Speziell.
Montag, 14 Mai 2007Heute ist ein ganz spezieller Tag. Um 6 Uhr schien mir die Sonne ins Gesicht. Fertig geschlafen. R. war schon weg zur Arbeit. Junior schlief noch. Zeit für eine kleine Bilanz. Ein gutes Jahr war’s. Mit ein paar rabenschwarzen Tagen dazwischen. Aber insgesamt konnte ich nicht maulen. Die Häupter meiner Lieben sind nicht dezimiert worden. Das ist schon mal die halbe Miete. Ansonsten ist nichts Weltbewegendes passiert. Wir hatten eine wunderschöne Zeit in der Toskana und in Venedig. Ich hatte viele unbezahlbare Momente mit Junior.
Um 7.30 Uhr krabbelte er in mein Bett zum Kuscheln. Was für ein Luxus. Ich hätte gern mehr davon. Von dem Luxus, morgens noch kuscheln zu dürfen - und von den Kindern. Nun bin ich 42. Der Zug ist wohl abgefahren. Es nagt noch immer. Gerade gestern erzählte R. von Bekannten, die ganz unverhofft Nr. 3 bekommen. Es ist so ungerecht. Darüber werde ich in 100 Jahren nicht hinweg kommen. Selbst in so wunderschönen Momenten wie heute Morgen gibt mir dieser Gedanke einen Stich ins Herz. Ich sollte die Zeit hier und jetzt genießen. Meistens klappt das auch. Aber es gibt Momente, da schwappt die Trauer wie eine große Welle über alle Freude hinweg. Und es gibt solche speziellen Tage wie heute. Da geht das einfach nicht mit dem Verdrängen. Und einfach schon gar nicht.
Heute schwirren soviele Gedanken in meinem Kopf herum. Ob meine leibliche Mutter sich an diesen Tag erinnert? Ich trage mich immer noch mit dem Gedanken, einmal Kontakt zu ihr aufzunehmen. Wenn ich es wirklich will, sollte ich es bald tun. Aber will ich es? Wo sie lebt, weiß ich. In einem Mobilhome-Park in den USA. Nicht gerade eine feine Adresse. Neugierig bin ich manchmal. Aber auch ängstlich. Ob ich das wirklich ertragen könnte? Im Grunde bin ich ihr dankbar. Dankbar für die Chance, das Wunschkind wunderbarer Eltern zu sein. Eine schöne Kindheit zu haben. Einen innigen Kontakt zu meiner Familie zu haben. Manchmal regt sich aber auch das Gefühl, von ihr nicht gewollt zu sein, weggegeben worden zu sein. Zwiespalt. Ich sollte es dabei belassen. Auch wenn ich schon manchmal gern wüsste, ob sie sich erinnert an das, was heute vor 42 Jahren war.
Jetzt scheint die Sonne nicht mehr. Dicke graue Wolken ziehen vorbei. Es stürmt. Nichts wird’s mit dem gemütlichen Nachmittag auf der Terrasse. Wenigstens heute früh um 6 habe ich die Sonne in meinem Gesicht genossen.
- welch eine Schmach!) am Samstag Nachmittag abrupt beendet und wir gen Arena gerast. Nun sieht es leider so aus, als käme Plan B nicht zum Zuge. Mist. Wenn ich dürfte, würde ich jetzt das Sponsorenbier kippen. Aber so bleibt’s bei Bionade. Aber zur Strafe nicht Ingwer-Orange, sondern Litschi.


