Weibergeschichten.
Junior will am Sonntag bei seiner Freundin übernachten. Ja. Fängt früh an, der Herr. Neulich hatte die Dame ja Geburtstag, da wurde fein auf dem Bauernhof gefeiert. Und - wie berichtet - hatte es ihm dort am besten auf dem Heuboden bei der Strohschlacht gefallen. Ja. Das gibt mir im Nachhinein auch zu denken.
Zwischenzeitlich war er nun wieder mit seiner anderen Herzensdame auf Achse. Das junge Paar hat eine Woche Urlaub gemeinsam an der Ostsee verbracht. Allerdings mit insgesamt sieben weiteren Familienmitgliedern. Da war kein Platz für traute Zweisamkeit. Zurück zu Hause stand dann die Bauernhofparty mit der anderen Lady an. Also wieder alles offen.
Nun will er also am Sonntag ein paar Straßen entfernt von seinen Erzeugern nächtigen. Einiges an Gepäck wird wohl mitreisen müssen. An erster Stelle: die Stillschlange. Dieses riesige Kissen, ursprünglich beim Stillen als Liegeplatz verwendet, benötigt der junge Mann zum Schlafen. Er wickelt sich einmal drumherum, schlingt also Arme und Beine um die unerhört große Schlange. Die muss immer mit. Sogar als wir nach Mallorca flogen, haben wir sie in einen riesigen Sack gepackt und mitgeschleppt. Neulich bei der Schulkinderübernachtung im Kindergarten war’s ihm zu peinlich, das Monstrum mitzunehmen. Aber zu seiner kleinen Freundin muss die Schlange mit. Und Ben, sein kleiner kuscheliger Teddy, darf auch diesmal mit. Ansonsten: nichts Bedeutsames mehr zum Einpacken.
Eben kam eine telefonische Vorwarnung. Das Mädchen hat einen bellenden Husten, der es vor allem nachts quält. Möglicherweise wird es nichts mit der Übernachtung. Junior nimmt’s gelassen: “Ach, wenn’s nur eine Übernachtung ist, die kann man ja mal absagen. Aber wenn’s eine Hochzeit wäre, da wäre ich echt traurig!” Tja, man muss eben Prioritäten setzen. Dann kommt man schon klar in seinem kleinen Leben. An dieser Einstellung sollten sich manche Schwerenöter ein Beispiel nehmen 