie ist die Schönste in der ganzen Schule.” Und sie sitzt neben ihm. Das Leben kann so schön sein.

Geweckt.

Donnerstag, 21 Februar 2008

Um 4 Uhr piepte mein Wecker. Mondfinsternis. Nicht meine Zeit zum Aufstehen. Erst mal bin ich wieder eingeschlafen. Das gebe ich ja zu. Aber der Wecker ist hartnäckig, der piept alle 10 Minuten wieder. Mein Glück. Sonst hätte mich der kleine Forscher heute Morgen verwurstet. So habe ich ihn weisungsgemäß um 5 Uhr geweckt. Ein Wort genügte: “Mondfinsternis!” Wie ein geölter Blitz schoss der Kleine aus dem Bett. “Es ist bewölkt, du siehst rein gar nichts”, dämpfte ich seine Erwartungen. “Zeig!”, forderte er. Gut. Rollo hoch, Licht aus. Wir sahen nichts. Nur dunklen Himmel. Nicht einen einzigen Stern. Vom verfinsterten Mond ganz zu schweigen. “Schade”, murmelte Junior. Und flugs verschwand er wieder unter seiner Decke. Sekundenbruchteile später schnarchte er friedlich. Ich  nicht. Ich konnte nicht wieder einschlafen. Als um 6.30 Uhr der Wecker erneut piepte, fühlte ich mich wie vom Bus überfahren. Oder von randalierenden Jugendlichen verdroschen. Ein Trost: Junior erinnerte sich noch daran, dass ich ihn brav geweckt habe. Die Mondfinsternis will er sich heute Nachmittag im Internet ansehen. Wenigstens das.

Gelesen.

Mittwoch, 20 Februar 2008

Es hat nicht nur Vorteile, wenn ein Kind lesen lernt. Junior  zum Beispiel liest mit Vergnügen jeden Morgen mit mir gemeinsam die Zeitung. Meist schaut er sich die Bilder an, wenn ihn eines interessiert, liest er den Text darunter. Für mehr als, sagen wir mal, 30 Zeilen ist er allerdings noch nicht zu begeistern. Heute hat er mit großem Interesse einen ziemlich langen Artikel über die Mondfinsternis gelesen. Da ahnte ich schon etwas.

Weltall, Raumfahrt, Sterne, Sonnensystem - das ist seit einiger Zeit schwerstens angesagt. Heute äußerte er erstmals den Berufswunsch “Astronaut und Fußballer und Fernsehreporter”. Man beachte die Reihenfolge. Da bin ich beruhigt. Mit irgendwas davon wird er wohl reich und berühmt werden. Derweil vertieft er sein Wissen über die Planeten. Das Sonnensystem haben wir heute mit vereinten Kräften fertiggestellt und aufgehängt. Sieht richtig gut aus. Und leuchtet im Dunkeln.

Da hat es dem verfinsterten Mond heute Nacht etwas voraus. Denn selbst wenn er im Dunkeln leuchten sollte, werden wir es nicht sehen. Fette Wolken verdecken den Himmel über uns. Kein einziger Stern leuchtet. Nichts. Nur Finsternis. Aber Junior hat es sich in den Kopf gesetzt: “Ich will die Mondfinsternis sehen. Weck mich um 4 Uhr.” Wird gemacht, Chef. Mit Argusaugen beäugte er mich beim Stellen des Weckers. Ich gähne mir jetzt schon den Kiefer aus, wenn ich nur dran denke, um 4 Uhr durchs Haus zu tapern, um einen Blick auf den wolkenverhangenen Nachthimmel zu werfen. Aber was tut man nicht alles, um einen kleinen Forscher glücklich zu machen…

Gelaust.

Mittwoch, 20 Februar 2008

Ich bin bekennender Orchideenfan, habe 25 wunderschöne Exemplare, die auch brav regelmäßig traumhafte Blüten tragen.
Jetzt kämpfe ich schon seit einiger Zeit mit blöden Läusen. Die sehen aus wie klebrige Kleckse vor allem auf den Blättern, hinterlassen aber auch auf Fenstern und Fensterbänken klebrige Spuren. Bisher habe ich tapfer alle paar Wochen beim Pflanzentunken die Blätter abgewaschen und dabei die Läuse abgesammelt. Nicht gerade meine Lieblingsaufgabe. Egal. Der Erfolg hält immer ein paar Wochen, dann nehmen die Viecher wieder überhand.
Gibt’s nicht was, um die Läuse endgültig zu vertreiben? Von der Giftspritze halte ich nichts, sowas kommt mir nicht ins Haus. Aber vielleicht mögen die andere Pflanzenarten nicht? Oder es gibt etwas Pflanzliches, das sie nicht vertragen, die Orchideen aber aushalten?
Wenn ich alle befallenen Orchideen wegwerfen würde, wären höchstens noch 12 übrig. Das will ich natürlich auch nicht. -(
Hat jemand eine rettende Idee? Oder muss ich weiter absammeln? Für heute helfen mir die besten Ideen nicht mehr. Ich werde mal wacker ans Lausen gehen…

Gebastelt.

Dienstag, 19 Februar 2008

Wir haben gebastelt. Das Sonnensystem. Andere Leute basteln Blumen. Wir das Sonnensystem. Drunter machen wir’s nicht. Die Sterne, das Weltall, die Raumfahrt - das interessiert den Kleinen gerade intensiv. Wir haben gemeinsam Bücher gelesen. Wir wissen alles über die Atmosphäre, die Planeten, deren Monde, die Ringe des Saturns. Wir kennen uns bestens aus mit schwarzen Löchern. Und als wir nicht mehr weiter kamen mit unseren schlauen Büchern, haben wir angefangen, uns durchs Internet zu wühlen. Wir haben auf der NASA-Seite ein Video von der Mondlandung aufgetrieben. Das haben wir uns geschätzte 431 Mal angeschaut. Spannend. Vor allem, wenn man immer neue, putzige Details aufstöbert. Wer hat schon gewusst, dass die USA-Fahne, die die Astronauten wacker auf dem Mond aufstellten, beim Abflug der Mondfähre zurück zum Raumschiff gleich wieder umfiel, weil sie zu nahe an der Mondfähre stand? Wir jedenfalls wissen das jetzt.

Irgendwann kam der Wunsch auf, die Planeten zu basteln. Mit Pappmachée wollte der Knirps das angehen. Aber da wir beide an Infekten laborierten, lehnte ich das kategorisch ab. Stattdessen schritten wir gemeinsam zur Tat und ersteigerten bei Ebay ein Sonnensystem zum Zusammenbasteln. Heute kam es an. Ein flacher Karton voll mit 16 Planetenhälften und zwei halben Sonnen. Die mussten wir allesamt erst bemalen - dank der mitgelieferten Farbtöpfchen war das kein größeres Problem. Die Leuchtfarbe war auch noch dabei. Als die bunte Farbe endlich getrocknet war, hat der Kleine heute Abend vor dem Schlafengehen noch hurtig die Planeten in Leuchtmurmeln verwandelt. Morgen werden wir die Angelschnur in verschieden lange Stücke zerschneiden, die Planeten daran befestigen und dann an vier Stangen festbinden. Dann werden wir stolze Besitzer eines eigenen Sonnensystems sein. Und das leuchtet sogar im Dunkeln. Okay, es ist nicht so perfekt bemalt, wie es vielleicht sein sollte. Aber wenn’s an der Decke des Spielzimmers hängt, wird man das sowieso nicht mehr sehen.