Archiv für Oktober, 2007

Geärgert.

Mittwoch, 31 Oktober 2007

Post von der Krankenkasse. Ich zitiere:

“Ihre Arbeitsunfähigkeit

Sehr geehrte Frau Shusl,

im Zusammenhang mit Ihrer Erkrankung vom 9.10.2007 an möchte ich gerne ein persönliches Gespräch mit Ihnen führen. Gleichzeitig möchte ich mich für die Dauer ihrer Arbeitsunfähigkeit als Ihr Ansprechpartner vorstellen. Dazu lade ich Sie für Montag, 5. 11.2007, um 14 Uhr in die Geschäftsstelle xyz ein.

Ich freue mich auf das Gespräch und wünsche Ihnen eine gute Besserung. Im Interesse eines reibungslosen Ablaufs ist es wichtig, dass Sie den Termin einhalten. Sollten Sie inzwischen wieder arbeitsfähig sein, rufen Sie mich bitte kurzfristig an. Danke.

Mit freundlichen Grüßen”

Zuerst war ich erstaunt. Dann verwirrt. Und schließlich stinksauer. Zerknüllte den Brief und pfefferte ihn in den Papierkorb. Ja, bei uns wird auch im Zorn noch Müll getrennt.

Was schleimt der Typ sich so ein? Ich war gerade mal 20 Tage krank. Inklusive Wochenende. Nicht vier Monate oder ein halbes Jahr. Und einen “Ansprechpartner” brauche ich auch nicht. Solange ich brav zahle und arbeite, habe ich doch auch keinen persönlichen Ansprechpartner. Da bellt mich nur ein Suppenhuhn unfreundlich an, wenn ich zaghaft nach Möglichkeiten einer offenen Badekur für Junior und mich frage. “Nein, das wird sowieso fast nie bewilligt, das können Sie gleich vergessen.” Da hätte ich einen Ansprechpartner gebrauchen können. Aber jetzt? Nö. Kein Bedarf.

Ich rief ihn an, den guten Mann von der Krankenkasse. Fragte erst mal, worum es denn bei dem Gespräch gehen sollte. Er wolle mal wissen, was gemacht worden sei, wie es weiter gehen solle und so. Aha. “Und so” interessiert mich gewöhnlich auch ungemein. Warum linst der Ansprechpartner nicht in seine Unterlagen? Da steht drin, was gemacht wurde. Dass man nach einer Operation wegen Karpaltunnelsyndroms nicht nach zwei Tagen wieder arbeiten kann, könnte er sich denken.

Und wie’s weitergehen soll? Da hätte das Männlein mal besser in seinen Computer geschaut. Mein gelber Zettel lief nur bis Sonntag. Gute Vorbereitung ist die halbe Miete, würde ich mal dreist formulieren. Spart auch Porto. Und Arbeitszeit eines Krankenkassenmitarbeiters. Und die müssen wir Mitglieder ja schließlich auch bezahlen.

Verfünffacht.

Dienstag, 30 Oktober 2007

Einen noch, dann habe ich sie abgearbeitet, die vielen Stöckchen :-)

5 Dinge… 

5 Dinge, die Du willst, aber nicht hast:  ein paar Jahre Urlaub, viel Zeit für mein Kind, endlos viel Geld, Platz in der Garage, ein sorgenfreies Leben. 

5 Dinge, die Du nicht willst, aber hast: Überstunden, Wochenenddienste, Histaminose, Kündigung der Putzfee, Kröten im Garten.

5 Dinge, die Du nicht willst und nicht hast: Liebeskummer, schwere Krankheiten, schlechte Nachrichten, Katze, Hund;

5 Dinge, die Du schon immer wissen wolltest: Wieso kann bei uns nichts mal auf Anhieb klappen? Wie funktioniert eine Rakete? Warum frieren Frauen früher als ihre Ehemänner? Warum stellen Ehemänner gern die Heizung runter? Was ist so Besonderes an Robbie Williams?

Gekürzt.

Montag, 29 Oktober 2007

Mann, die Stöckchen fliegen tief heuer.

Sag es mit nur einem Wort!

1.) Wo ist Dein Handy? Rucksack.

2.) Dein Partner? Liebster.

3.) Deine Haare? Lockig.

4.) Deine Mama? Wunderbar.

5.) Dein Papa? Gestorben.

6.) Lieblingsgegenstand? Laptop.

7.) Dein Traum von letzter Nacht? Vergessen.

8.) Dein Lieblingsgetränk? Bionade.

9.) Dein Traumauto? Honda CRV.

10.) Der Raum in dem Du dich befindest? Küche.

11.) Dein Ex? Welcher?

12.) Deine Angst? Puh.

13.) Was möchtest Du in 10 Jahren sein? Glücklich.

14.) Mit wem verbrachtest Du den gestrigen Abend? Familie.

15.) Was bist Du nicht? Raffiniert.

16.) Das letzte was Du getan hast? Getröstet.

17.) Was trägst Du? Kleidung.

18.) Dein Lieblingsbuch? Mankell.

19.) Das letzte was Du gegessen hast? Gewürzspekulatius.

20.) Dein Leben? Glücklich.

21.) Deine Stimmung? Mittelprächtig.

22.) Deine Freunde? Entfernt.

23.) Woran denkst Du gerade? Wetter.

24.) Was machst Du gerade? Stöckchenbearbeiten. 

25.) Dein Sommer? Angenehm.

26.) Was läuft in Deinem TV? NavyCIS.

27.) Wann hast Du das letzte Mal gelacht? Gerade.

28.) Das letzte Mal geweint? Freitag. 29.) Schule? Locker.

30.) Was hörst Du gerade? Pippi-Langstrumpf-Kassette.

31.) Liebste Wochenendbeschäftigung? Imgartensitzen.

32) Traumjob? Puh.

33.) Dein Computer? Arbeitsgerät.

34.) Außerhalb Deines Fensters? Regen.

35.) Bier? Nie.

36.) Mexikanisches Essen? Göttlich.

37.) Winter? Kälte.

38.) Religion? Naja.

39.) Urlaub? Camping.

40.) Auf Deinem Bett? Decke.

41.) Liebe? Ewig.

Gewünscht.

Montag, 29 Oktober 2007

Und noch ein Stöckchen ist mir vor die Füße gefallen.

— Kinderwunschstock —

Seit wann willst du Kinder? Seit 20 Jahren? Seit 30? Keine Ahnung. Für mich war es immer klar, dass ich eine Familie mit Kindern haben will.

Wieviele ursprünglich? Bubis oder Mädis? Fünf. Mindestens. Als wir feststellten, dass fünf Kinder nicht in ein normales Auto passen, haben wir auf drei reduziert. Heute sind wir froh, dass wir überhaupt ein Kind haben dürfen. 

Was könnt ihr selber dafür tun? Was habt ihr getan? Wir haben acht IUIs hinter uns. Bei der 1. IUI wurde ich gleich schwanger, unser Baby starb leider in der 9. Woche. Nach der 4. IUI haben wir eine Zwangspause eingelegt. Und dann geschah das Wunder - Junior entstand in der Behandlungspause. Zwei Jahre später haben wir noch einmal losgelegt. Nach der 8. IUI war dann Schluss, weil ich die Medikamente nicht mehr vertrug. 

Hat das deine Partnerwahl beeinflußt? Nein. Beim Kennenlernen war das nicht wirklich ein Thema.

Sieht deine Lebensplanung ein Leben ganz ohne Kinder vor? Ziele? Wünsche? Nein.

Und für Mamas: Am Ziel eurer Wünsche? Oder die Sehnsucht nach einem zweiten? Die Sehnsucht nach weiteren Kindern ist oft riesig. Aber wir haben die Behandlungen abgebrochen. Ich möchte lieber mein bereits geborenes Kind aufwachsen sehen, statt bei weiteren Behandlungen weitere gesundheitliche Probleme zu riskieren.

Wie weit würdest du gehen für ein Kind? Ich hätte alles dafür getan.

Fürchtest du manchmal, wie sich alles entwickelt hätte, wenn…….? es nicht geklappt hätte? Ich wäre daran zerbrochen. Ich war oft genug nahe dran. 

Hat sich was verändert?Dein Partner? Eure Partnerschaft? Ja. Wir haben festgestellt, dass wir eine gesunde gemeinsame Basis haben. Dass wir so schwere Zeiten gemeinsam durchstehen können und wollen.  

Wie ist der aktuelle Stand der Dinge - versuchsmäßig? Die Hoffnung gebe ich nie auf. Aber Behandlungen wird es nicht mehr geben. Wir wollen leben - mit unserem Kind.

Die blödesten Kommentare von Außenstehenden?

Entspannt Euch mal, dann klappt das schon.

Gibt es außer hier im Forum noch irgendwen, mit dem ihr reden könnt - richtig reden? Zu dem ihr kommen könnt, der euch zuhört? Oder würdet ihr euch immer an Menschen halten, denen es ähnlich geht wie euch? Wir sind immer sehr offen mit unserem Kinderwunsch umgegangen. In unserem Umfeld wissen alle Bescheid. Aber das Kinderwunschforum hat mir schon sehr geholfen, Themen zu verarbeiten, für die “normale” Menschen einfach keinen Sinn und kein Interesse haben.

Geliebt.

Montag, 29 Oktober 2007

Und noch ein Stöckchen.

Das Lieblingsstöckchen?!

Lieblingsschlafklamotten: Kuschelig-warmer Schlafanzug. 

Lieblingsbettwäsche: Im Sommer ganz alte Bettwäsche von meiner Mutter, deren Stoff herrlich kühlt. Das Muster ist, nun ja, gewöhnungsbedürftig - orange mit Apfelsinen drauf. Aber die Stoffqualität reißt es raus. Im Winter kuschelig-warme Biber-Bettwäsche.

Lieblingsschlafposition:  Auf der Seite, beide Arme und Beine um ein dickes Kissen gewickelt.

Hast du ein Einschlafritual? Ich kann nicht einschlafen, ohne vorher noch ein paar Seiten zu lesen. Oft knallt mir dabei das Buch auf die Nase.  

Hast du ein Kuscheltier, Knuddelkissen o.ä.? Elvis, mein Hund, lag früher immer und überall mit im Bett. Inzwischen sitzt er in Juniors Bett und wacht dort.

Was machst du, wenn du nicht schlafen kannst? Ich stehe auf, gehe in die Küche und lese Spiegel. Das hilft meistens.

Wie groß ist dein Bett? 2×2 Meter.

Wieviele Kissen hast du? 2, eins für den Kopf, eins zum Drumwickeln.

Links oder rechts? Rechts. Das ist näher an der Bad-Tür.

Wie läßt du dich wecken? Erst geht der Radiowecker an, zwei Minuten später piept der Funkwecker. Sicher ist sicher.

Stehst du direkt auf oder bleibst du noch etwas liegen? Ich komme ganz schlecht raus morgens. Ich bleibe noch bis zum Ende der Nachrichten unter der warmen Decke und stehe dann erst auf.

Dein erster Gedanke am Morgen? Schon? 

Was machst du, um wach zu werden? Ich trinke ein Glas Apfelsinensaft und einen schwarzen Tee mit Milch und Kandis.

Gefangen.

Montag, 29 Oktober 2007

Puh, hier sind gerade jede Menge Stöckchen unterwegs. Junior liegt fiebernd auf dem Sofa und schaut ein Papa-Löwe-und-seine-sieben-glücklichen-Kinder-Video. Da hab ich ein wenig Zeit. Ich hab mal das Weihnachtsstöckchen gefangen: 

1.) Was bedeutet für Dich Weihnachten? Ich bin ein bekennender Weihnachtsfreak. Ich liebe Weihnachten. Ich liebe den Duft unseres Tannenbaums. Ich liebe die Spannung und Aufregung im ganzen Haus vor der Bescherung. Ich liebe es, wenn Junior ums Haus schleicht, um einen Blick aufs Christkind zu erhaschen. Ich liebe es, wenn Junior von einem Ohr bis zum anderen strahlt, wenn er die Geschenke unterm Baum entdeckt. Ich liebe es, wenn überall Lichter glitzern.

2.) Feierst Du Weihnachten und wenn ja, wie? Und wie! Mit allen Schikanen. Heiligabend nur wir, zu dritt, ganz gemütlich. Wir gehen zur Krippenfeier für Kinder in die Kirche. Danach gibt’s einen kleinen Happen zu essen. Nichts Aufwändiges, dafür hat bei uns niemand einen Sinn an einem solchen Abend. Meistens Nudelsalat und Bockwürstchen. Und danach endlich die Bescherung. Den Rest des Abends sind wir mit diversen Aufbauarbeiten (Playmobil - die Geißel aller Eltern an Heiligabend!) und Spielen beschäftigt. Am ersten Weihnachtstag fahren wir zu meiner Mutter, dort ist dann noch einmal Bescherung, nachmittags großes Familientreffen im Hause meiner Oma. Am nächsten Morgen fahren wir nach dem Frühstück heim, nachmittags geht’s zu Schwiegereltern. Ganz schöner Marathon. Aber schön.

3.) Hast Du einen Weihnachtsbaum und wenn ja, wie schmückst Du ihn? Aber sicher! Wir kaufen immer extra einen Baum, der richtig duftet. Also kein neumodischer, glattnadeliger Nordmann, sondern eine schnöde, pieksende Fichte. Schmuck? Naja, das variiert. Junior bastelt meist was - und irgendwie dekorieren wir seine Bastelarbeiten aus den Vorjahren und das, was die Weihnachtskiste noch so hergibt, um seine neuesten Werke herum. Da Junior mitschmückt, hängt unten meist sehr viel Schmuck, oben ist es übersichtlicher. Und wir haben immer mindestens drei große Lichterketten im Baum, damit es richtig schön glitzert.

4.) Weihnachten und Kirchgang - gibt es das bei Dir? Ja. Wir gehen mit Junior an Heiligabend in die Krippenfeier für Kinder. Die ist immer sehr schön, wird auch von Kindern gestaltet. Es werden Weihnachtslieder gesungen. Ich denke, das gehört dazu. Weihnachten ist das Fest der Geburt Jesu - soll ich das leugnen? Dann kann ich mir die Geschenke und all die anderen Bräuche auch sparen. Das wäre dann gänzlich sinnlos. Das ist und bleibt bei uns der Kern von Weihnachten.

5.) Wann kaufst Du denn so Deine Geschenke? Das ganze Jahr über sammele ich Ideen, Sonderangebote. Ich versuche, mir auch die Wünsche zu merken, die meine Lieben das Jahr über so nebenher äußern. Meist bin ich im Oktober schon fertig mit Geschenkekaufen.  

6.) Hast Du einen “Etat” für Deine Geschenke? Nein.

7.) Gab es schon mal sehr außergewöhnliche Erlebnisse an Weihnachten bei Dir? Mein Liebster hat häufig ungewöhnliche Geschenkideen. Einmal bekam ich eine Reserveradabdeckung für meinen Geländewagen. Ein riesiges Paket. Aber ich hätte nie erraten, was darin sein könnte. Nicht unbedingt romantisch, aber trotzdem schön. Unser bisher schlimmstes Weihnachtsfest hatten wir 2001: Junior musste an Heiligabend ins Krankenhaus. Er hatte Rota-Viren, war dehydriert. Bis zum Tag nach Weihnachten mussten wir in der Klinik bleiben. Unser erstes Weihnachten als Familie mit Kind hatten wir uns weiß Gott anders vorgestellt.

8.) Weihnachten und Schnee - kennst Du das? Klar, das gibt’s hier draußen im Grünen gelegentlich.

9.) An Weihnachten im Auslands-Urlaub, kannst Du Dir das vorstellen? Nein. Für uns ist Weihnachten ein Fest der Familie - die können wir ja nicht allesamt mitschleppen.

10.) Warst Du schon mal im Auslands-Urlaub an Weihnachten und wie war es und wo? Nein.

11.) Gibt es etwas, was Du noch zum Thema “Weihnachten” schreiben möchtest? Es ist gar nicht mehr lange hin. Und ich freue mich wie eine Schneekönigin darauf!

Romantisch.

Montag, 29 Oktober 2007

So unterschiedlich können Männer sein. Der Eine liebt romantisches Kerzenlicht, leise Musik, Kuscheln auf dem Sofa. Der Andere sagt während eines Candellight-Dinners: “Mach doch mal das Licht an. Man sieht ja gar nicht, was man isst.” Der Eine - das ist Junior. Der Andere ist mein Gemahl. Man könnte meinen, sie sind nicht miteinander verwandt. Aber auf die Idee käme man nur, wenn man sie nicht nebeneinander sehen würde. Junior sah vom ersten Augenblick an seinem Erzeuger außerordentlich ähnlich. Die Ohren, das Grübchen am Kinn, die Oberlippenform, die Augenbrauen, die Stirn, die Zehen, die Finger - alles von mir. Die Nase, die Augen, die ellenlangen Wimpern, die Zähne, der Mund, die Schultern - alles von meinem Mann. Das ist irgendwie ungerecht - denn als Gesamtbild sieht der Bub eindeutig dem Vater ähnlich.

Schön ist auch Juniors Antwort, mit wem er denn ein romantisches Gelage bei Kerzenschein erleben möchte. Er strahlte wie ein Honigkuchenpferd und säuselte: “Mit dir natürlich, Mama!” Ach. Wenn es nur so bliebe. Aber was fasele ich verzückt. Ich will Enkelkinder. Jede Menge. Da muss er sich wen anders suchen fürs schicke Abendessen. Ich werde damit fertig. Irgendwann. Aber heute genieße ich diese Liebeserklärungen. Sehr sogar.

Blond.

Freitag, 26 Oktober 2007

Wir kuscheln gemütlich auf dem Sofa. Junior schaut mich lange an. Dann sagt er: “Mama, du wirst da blond!” Er zeigt auf mein rechtes Auge. Und dann legt er nach: “Aber das ist nur ein Haar.” R. gröhlt. Blond ist das ganz sicher nicht, was das Kind da mit Argusaugen entdeckt hat. Eine graue Wimper. Die erste graue Wimper. Bisher waren wenigstens die noch dunkel. Die Haare färbe ich schon seit Jahrzehnten. Sonst hätte ich statt dunkelbrauner Locken nur noch eine graue Mähne. Und nun das. Schonungslos schlägt das Alter zu. Wenigstens habe ich dank Eigenfettunterfütterung kaum Falten. Hat eben auch Vorteile. Hilft nur bei den Haaren nicht.

Verrückt.

Donnerstag, 25 Oktober 2007

Wir haben eine Meise. Das mag manchen Leser nicht weiter verwundern. Pfui. Wie garstig. Nein, wir haben einen Vogel. So ein Tier mit Flügeln und zwei Beinen und einem Schnabel. Eine Blaumeise, um es genau zu sagen. Und ein Rotkehlchen. Wobei das Rotkehlchen zuerst da war. Aber das hätte nicht so gut als Einstieg gepasst.

Das Rotkehlchen hat ein inniges Verhältnis zu unseren Fenstern auf der Südseite entwickelt. Die Fenster sind groß. Vier Doppelfenster bis zum Boden. Je zwei in der Küche und im Wohnzimmer. Das Vögelchen flattert emsig die Fenster herauf und herunter, stößt dabei immer ganz leicht gegen die Fenster. Es flattert und flattert und flattert. Sehr ausdauernd. Und dabei bekleckert es Fenster, Fensterbänke, Geländer und Terrasse mit vielen, vielen kleinen Kothäufchen. Das ist nicht nett. Nein. Gar nicht nett.

Gestern habe ich wacker einhändig (immer noch mit Gips) schwarze Pappvögel ausgeschnitten. Den Tipp habe ich mal von einem Tierschutzvereinsvorsitzenden bekommen, als ein Vogel immer mit Schmackes gegen das Esszimmerfenster meiner Mutter flog. Da funktionierte der Trick. Meine Kameraden sehen für meine Verhältnisse geradezu vogelähnlich aus. Die Papppiepmätze habe ich an die Fenster geklebt. Das Rotkehlchen ist beeindruckt. Möglicherweise weiß es meine Bastelkünste zu schätzen. Abschrecken vom Fensterrauf- und -runterflattern lässt es sich jedenfalls nicht. Vielleicht sieht das verrückte Vögelchen ja sein Spiegelbild in den Fenstern und hofft auf einen Spielgefährten. Also habe ich die Pappvögel von außen an die Fenster geklebt. Und unser Vögelchen verschwand.

Heute kam es zurück. Und es brachte gleich noch einen Kumpel mit. Eine Blaumeise. Nun flattern sie einträchtig die Fenster rauf und runter - und verlieren einträchtig Kothäufchen. Pfui. Und meine Pappvögelchen? Ja, die hängen halt da von außen an den Fenstern. Die lebendigen Viecher flattern wacker drüber, drunter, dran vorbei. Auch ein Positionswechsel der Pappkameraden bringt keine Abhilfe.

Ich habe keinen blassen Schimmer, wie ich unsere neuen Zaungäste nun noch verscheuchen kann. Aber es nervt. Nervt. Nervt. Ich kann nicht mal abhauen. Darf ja mit dem Gips nicht Autofahren. Selbst wenn ich nicht hinsehe, höre ich das Geflatter an der Scheibe. Und über die Vogelscheiße überall ärgere ich mich auch. Zumal wir immer noch keine Nachfolgerin für unsere Putzfee gefunden haben. Ich will diese blöden Vögel wieder loswerden!

Nachtrag am 26.10.07: Och neeee, da isser schon wieder, dieser bekloppte Piepmatz. Aber heute wieder nur das Rotkehlchen. Der Meise hat’s wohl nicht gefallen bei uns.

Gähnend.

Mittwoch, 24 Oktober 2007

Was für ein langweiliger Tag. Da ich immer noch eine Gipsschiene an der linken Hand habe, kann ich nicht viel tun im Haus, kann aber auch nicht weg. Autofahren mit Gips macht keinen guten Eindruck bei Polizeikontrollen. Außerdem schmerzt die Hand nach wie vor, wenn ich sie bewege. Und einhändig kann man sowieso nicht viel machen.

Junior musste elendig viele Hausaufgaben machen. Draußen war’s trübe. Der Nachbar hat uns bei der Gartenarbeit wieder mit seinem Maurer-Dekolleté beglückt. Sehr unappetitlich. Der andere Nachbar hat wie ein Berserker seine Sträucher zurückgeschnitten - und den Müll mitten in Juniors geliebtes Labyrinth geschmissen. Trug auch nicht zur Freude bei. Junior weilte für zwei Stunden auf eigenen Wunsch bei der Tagesmutter. Er wollte mit deren Ehemann mit der Märklin-Eisenbahn spielen. Sie haben gebastelt, geklebt und gewerkelt. Sehr niedlich. Dafür zahle ich doch gern 7 Euro.

Ich bin müde. Gibt es auch Herbstmüdigkeit? Oder sind das die Vorboten der November-Depression? Schalke hat verloren. Ich muss mich erst mal hinlegen.