Wörtlich.
Die Kleinen nehmen es mal wieder wörtlich. Meine Cousine sagt: “Mann, der hat aber echt eine Schramme!” Ihre siebenjährige Tochter darauf: “Wo?”
Mein Patenkind (6) war zur Impfung. Am nächsten Tag wollte sie davon im Kindergarten erzählen. Sie sortierte nochmal im Geiste alle Fakten. Und prompt fiel ihr noch eine entscheidende Frage ein: “Mama, wie hieß nochmal die Nuss, die ich gestern beim Arzt bekommen habe?” Es war eine Tetanus-Impfung.
Junior wollte sich gestern auf dem Trödelmarkt etwas kaufen. Sein Taschengeld reichte nicht. Meinen Rat, er müsse dann noch ein wenig sparen, nahm er zum Anlass, aktiv zu werden. Er hatte sich für 2 Euro eine kleine Spieluhr gekauft, die dank Kurbelantrieb “So ein Tag, so wunderschön wie heute” dudelt. Als wir in der Innenstadt vor einem Geschäft auf den Rest der Sippe warteten, saß er plötzlich auf dem Boden, kurbelte seine Spieluhr und hatte seine Kappe vor sich hingelegt. “Ich muss mir doch was zum Taschengeld dazu verdienen”, verkündete er treuherzig. Mein Protest stieß auf wenig Gegenliebe. “Du hast doch gesagt, dass wir nicht genug Geld haben, um alles zu kaufen”, schimpfte er wie ein Rohrspatz. Der Bettelversuch wurde dennoch abrupt abgebrochen.
Seiner Geschäftstüchtigkeit tat das keinen Abbruch. Kaum bei meiner Tante daheim angekommen, verwirklichte er die nächste Idee: Gemeinsam mit den drei Kindern meiner Cousine hatte er auf dem Trödelmarkt kleine Steine gesammelt. Die Vier malten ein großes Plakat - und eröffneten ihren Laden im Vorgarten. Steine für 20 Cent bis 200 Euro wollten sie zu Geld machen. Eine Nachbarin meiner Tante erbarmte sich tatsächlich. Einen Stein kaufte sie. Junior: “Als ich gemerkt habe, dass sie den Stein für 20 Euro nicht haben wollte, bin ich schnell auf 1 Euro runtergegangen.” Clever. Und es hat geklappt. Nachdem sämtliche Familienmitglieder zu Steinkäufen genötigt worden waren, wurde der Laden zwangsweise geschlossen. Natürlich unter Protest - denn: siehe oben. Ich habe schließlich gesagt, dass wir nicht alles kaufen können. Da wolle er doch nur helfen. Leider reichte das Geld immer noch nicht für die Playmobil-Polizeistation, die er erspäht hatte. Ich möchte lieber nicht wissen, was ihm in den nächsten Tagen noch einfällt, um Geld zu organisieren.
Ansonsten ist er gerade der Charmeur schlechthin. Beispiel: “Mama, ich hab dich furchtbar lieb. Ich könnte zehn Mal bis zum Ende der Zahlen zählen mit lauter Herzen - so lieb habe ich dich.” Oder: “Mama, ich hab dich lieb bis zum Ende des Weltalls - und zehn Mal hin und zurück. Das sind so tausend Schritte oder so. Nee, 15000 Schritte. Oder noch mehr?”
Sonntag, 20 Mai 2007 at 02:36
Liebe Grüße an Junior.
Wir sollten uns zusammentun, schließlich versuche ich auch verzweifelt alles zu verkaufen, zur Not auch für nen Euro. Er scheint mit einem starken Geschäftssinn gesegnet zu sein, einer GmbH steht also nix mehr im Weg. Richte ihm doch bitte aus, dass wenn er die Steine mit phantasievollen Sprüchen beschriftet, sich der Gewinn verdoppeln lässt.
LG Bärbel
Sonntag, 20 Mai 2007 at 22:52
Lieben Gruß,
Ina
Montag, 21 Mai 2007 at 19:26
ein sehr geschäftstüchtiges kerlchen.
hier gibt es schöne muscheln im meer, da wäre er besser mit dran zum verkaufen, die bringen mehr geld.
sonnige spanische grüße, Trulli
p.s. meine mama hat uns damals etwas geld zur taschengeldaufbesserung gegeben, indem wir müll rausbrachten, oder fegten,…
Dienstag, 22 Mai 2007 at 20:56
Wie niedlich und klug zugleich
Der laesst seine Familie bestimmt nicht verhungern. Die Steine anmalen ist eine gute Idee
Wird er denn wenigstens bei soviel Geschaeftssinn mit der Playmobil-Polizeistation belohnt? Er gibt sich ja wirklich SEHR viel muehe 
Mittwoch, 23 Mai 2007 at 13:48
Nö. Die sollte 30 Euro kosten. Das ist für zwischendurch echt zuviel.
lg
shusl