Getroffen.

Es gibt gute Tage. Viele gute Tage. Tage, an denen wir unser Leben zu dritt genießen. Tage, an denen ich froh und stolz bin, so einen großen Jungen zu haben.  Tage, an denen ich mein Glück nicht fassen kann.

Und es gibt Tage wie gestern. Rabenschwarze Tage. Eine Bekannte erzählte mir, dass unsere Nachbarn an Silvester ein Kind bekommen haben. Der Frau sieht man es nicht mehr an, ob sie schwanger ist. Draußen sieht man sie ohnehin fast nie. Zuviel Arbeit, schätze ich. Das Baby ist ihr elftes Kind. Ambulant entbunden. Weil die Familie sie zu Hause braucht. Die Frau ist 37. Da kann noch was kommen. Sie sind erzkonservative Baptisten aus der ehemaligen Sowjetunion. Eins der Kinder ist in Juniors Klasse.

Dann am Nachmittag der nächste Volltreffer. Juniors bester Freund hat Windpocken. Wir bringen ihm täglich die Hausaufgaben. Gestern kam seine Mutter zur Tür. Offensichtlich schwanger. Das sechste Kind ist unterwegs. Junior reagierte zornig. “Wieso bekommen die noch ein Kind und wir schon seit sieben Jahren nicht mehr?”, heulte er wütend im Auto. Er hat ja recht. Es tut mir so weh, dass er sich so sehr ein Geschwisterchen wünscht. Und dass um uns herum offenbar alle ausgesprochen fruchtbar sind.

Gestern Abend konnte ich nicht einschlafen. Bis nach 2 Uhr war ich wach. Herzrasen, Unruhe, Zittern, Angst vor einem Herzinfarkt, Angst davor, Junior nicht aufwachsen zu sehen. Eine Panikattacke vom Feinsten. Wann hört das jemals auf? Manchmal denke ich, ich komme da nicht allein raus. Aber dann kommen wieder gute Tage. Viele gute Tage. Morgen wird es wieder besser gehen. Morgen. Oder übermorgen. Bestimmt.


3 Kommentare zu “Getroffen.”

  1. iri schreibt:

    Kommt mal her ihr beiden
    *troest* *knuddel*

    Ich schick die guten Tage mal zu euch rüber. Bei mir waren sie schon ;-)

    Alles Liebe von
    der iri

  2. Gilly schreibt:

    *troest*
    Ich denk an Dich.

    LG Gilly

  3. gumpy schreibt:

    *troest*

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