Männer.

R. war heute mit Junior im Krankenhaus. Und es kam, wie es kommen musste. Er hat wieder nur die Hälfte an offenen Fragen geklärt. Der Finger soll operiert werden. Wir sollen uns bis Freitag entscheiden, ob mit oder ohne Vollnarkose. Junior will keine Vollnarkose. Die Ärztin hat ihm gesagt, dass sie glaubt, er packt das. Er weiß genau, wo die Spritze hinkommt, wie sich der Finger anfühlen wird. Hat sie ihm ganz genau erklärt. Er findet das okay. Also fand er jedenfalls, bevor er im Bett lag und länger darüber nachdachte. Danach brauchte es mehrere Kuscheleinheiten, um ihn so weit zu beruhigen, dass er einschlafen konnte.

Mein Mann erzählt mir von dem heutigen Krankenhaustermin am Telefon. Die OP soll am Tag nach dem Urlaub sein. Dass ich an dem Tag wieder arbeiten muss - das hat er ganz vergessen. Auf die Idee ist er gar nicht gekommen. Wann beginnt denn die OP? Wie lange wird sie dauern? Kann der Kleine danach sofort heim? Wird er Schmerzen haben? Kann er in den Kindergarten, zur Tagesmutter oder besser mit Mama aufs Sofa? Wie lange dauert die Heilung? Öhm, das hat er nicht gefragt.

Typisch Mann. Das wäre einer Frau niemals passiert. Ich frag lieber 25 Mal nach, bis ich auch wirklich alles geklärt und kapiert habe. Sogar Junior fragt und fragt und fragt. Drum weiß ER auch so gut über die OP Bescheid. Nur R. hat entweder nicht richtig zugehört oder nicht nachgefragt. Was beides nicht hilfreich ist. Mir bleibt wieder mal nur das Übliche: Ich rufe morgen selbst an, frage nach, versuche, einen OP-Termin noch vor dem Urlaub zu vereinbaren, verschiebe den Urlaubsstart (1 Woche Fehmarn mit Oma, ohne R.) um zwei Tage. Hätte ich gleich tun sollen. Aber dann heißt es wieder, dass ich ihm ja nichts zutraue und alles an mich reiße. Ja, warum wohl?

Schlimmer ist nur Opa. Der hört auch noch schlecht.


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