Archiv für Juli, 2007

Baden.

Freitag, 6 Juli 2007

Junior ist eine Wasserratte. Wenn’s ums Schwimmen geht, kann er gar nicht so schnell ins Wasser kommen, wie er das gerne hätte. Er schwimmt wie ein Fisch. Er liebt es, im Wasser zu toben. Nur mit dem Duschen oder Baden hat er’s  nicht so. Letztes Jahr auf dem Campingplatz brüllte er lauthals unter der Dusche: “Ich werde hier misshandelt! Die Oma hat gesagt, im Urlaub muss man nicht duschen!” War ein echter Lacher.

Gestern erzählte ich ihm von unserer offenen Badekur, die er und ich im Urlaub machen werden. Ich schwärmte in den höchsten Tönen, dass wir da endlich mal in Ruhe und in geballter Form etwas für unsere Gesundheit tun können. Er schaute nicht wirklich begeistert. Ich erzählte, dass das gut für seine Bronchien sei, damit er nicht mehr so häufig krank werde. Keine Gegenliebe. Seine einzige Frage: “Aber wir machen das zusammen, ja?” Klar. Machen wir. Dann dachte er eine Weile nach. Schließlich brach es aus ihm heraus: “Mama, ich will keine Badekur machen. Was soll daran gesund sein, zwei Wochen lang jeden Tag ganz lange zu baden?” Pure Verzweiflung.

Und ich konnte mich kaum noch halten. Da hatte der kleine Knirps das Ganze doch ein wenig wörtlich genommen. Badekur = dauernd Baden. Ich konnte ihn beruhigen. Da muss er vermutlich nur inhalieren. Das Baden erledigen wir hoffentlich bei herrlichem Wetter in der Nordsee.

Emma.

Donnerstag, 5 Juli 2007

Irgendwas machen Männer besser als Frauen. Oder zumindest vorausschauender.

Ein Beispiel. Wir sind diese Woche beide voll berufstätig. Er hat Nachtschicht, ist von 20.30 bis 8.30 Uhr außer Haus. Ich arbeite ab 10 Uhr bis etwa 19/20 Uhr (unterschiedlich, nicht vorhersehbar). Immerhin: Er kocht das Abendessen für sich und Junior. Der Rest bleibt liegen. Komplett. Die Folge: Ich habe gestern bis 0.30 Uhr gebügelt. Heute bin ich um 6.30 Uhr aufgestanden, um noch vor der Arbeit die Trümmer in der Küche zu beseitigen. Denn dieser Raum sah nach seiner gestrigen Nahrungszubereitung aus wie ein Schlachtfeld. Und der Putzfee, die heute in drei Stunden das gesamte Haus auf Vordermann bringen soll, wollte ich dieses Chaos nicht zumuten.

Warum bin immer ich für sowas zuständig? Ganz selbstverständlich? Wer hätte das gedacht, dass mir mal sowas passiert. Mir, die ich jahrelang ein Emma-Abo hatte…

Lecker.

Donnerstag, 5 Juli 2007

Volltreffer. Ich habe den ultimativen Hochgenuss erlebt. Kulinarischer Höhenflug. Ich mag gern Cappuccino. Schnöde aus der Blechdose. Nichts Vornehmes. Fünf Löffel Pulver in die große Kaffeetasse, heißes Wasser drauf, ein wenig Milch dazu - fertig. Schmeckt gewöhnlich lecker und geht ratzfatz.

Diesmal roch der Cappuccino schon ganz seltsam. Auch die Milch konnte den merkwürdigen Duft nicht vertreiben. Irgendwie biss es richtig in der Nase. Ich hätte auf meinen Riechkolben hören sollen. Beim ersten Schluck überkam mich spontan der Würgereflex. Widerlich. Sowas Ekelhaftes umspülte niemals zuvor meinen Gaumen.

Das kommt davon, wenn ein Familienmitglied den Wasserkocher mit Essig auskocht, dann aber vergisst, das Essigwasser wegzukippen. Mrs. Ungeschickt ließ nicht lange auf sich warten - und bereitete sich einen Cappuccino mit Essigwasser zu. Lecker. Ausgesprochen lecker. Vor allem, wenn noch mehr Leute am Tisch sitzen und man nicht gleich den ganzen ersten Schluck ausspucken kann. Der Geschmack hält sich ewig!

Überstanden!

Dienstag, 3 Juli 2007

Hurra! Hurra! Hurra! Hurra! Ich bin sooooo dankbar! Junior hatte heute einen Kontrolltermin im Krankenhaus. Und zwar den letzten! Zehn Wochen nach dem Unfall ist die Wunde endlich verheilt. Er kann den Finger normal bewegen. Die neu gewachsene Fingerkuppe ist nicht taub. Der Finger ist ein wenig kürzer als der Ringfinger der rechten Hand. Der verletzte Finger ist auch oben dicker als der anderen Finger, weil das neue Gewebe nicht so gleichmäßig gewachsen ist. Aber das fällt nur auf, wenn man den rechten und den linken Ringfinger direkt nebeneinander hält. Zwar ist der neu gewachsene Fingernagel noch locker und wird wohl noch abfallen, meinte die Ärztin heute. Aber da kommt dann gleich ein neuer Nagel. Er muss halt noch ein wenig vorsichtig sein beim Spielen und Toben.

Der Junge ist so unglaublich glücklich. Er hat ein tierisches Jubelgebrüll angestimmt, als er hörte, dass er nicht mehr ins Krankenhaus muss. Zehn Wochen lang jeden zweiten oder dritten Tag haben sie ihn gequält, ihm immer und immer und immer wieder weh getan. Und nun ist endlich, endlich, endlich Schluss damit! Vorhin beim abendlichen Beten hat er noch jauchzend ein Gebet nachgeschoben: “Danke, lieber Gott, dass mein Finger endlich wieder heile ist! Danke! Danke! Ich bin sooooo froh!”

Umwerfend.

Sonntag, 1 Juli 2007

Und zack, ist die Auszeit schon wieder vorbei. Der Urlaub war sehr erholsam. Und auch irgendwie umwerfend. Denn ein heftiger Orkan hat uns am Mittwoch mächtig beeindruckt. Im Garten der Wirtsleute wurde ein Apfelbaum entwurzelt. Das fanden die Kinder höchst spannend.

Wir waren trotz der Wetterkapriolen häufig am Strand. Zweimal sogar zum Baden. Junior hat gebuddelt, Kanäle gebaut, Steine gesammelt. Einige Muscheln hat er auch gefunden - so an die 250, schätze ich mal grob. Die liegen in der Garage. Der betörende Duft aus dem Pappkarton war schon sehr penetrant. Jetzt dürfen Juniors Schätze dort erst mal ausdünsten.

Seinem Finger geht es wieder gut. Nach der Operation ging es ruckzuck. Das Salzwasser hat den letzten Kick gegeben. Seit einer Woche hat er weder Verband noch Pflaster am Finger. Und er ist überglücklich. Man merkt förmlich, wie erleichtert er ist. Und ich erst. Am Dienstag geht er nochmal zur Untersuchung ins Krankenhaus. Danach ist das Thema hoffentlich erledigt. Man sieht zwar noch deutlich, dass der Finger verletzt war, aber wenigstens ist er heile, der Fingernagel ist auch wieder gewachsen. Zwar buckeliger und kürzer als vorher, aber immerhin.

So, jetzt noch 3 Wochen aushalten, 2 davon arbeitend, dann geht’s zur offenen Badekur an die Nordsee. Denn die ist bewilligt - ohne Nachfragen, ohne Probleme. Für Junior und für mich. Ich kann unser Glück gar nicht fassen.