Schlafstörung.

Junior kann nicht einschlafen. Seit knapp 90 Minuten liegt er im Bett - und ist unverändert hellwach. Mein erster Vorschlag: “Zähl Schäfchen.” Er mault: “Das kann ich nicht. Weiß nicht, wie das geht.” Ich erkläre es ihm geduldig: “Zähl einfach. Ein Schaf. Zwei Schafe. Drei Schafe. Und das so weit, wie du kannst.” Eine Weile ist Stille. Dann noch mauliger: “Mamaaaaa! Der Quatsch mit den Schafen funktioniert nicht. Gib mir mal einen vernünftigen Rat!” Meine Idee, die Augen zu schließen und an etwas Schönes zu denken, stößt auf wenig Gegenliebe. “Das ist ja das Problem. Wenn man nicht einschlafen kann, kann man sich auch nichts Schönes vorstellen”, protestiert Junior.

Hm. Guter Rat ist teuer. Der Preis: Wenig Platz in dieser Nacht. Denn er hat eine geniale Idee. “Mamaaaaaa.” Das langgezogene a am Ende lässt nichts Gutes ahnen. “Mamaaaaa. In deinem Bett konnte ich immer sehr gut einschlafen. Sofort. Immer. Die Matratze ist gemütlicher. Die Decke ist nicht so schwer. Und das Kissen ist auch viel weicher.” Was soll man da machen? Und der Blick! Kann man solchen Augen widerstehen? Ich nicht. Nun ruht er in meinem Bette. Immer noch hellwach. Und er hat Oberwasser. Kräht doch gerade von oben: “Mama! Krimi gucken verboten! Ich höre das!”


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