Archiv für Juni, 2007

Urlaub!

Donnerstag, 21 Juni 2007

Selten hatten wir uns eine Auszeit so verdient wie diesmal. Junior und ich fahren am Freitag erst zu Oma und dann am Samstag mit Oma an die Ostsee. Hurraaaaaaaa! Und dank der OP gestern fühlt sich der tapfere Held schon wieder ziemlich gut. Er freut sich riesig aufs Meer. Ich auch. Selbst wenn es Katzen und Hunde regnen sollte, werden wir diesen Urlaub genießen.

Mit Blick auf die Wetterkarte werde ich allerdings nochmal eine Tasche mit wärmeren Klamotten dazu packen. Gut, dass wir mit dem Auto verreisen, da passt eine Menge rein. Bei Oma kann man sich schließlich drauf verlassen, dass sie mit kleinem Gepäck reist. Somit bleibt mehr Platz für Junior und mich.

Telefonisch  hat meine Mama schon für gute Laune gesorgt: Sie erzählte, dass sie gerade ein paar Bleche Plätzchen backt - für den Urlaub. Hmmmmm. Ich kann sie förmlich riechen!

Wir sind dann mal weg…

Nachtrag: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Oma will einen riesigen Koffer mitnehmen. Viel mitnehmen will sie nicht. Aber sie hat keine kleinere Tasche, sagt sie. Oje, das wird eng im Auto.

In memoriam.

Mittwoch, 20 Juni 2007

Heute Nacht ist ein lieber Mitarbeiter ganz plötzlich gestorben. Gerade habe ich die Nachricht erhalten. Ich bin zutiefst erschüttert und traurig.

Er war einer, der alles und jeden kannte. Er war selbst bekannt wie ein bunter Hund. Immer einsatzbereit und zuverlässig. Widerborstig zwar, manchmal brummelig, aber nie nachtragend oder böse. Gutmütig war er. Hatte immer einen Scherz parat. Er war mitfühlend. Und er hat nie einen Termin abgelehnt, den ich ihm noch im letzten Moment aufschwatzen wollte. Ob früh morgens oder spät abends, ob ein Feuer mitten in der Nacht oder ein Unfall im tiefsten Winter - er war immer da. Ihm entging kaum etwas in seinem Sprengel.

Gestern Abend saß er noch neben mir. Klagte über Schmerzen in der Brust. Der Arzt habe nichts gefunden. Heute Nacht ist er gestorben. Es tut mir so unendlich leid für ihn, für seine Familie.

Operiert

Mittwoch, 20 Juni 2007

Der Oberarzt war supernett - und hat Junior einfach sofort heute Morgen operiert. Er war überrascht, dass der Kleine nur örtliche Betäubung haben wollte, hat sich aber dann darauf eingelassen. Um 9.20 Uhr waren wir dort, um 10.30 Uhr wieder im Auto. Die Spritze hat ihm schon sehr weh getan. Aber er war sehr, sehr tapfer.
Jetzt sitzt er auf dem Sofa, futtert Aprikosen und schaut seine neue DVD “Ice Age”, die ich noch schnell gekauft habe -). Meine Kollegen waren sehr hilfsbereit, ich habe heute spontan frei bekommen. Ich denke, morgen kann er wieder in den Kindergarten und anschließend zur Tagesmutter gehen. Freitag habe ich dann wieder frei -und Samstag fahren wir in Urlaub *freu* 1 Woche Ostsee. Ich kann’s gar nicht abwarten, endlich mal raus aus all dem hier zu kommen.

Ich möchte mal endlich allen ganz herzlich danken, die immer so lieb an ihn denken. So viele Päckchen und Postkarten hat er in den letzten Wochen bekommen! Unglaublich, zumal er die meisten Absender gar nicht kennt. Und unser kleiner Patient freut sich riesig!

Hin und her.

Dienstag, 19 Juni 2007

Neues vom Finger. Morgen vor der Sprechstunde sollen wir antraben. Dann wird noch mal ein Blick auf den Finger geworfen und entschieden, ob und wann operiert wird. Ich wäre für morgen oder übermorgen. Gestern Abend hat er so lange gewimmert, weil er doch Angst hat, aber es nicht zugeben will. Das halten wir nicht den ganzen Urlaub lang aus…

Männer.

Montag, 18 Juni 2007

R. war heute mit Junior im Krankenhaus. Und es kam, wie es kommen musste. Er hat wieder nur die Hälfte an offenen Fragen geklärt. Der Finger soll operiert werden. Wir sollen uns bis Freitag entscheiden, ob mit oder ohne Vollnarkose. Junior will keine Vollnarkose. Die Ärztin hat ihm gesagt, dass sie glaubt, er packt das. Er weiß genau, wo die Spritze hinkommt, wie sich der Finger anfühlen wird. Hat sie ihm ganz genau erklärt. Er findet das okay. Also fand er jedenfalls, bevor er im Bett lag und länger darüber nachdachte. Danach brauchte es mehrere Kuscheleinheiten, um ihn so weit zu beruhigen, dass er einschlafen konnte.

Mein Mann erzählt mir von dem heutigen Krankenhaustermin am Telefon. Die OP soll am Tag nach dem Urlaub sein. Dass ich an dem Tag wieder arbeiten muss - das hat er ganz vergessen. Auf die Idee ist er gar nicht gekommen. Wann beginnt denn die OP? Wie lange wird sie dauern? Kann der Kleine danach sofort heim? Wird er Schmerzen haben? Kann er in den Kindergarten, zur Tagesmutter oder besser mit Mama aufs Sofa? Wie lange dauert die Heilung? Öhm, das hat er nicht gefragt.

Typisch Mann. Das wäre einer Frau niemals passiert. Ich frag lieber 25 Mal nach, bis ich auch wirklich alles geklärt und kapiert habe. Sogar Junior fragt und fragt und fragt. Drum weiß ER auch so gut über die OP Bescheid. Nur R. hat entweder nicht richtig zugehört oder nicht nachgefragt. Was beides nicht hilfreich ist. Mir bleibt wieder mal nur das Übliche: Ich rufe morgen selbst an, frage nach, versuche, einen OP-Termin noch vor dem Urlaub zu vereinbaren, verschiebe den Urlaubsstart (1 Woche Fehmarn mit Oma, ohne R.) um zwei Tage. Hätte ich gleich tun sollen. Aber dann heißt es wieder, dass ich ihm ja nichts zutraue und alles an mich reiße. Ja, warum wohl?

Schlimmer ist nur Opa. Der hört auch noch schlecht.

Zum Heulen.

Montag, 18 Juni 2007

So ein Mist. Nun wird der Kleine doch noch operiert. Das “wilde Fleisch” muss weggeschnitten werden, weil’s mit dem Anätzen nicht funktioniert. Ich könnte heulen. Kann denn nicht mal was so klappen? So ohne Komplikationen? Er hat doch schon soviel mitmachen müssen, wegen des blöden Unfalls…

Er hat sich übrigens höchstpersönlich heldenhaft für örtliche Betäubung und gegen eine Vollnarkose entschieden. Ich ahne schon, wer dabei wieder in Ohnmacht fällt.

Jetzt wird’s auch noch schwierig wegen Arbeit und Urlaub. Am Freitag wollen wir für eine Woche an die Ostsee düsen. Die OP soll am 2. Juli stattfinden. Dann muss ich aber schon wieder arbeiten. Wie soll ich das hinbekommen? Ich versuche mal, die OP noch vor dem Urlaub erledigen zu lassen. Mittwoch oder Donnerstag wäre gut.

Danach könnten wir wenigstens den Urlaub halbwegs genießen. Da fahre ich lieber ein paar Tage später los, als sowas noch vor mir zu haben.

Der Kleine ist sowieso schon völlig durch den Wind wegen der ganzen Geschichte. Er wacht nachts heulend auf und ruft: “Mama, ich kann die Augen nicht wieder zu machen. Sonst sehe ich das ganze Blut überall!” Ist doch kein Wunder, dass so ein kleiner Knopf das nicht einfach so wegsteckt. Und jetzt das auch noch…

Faul.

Sonntag, 17 Juni 2007

Ein richtig fauler Tag. Gemütlich. Familiär. Keine Termine, kein Besuch. Das Aufregendste war noch eine heftige Windböe, die an der Markise gezerrt hat.

Junior hat Schlaf nachgeholt. Und wollte viel spielen. Wir spielen gern. Kartenspiele, Gesellschaftsspiele. Einfach alles. Wir haben ausgiebig gespielt heute. Wir haben auch Experimente aus einem Kasten mit der Maus gemacht. Wir haben Bogenschießen im Garten geübt - auf eine Zielscheibe mit Pfeilen mit Gummisaugnäpfen. Wir haben gemeinsam gekocht. “Ameisen auf dm Baum”. Wir lieben dieses Gericht. Chinesisch. Mit Hackfleisch, Frühlingszwiebeln, Paprika und Glasnudeln. Lecker. Junior hat eifrig geholfen beim Schnippeln, Rühren, Abschmecken - und Aufessen.

Und R. hat maximal dabei gesessen. Meist geschlafen. Höchstens mal missmutig gegrunzt. Nur beim Essen war er hellwach. Ansonsten knabbert der arme Kerl an den Folgen seiner Nachtschicht letzte Woche. Für mich wär das nichts. Spätestens nach zwei Nächten hätte ich mörderische Kopfschmerzen. Ab morgen hat er Spätschicht. Das lässt sich eher aushalten.

Morgen früh muss Junior wieder ins Krankenhaus. Sein Finger sieht unverändert nicht schön aus. Das “wilde Fleisch” wird jeden 2. bis 3. Tag angeätzt. Aber weniger wird es nicht wirklich. Der Fingernagel wächst auch nur sehr langsam. Wir sollen Geduld haben, sagt der Chefarzt. Haben wir. Schon seit über 8 Wochen.

Vermisst.

Samstag, 16 Juni 2007

Oh große Freude heute Morgen im Kindergarten. Wiedersehensfreude. Man glaubt es gar nicht. Schön sei es gewesen, behauptete Junior tapfer. Ich drückte ihn ganz fest. Er strahlte wie ein Honigkuchenpferd. Der Ausflug war genial. Statt Wasserspielplatz gab’s wegen der diversen Unwetter, die in der Region angesagt waren, Unterwasserwelt. Auch schön. Nur an Schlafen war lange nicht zu denken. Um 22.45 Uhr sorgte eine Erzieherin mit deutlichen Worten für Ruhe. “Ich hatte es mir noch schöner vorgestellt. Ich hatte nicht gedacht, dass die Kinder soooo viel Lärm machen würden”, beklagte sich Junior. Um 5.20 Uhr war er jedenfalls wieder hellwach. Bauchweh. Ob’s die Aufregung war oder die 6 Scheiben Vollkornbrot mit Wurst (er isst sonst nie Vollkornbrot - muss ich das erwähnen?) im Bäuchlein drückten? Jedenfalls durfte er um 6 Uhr im Snoezelenraum ins Wasserbett krabbeln. Danach ging’s dem Bäuchlein besser, dafür waren aber inzwischen alle Kinder aufgewacht. Nicht durch Junior geweckt, sondern einfach fertig geschlafen.

Nach dem Frühstück durften wir Eltern anrücken. Die Abschlussfeier war auch niedlich. Die Kinder bekamen einen Schuhkarton für die Schule, darin werden künftig die Malsachen im Klassenzimmer aufbewahrt. Es wurde gesungen und gespielt. Junior hat im Namen aller das Gemeinschaftsgeschenk überreicht - und sogar eine kleine Rede gehalten. Ganz schön mutig. Ich war sehr stolz auf ihn. Bin ich genau genommen immer noch.

Das obligatorische Foto noch. Und dann schlichen müde Kinder ihren Eltern hinterher nach Hause. Dortselbst bettete sich Junior zunächst aufs Küchensofa. Mein Hinweis, dass ich ihn vermisst hätte, wurde mit einem müden Lächeln quittiert. “Ich euch auch”, murmelte er verlegen. Ich sagte: “Ich dachte, es wäre toll gewesen?” Er gab zu: “Ein bisschen toll war es ja auch. Aber ein bisschen hab ich euch auch vermisst.” Seinen Teddy hat er schamhaft im Köfferchen gelassen: “Die meisten anderen Kinder hatten kein Kuscheltier dabei. Da war mir das zu peinlich.” Diesmal waren WIR ihm noch nicht zu peinlich. Aber lange kann’s nicht mehr dauern…

Auswärts.

Samstag, 16 Juni 2007

Ach ja. Ob er wohl schon schläft? Ist schon ein komisches Gefühl. Der Kleine nächtigt im Kindergarten. Mit einer Horde weiterer künftiger Schulkinder.

Vorhin kam die ganze Gruppe an unserem Haus vorbei. Rückweg vom Bahnhof. Die Kinder waren im Ruhrgebiet. Um 8.45 Uhr war große Abschiedsszene am Bahnhof. Junior rief mir noch zu: “Mama, ich hab dich liehieb!” Balsam für meine Seele. Ein kleines Tränchen habe ich dann doch verdrückt.

Der Tag war lang. Für die Kinder länger als erwartet. Sie waren vorhin noch bester Dinge. Es regnete in Strömen. Doch die Zwerge sangen und hopsten quietschvergnügt den Berg rauf. Junior sah uns in der Tür stehen und winkte fröhlich. Kein Wort, dass er nach Hause möchte. Ehrlich: Damit hatten wir auch nicht ernsthaft gerechnet.

Ich schau ab und an mal rüber zum Kindergarten. Es ist Mitternacht. Noch brennt dort Licht. Ich wette, ich weiß, wer da noch rumtobt. Ein mir näher bekannter Sechsjähriger, der bei Festivitäten jeglicher Art sowie beim Camping ein sehr großes Durchhaltevermögen zeigt.

Heute nach dem Frühstück habe ich noch eine Gelegenheit, ein paar Tränchen zu verdrücken. Abschiedsfeier im Kindergarten. Mit Eltern. Hab mir schon ein Taschentuch rausgelegt.

Weg.

Freitag, 15 Juni 2007

Nu isser weg. Obwohl Junior gestern erst sehr spät eingeschlafen ist, zischte er heute Morgen wie ein geölter Blitz aus dem Bett. Mit seinem Schulkind-2007-T-Shirt war er heute Morgen am Bahnhof der König. Mault doch eine Mutter: “So ein T-Shirt hätten alle tragen sollen!” Tja, da hätte sie sich ja drum kümmern können.

Ich hatte nämlich schon meine liebe Not damit, pro Schulkind 2 Euro für das gemeinsame Abschiedsgeschenk einzusammeln. Bis 2 Tage vor dem Stichtag hatten sich ganze 6 von 29 Familien beteiligt. Nach einem erneuten Aushang am Schwarzen Brett kamen wir immerhin auf 23 Beteiligte. Dabei sind 2 Euro doch nun wirklich läppisch wenig. Wenn ich so höre, was in anderen Kindergärten so geschenkt wird…

Morgen früh ist Abschlussfeier. Dann gibt es einen Haselnussbaum für den Garten, zwei Gesellschaftsspiele und eine Deko-Wolke mit Daumenabdrücken und Namen aller Schulkinder geschmückt. Gemeinsam mit einer weiteren Mutter aus dem Elternrat habe ich das alles besorgt und organisiert, mit den Kindern gemalt. Ich bin gespannt, welche Eltern sich noch um was gekümmert haben. Vermutlich wird noch eins der Suppenhühner was zu meckern haben.