Getröstet.
Was für ein Morgen. Junior flitzt fröhlich pfeifend zur Schule. Zehn Minuten zu früh. Sie haben Projektwoche. Er freut sich riesig. Heute jedenfalls. Gestern hatte er noch schwere Bedenken, weil er in der Gruppe bestimmt niemanden kennt. Und weil er überhaupt lieber in einem anderen Projekt wäre. Drei Wünsche durfte er auf einem Zettel notieren. Aber statt - wie das jeder andere Mensch sicher tun würde - die Lieblingsprojekte nach Beliebtheit aufzuschreiben, sortierte unser Klötzchen die Projektnamen nach dem Alphabet. Ordnung muss sein. Warum einfach, wenn’s auch umständlich geht. So landete er naturgemäß in dem Projekt, das mit A beginnt - dabei wäre er viel lieber zu T gegangen.
Da muss er nun durch. Gestern jedenfalls war er restlos begeistert von seinem Projekt. Eine Klassenkameradin, die er ganz besonders gern mag, ist auch mit dabei. Das ist ja schon mal die halbe Miete. Heute Morgen flog er förmlich zur Schule. Leider hatte ich vergessen, ihm vor dem Abflug seine Medizin einzuflößen. Antibiotikum gegen Scharlach. Damit ist nicht zu spaßen. Außerdem hätte er die Flasche mitnehmen müssen, damit er mittags in der Ganztagsbetreuung ebenfalls seine Ration Medizin bekommt. Ich also ins Auto und zur Schule gedüst.
Junior bot ein Bild des Jammers. Er lief hin und her wie ein Tiger im Käfig, Tränen strömten über sein Gesicht. “Ihich hahab meiheinen Stohock vehergehehessehen”, schluchzte er mir entgegen. Den Stock! Oh nein! Für sein Projekt sollte er heute als Hausaufgabe einen 20 Zentimeter langen Stock mitbringen. Gut, dass der Junge so früh dran war heute. Medizin verabreicht, Flasche in den Ranzen gestopft, zum Auto gerannt, heimgerast, Stock aus dem Garten gezerrt - und ab zurück zur Schule. Dort wartete Junior schon sehnsüchtig, immer noch leise schluchzend. Selig drückte er mich ganz fest an sich und hauchte noch rasch ein “Danke Mama!” in mein Öhrchen. Dann sauste er überglücklich von dannen.
Ob ich wohl lieb bin? Ich finde, für heute habe ich mir den Pfadfinderorden schon mal verdient.
Dienstag, 6 November 2007 at 13:40
Du bist mit Abstand die beste Mutti der Welt
und so manch einer sollte oder könnte sich vielleicht wenigstens ein kleines Stückchen davon abschneiden 
Marina die Euch einen schönen Tag wünscht
Dienstag, 6 November 2007 at 13:49
Genau! Die allerliebste Mutti der Welt
LG Schäfchen
Mittwoch, 7 November 2007 at 01:38
Da haste Dir wirklich den Junior-Retter-Orden verdient. Best Mutti of the world
.
Liebe Grüße
Gilly
Mittwoch, 7 November 2007 at 22:44
oh wie niedlich, da schmilzt einem ja das Herz
Da hatte es doch was gutes das er die Medizin vergessen hat, war bestimmt eine kleine “aufmerksamkeit” von jemandem im Himmel 
Mittwoch, 7 November 2007 at 23:45
Jaaaa, da hat mir ganz sicher der Opa einen Wink gegeben