Geschuftet.
Kontrastprogramm. Nach dem Faulenzer-Tag gestern musste ich heute doch mal richtig reinhauen. Chronik eines erschöpfenden Tages.
6.30 Uhr: Wecker klingelt. Duschen. Kind wecken und in mein Bett schleifen. Kurz kuscheln. Kind waschen und anziehen. Frühstück machen. Zeitung reinholen. Pausenbrot schmieren. Kind antreiben. Turnbeutel suchen. Kind ins Auto packen. Kind ausnahmsweise zur Schule bringen. Einkaufen. Spurt durch Aldi und den Supermarkt meines Vertrauens. Zutaten fürs Mittagessen und fürs Kuchenbacken zusammenraffen. Rasant heimwärts. Wäsche sortieren. Waschmaschine anwerfen. Betten machen. Haus aufräumen. Zwischendurch immer mal wieder Menschen an Telefon und Haustür abwimmeln. Woher wissen die alle, dass ich zu Hause bin? Ob Missionare oder Versicherungsvertreter - sie riechen es förmlich. Aber heute nicht mit mir.
11 Uhr: Bügeln. Leiche aus dem Aquarium bergen. Der kleine Wels sah gestern schon nicht gut aus. Gottlob muss ich ihn nicht im Eiswasser abmurksen. Er starb über Nacht. Bei der Gelegenheit wechsele ich das Wasser. Neues Wasser einfüllen. Pflanzen im Becken neu sortieren und zurechtstutzen. Weiter bügeln.
12 Uhr: Kochen. Spaghetti mit Aldi-Garnelen in mediterranem Sud. Geht schön schnell. Ups. Kuchen vergessen. Also: Im Schnelldurchgang doppelte Menge Gewürzkuchen rühren, in vier kleine und eine große Form füllen. Ab in den Ofen. Zwischendurch hurtig die Spülmaschine ausräumen.
12.45 Uhr: Junior ist wieder da. Mit Bärenhunger nach fünf Schulstunden. Gemeinsam schlingen wir das köstliche Mahl in uns hinein. Hausaufgaben. Er macht sie, ich sitze dabei. Er will das so. Kuchen aus dem Ofen holen, Formen in die Spülmaschine stopfen.
13.30 Uhr: Putzfee im Anmarsch. Küche sieht noch aus wie ein Trümmerfeld. Sie startet oben, ich mache unten klar Schiff. Junior zischt ab zu seinem Kumpel. Klingelt nach zwei Minuten wieder. Kumpel quält sich noch mit den Hausaufgaben. Der Wäschetrockner ist fertig. Wäsche falten. Wegräumen. Rechnung bezahlen - geht gottlob online, muss ich nicht los in die Stadt. Drei Knöpfe annähen. Eine Hose reparieren. Einen Wilde-Kerle-Aufnäher von einer rettungslos zerstörten Hose abtrennen. Bloß nicht wegwerfen. Juniors Kumpel klingelt. Will drinnen spielen bei uns. Geht aber nicht wegen der Putzfee. Hüpfend ziehen die Zwei von dannen. Die Sonne scheint auf gruselig dreckige Fenster. Aber die nicht auch noch heute. Die müssen warten.
16.30 Uhr: Mein Liebster kommt von der Arbeit. Regt sich über dieselbe samt Kollegen auf. Cappuccino für ihn kochen. Weitere Waschmaschine anwerfen. Kochwäsche. Spülmaschine wieder ausräumen. Junior kommt heim, hat sich gezankt mit dem Kumpel. Drei dicke Kratzer zieren seine Wangen. Schachspielen lenkt ab. Macht er gern. Und leider immer besser. Ich kann so grad noch mithalten. Wäsche in den Trockner räumen.
18 Uhr: Abendessen vorbereiten. Spaghetti für Mann und Maus. Brote für mich. Nochmal Schach spielen.
20 Uhr: Junior geht ins Bett. Geschichte vorlesen. Allabendliche Sprechstunde - er erzählt nochmal, was ihm wichtig war an diesem Tag. Endspurt. Weihnachtsgeschenke für die diversen Patenkinder, Nichten und Neffen sowie Oma einpacken. Bloß nichts verwechseln, die Zwerge sind da eigen.
22.30 Uhr: Geschafft. Feierabend. Der Nächste, der mir erzählt, als Hausfrau habe man nichts zu tun, bekommt von mir eigenhändig eine geklebt. Mir langt’s. Vielleicht wär’s besser verteilt, wenn ich nicht jede zweite Woche Vollzeit arbeiten würde. Mit 14-Stunden-Tagen und mehr. Da muss ich in der freien Woche viel aufholen.
Ungerecht finde ich was anderes: Faulenzer-Tage werden doch irgendwie bestraft. Das ist nicht nett.
Freitag, 14 Dezember 2007 at 08:34
Uff. *ggg*
Mehr fällt mir da nicht ein (höchstens meine Wohnung, die so einen Tag auch mal nötig hätte).
lg sasa