Archiv für April, 2007

Leer.

Mittwoch, 18 April 2007

Unser Wohnzimmer ist leer. Gähnend leer. Wenn man mal vom Schrank absieht. Alles ausgeräumt. Die Möbelpacker vom Sozialkaufhaus waren da, haben die alten Sitzmöbel abgeholt. Uns war schon ein wenig wehmütig ums Herz. Soviel haben wir mit diesen Sofas erlebt. Zwölf Jahre waren sie ein Teil unseres Lebens. Dunkelblau mit goldfarbenen Punkten. Eine vornehme Recamiere, ein Dreisitzer und ein Sessel. Wunderschön anzusehen. Aber völlig unbequem. Niemand hat in all den Jahren jemals gemütlich darauf sitzen können. Aber wir hatten uns trotzdem dran gewöhnt. Nur gut, dass die alten Dinger nichts ausplaudern können…

Den ganzen Morgen habe ich geschuftet. Teppiche gebürstet und Flecken abgerubbelt. Ich bin beeindruckt, wie schön die Farben jetzt wieder herauskommen. Sämtliches Spielzeug rausgetragen. Hurra, Junior gibt endlich das riesige Pappkartonhaus her, das er im ersten Jahr vom Christkind bekommen hat und das in all den Jahren immer eifrig bespielt wurde. Entsprechend zerfetzt ist es inzwischen. Endlich wieder mehr Platz! Jetzt muss nur noch eine schicke Lösung für all das Playmobilkleinzeug her. Die Kunststoffkisten sind einfach zu klein dafür. Ich werde nochmal beim Schreiner vorsprechen. Die Ikea-Couchtische, die wir in der Küche für Lego und die diversen Fahrzeuge haben, passen leider nicht ins Wohnzimmer. So eine Art Holztruhe aus Erle, schlicht und modern, das wäre ideal für die ganzen Kleinteile. Aber was das dann wieder kostet, möchte ich gar nicht wirklich wissen.

Am Freitag sollen die neuen Möbel kommen. Leder, dunkelblau. Hohe, verstellbare Lehnen. Wie sich das für ältere Herrschaften mit Rückenproblemen gehört.

Hoffentlich klappt das mit der Lieferung. Sonst sieht’s am Samstag bei Juniors nachgeholter Geburtstagsfeier ein wenig trist aus im Wohnzimmer. Ich werde gleich noch den Wohnzimmerschrank und die darin befindlichen, noch nie benutzten Gläser auf Hochglanz bringen. Am Samstag kommt schließlich auch meine Mutter - und die würde sofort entdecken, dass ich das mindestens ein Jahr lang nicht gemacht habe. Dann noch das Parkett putzen, das ganze Gerümpel wieder reinräumen.

Junior genießt gerade die große Freifläche im Wohnzimmer. Er hört voller Inbrunst die uralten Scheiben der Toten Hosen, singt nicht minder inbrünstig mit und tanzt wie ein Derwisch. Die alte Anlage gibt nochmal alles. Und das mit ungeahnter Lautstärke. Die Nachbarn werden wieder denken, die Tiefflieger hätten sich vertan. Aber egal. Die Hosen sind immer gut. Je lauter, desto schöner. Da kann ich den Knirps gut verstehen.

Nachtrag: Gerade kam der Anruf. Die Möbel kommen schon morgen zwischen 9 und 11 Uhr. Hurra! Das beflügelt geradezu beim Putzen. Das sind ja nur zwei Monate Verspätung! Und das, obwohl der Hersteller zwischendurch Insolvenz angemeldet hat und erst ein neuer Investor gefunden werden musste. Wenn das kein Glück ist, dass wir die Möbel überhaupt noch bekommen!

Zweiter Nachtrag: Mein lieber Herr Gesangverein. Soooo sauber war es in unserem Wohnzimmer nicht mal beim Einzug. Sogar den Tisch habe ich neu eingeölt. Ich bin selber ganz beeindruckt von mir. Kommentar meiner Mutter, der ich voller Stolz von meinem Putzwahn berichtete: “Na, dann hattest du wenigstens was zu tun heute.” *ohnmacht*

Verliebt III.

Dienstag, 17 April 2007

Junior ist ein Weiberheld. Kaum hat er seine Angebetete, L., etwas mehr als eine Woche nicht gesehen, sieht es mit der Treue mau aus. Am Freitag war er bei H. zu Besuch. H. ist erst 5, aber sehr niedlich. Sie hat den enormen Vorteil, dass sie nur ein paar Straßen weiter wohnt. L. hat es da mit 72 Kilometern Anreise schon etwas schwerer. Doch L. glich das bisher mit weiblicher List und einem Liebesbrief wieder aus.

Am Samstag findet ein erstes Zusammentreffen der Damen statt. Dann werden wir endlich Juniors Geburtstag nachfeiern. Die ganze Sippe reist an, inklusive L.. Die ist nämlich die Tochter von Juniors Patentante. Und H. kommt auch mit ihrer gesamten Familie. Denn H. ist die Tochter von Juniors anderer Patin. Verwickelte Geschichte. Die Party ist auch der Grund dafür, warum wir wie die Wilden im Garten wüten und dem zwar politisch korrekten, aber unerwünschten Wildkraut den Garaus machen. Denn meine Mama reist auch mit an. Und niemand ist pingeliger bei sowas als meine Mutter. Aber ich schweife ab.

Nun punktet H.. Erst das Date am Freitag - ein voller Erfolg. Sie haben gemeinsam gekocht. Suppe. Aus Löwenzahn, Gras und allerlei Blüten aus der Nachbarschaft von H.s Elternhaus. Kam nicht gut an bei den Nachbarn. Aber seitdem sind H. und Junior noch ein wenig enger zusammen gerückt. Heute dann die schüchterne Frage: “Darf ich bei H. übernachten?” *ohnmacht* Mein lieber Scholli, der geht aber ran. Das hatten wir noch nie! Außer bei Oma (die wiederum im selben Ort wie L. wohnt) hat er noch nie aushäusig genächtigt. Da muss H. aber bei ihm einen dicken Stein im Brett haben. Nun will ich ja seinem Glück auch nicht im Wege stehen. Also haben wir einen Termin festgelegt. Am 4. Mai, einem Freitag, wird er seine Stillschlange, ohne die er nie schläft, unter den Arm klemmen, seinen Schlafsack schultern, den Teddy in den Rucksack packen und zu H. gebracht werden. Ob das gut geht?

Wie auch immer die Nacht wird, am nächsten Tag kann L. wieder aufholen. Dann wird nämlich ihr Geburtstag nachgefeiert. Ich bin mal gespannt, wie Junior ihr die Nacht mit H. erklären wird…

Höflich.

Montag, 16 April 2007

Kinder sollten höflich sein. Ja. Ja. Unser Kind ist höflich. Es kommt oft etwas überraschend daher. Das Kind. Und auch die Höflichkeit.

Ich halte ein Schwätzchen mit unserem Nachbarn. Ich rufe Junior nach draußen. Strahlend blauer Himmel über der Provinz. Zwei Heißluftballone schweben heran. Junior liebt Heißluftballone. Wieso heißen die eigentlich nicht Ballons? Egal. Er liebt sie. Er schaut sie hingerissen an. Dann zuckt er die Schultern und sagt bedauernd: “Ich darf mich entschuldigen. ,Wissen macht Ah’ hat bereits angefangen.” Spricht’s und verschwindet in Richtung Wohnzimmer. Der Nachbar und ich bleiben wie angewurzelt stehen. Und brechen sodann in schallendes Gelächter aus. Der kleine Mann “darf sich entschuldigen” *ohnmacht* Ich glaub’s wieder nicht.

Idylle.

Sonntag, 15 April 2007

Ach, ein herrliches Wochenende. Nach dem unvermeidlichen Streit am Samstag Morgen und R.s Einsatzübung im Katastrophenschutz haben wir einträchtig die restlichen Arbeiten weitgehend erledigt. Ich habe den Löwenzahn aus den Fugen der Terrassenplatten gekratzt. Das ging ganz gut. Nur beim Schnittlauch habe ich mich schwerer getan. Vor ein paar Jahren hatten wir mal einen Terracotta-Kräutertopf am Rande der Terrrasse stehen. Voller leckerer Kräuter. Leider hat das Schnittlauch geblüht - und die Samen verteilten sich in die Fugen zwischen den Bodenplatten. Riecht lecker beim Rausreißen. Und kommt hartnäckig immer wieder. Junior freut sich, der nascht immer mal wieder davon.

Zwischendurch haben wir immer mal wieder ein gemeinsames Päuschen auf der Terrasse verbracht. Mit Cappuccino und herrlicher Aussicht auf das, was Kyrill uns übrig ließ.

Heute dann noch mehr Idylle. Sonne pur bis zum Abwinken. Die Wasserbahn ist aufgebaut. Junior hat sich hingebungsvoll um das Kleinkind unseres Besuchs gekümmert. Wir haben allerlei Köstlichkeiten - türkisch-griechische und deutsche - gegrillt und vertilgt. Wir haben uns nett unterhalten. Und den Sonntag genossen wie lange nicht mehr. Das war eindeutig eines dieser wunderschönen Wochenenden, von denen man lange zehren kann.

Mannmannmann.

Samstag, 14 April 2007

19 Uhr. Ich komme nach einem Neun-Stunden-Tag von der Arbeit. Zu Hause herrscht das komplette Chaos. R. hat Urlaub. Die ganze Woche schon. Er ist völlig überlastet mit dem Alltag an sich.

Ich kenne ihn ja schon länger. Drum habe ich eine Liste gemacht, was erledigt werden soll.

- Rosen und Brombeeren einpflanzen (die Rosen hat er viel zu tief verbuddelt, statt sie wieder rauszunehmen hat er die Erde rundherum abgetragen, sodass im Beet jetzt ein Krater um die Rosen entstanden ist/die Brombeeren hat er nicht eingepflanzt)

- kleines Blumenbeet an Nachbars Zaun umgraben und von Unkraut befreien (vergessen)

- Gras um die Büsche und Bäume abschneiden (das fand er sinnlos, stattdessen hat er um jeden! Busch oder Baum eine Art großer Baumscheibe geschaffen, Gras abgestochen und einen riesigen Berg Erde angehäuft)

- Stützmauer anstreichen (war zu kalt, zu sonnig, zu wasweißich)

- Unkraut aus den Fugen der Terrasse kratzen (vergessen)

- überwinterte Terrassentöpfe nach draußen schleppen (vergessen)

- Kompostkasten abbauen und für Oma zusammenpacken (fand er sinnlos)

- Brennholz hacken und in die Hütte schichten (keine Lust, aber die Säge wurde in stundenlanger Arbeit auf Vordermann gebracht)

- Garage aufräumen (ging nicht, war zu voll)

- Rasen vertikutieren und mähen (erledigt, aber breite Rasenkanten einfach so stehen gelassen)

Wohlgemerkt, das war eine Liste für die ganze Woche. Ich habe nichts gesagt dazu. Aber er hat trotzdem ein schlechtes Gewissen. Gestern Abend hatte Julian einen Freund zum Grillen eingeladen. Um 19 Uhr war noch kein Gemüse eingelegt, kein Fleisch vorbereitet, kein Grill aufgebaut.

Die restlichen Arbeiten wollte er heute mit mir gemeinsam nachholen. Leider ging vorhin der Piepser. Übung. So ein Pech aber auch.

Noch Fragen, wie hier gerade die Stimmung ist?

Schuldig.

Freitag, 13 April 2007

Der Plausch am Gartenzaun hat mich umgehauen. Junior strolchte die Straße rauf und runter, suchte einen Spielgefährten. Die waren alle sonstwie unterwegs, ist er ja auch manchmal. Die Nachbarin schaute ihm mitleidig hinterher. “Ach ja, hätten Sie doch besser dafür gesorgt, dass er ein Geschwisterchen hätte”, seufzte sie vorwurfsvoll. Ich war kurz davor hier über den Zaun hinweg ins Gesicht zu springen. Aber 1. ist der Zaun hoch, was auch Vorteile hat. 2. bin ich nicht sonderlich sportlich. Und 3. hätte das auch nichts geändert.

Immerhin hatte ich den Mut, ihr die Wahrheit entgegenzuschleudern. Ich habe ihr in epischer Breite geschildert, was wir alles unternommen haben, um zunächst Junior und dann am liebsten noch ein weiteres Kind zu bekommen. Dass das verkrüppelte Rosenbäumchen im Vorgarten für unser erstes Kind gepflanzt wurde, das die Sonne nie sehen durfte und schon in der 9. Schwangerschaftswoche starb. Wie gern ich fünf Kinder gehabt hätte. Oder wenigstens zwei. Wie hart diese quälend lange Zeit der Kinderwunschbehandlungen war. Dass die Krankenkasse uns inzwischen keinen Cent mehr dazu geben würde. Wie schwer es war, diesen Wunsch abzuhaken. Wie weh es mir auch heute noch tut, den Jungen mit seinen Einzelkindnöten zu sehen.

Und ich bin verdammt stolz auf mich, dass ich ihr diesen Konter nicht erspart  habe. Ihr peinlich berührtes Gesicht war Gold wert. Vielleicht schaltet sie künftig mal ihre spärlichen Gehirnzellen ein, bevor sie mir sowas um die Ohren haut.  

Endlich.

Donnerstag, 12 April 2007

Was für ein herrliches Wetter. Viel zu schade zum Arbeiten. Ein Tag noch. Den schaffe ich auch noch. Morgen Abend wird gegrillt. Samstag wird gegrillt, mein Kollege hat sich angesagt. Und Sonntag kommt ein Bekannter mit Frau und Baby zu Besuch. Wir wollen grillen.

Junior freut sich wie ein Schneekönig. Er liebt es zu grillen. Vor allem liebt er Bratwurst. Und er isst gern draußen. Geht ja jetzt auch gut. Schließlich haben wir einen schönen neuen, viel größeren Tisch. Aldi hat uns böse im Stich gelassen. Jahrelang gab es Kunststofftische. Nur dieses Jahr nicht. Dieses Jahr verkaufen sie einen Metalltisch mit Glasplatte. Wer um alles in der Welt kann auf der Terrasse einen Tisch mit Glasplatte gebrauchen? Wohin soll man den im Winter räumen? So mussten wir im Baumarkt zuschlagen. Schließlich kann man zu den blauen Aldi-Plastik-Klappstühlen keinen Metalltisch mit Glasplatte stellen. Die nächsten paar Jahre wird der Baumarkttisch wohl reichen.

Ich fürchte, nach diesem Grillmarathon werden wir erst mal keine Lust mehr auf Grillspezialitäten jeglicher Art haben - mal abgesehen von Junior, der noch sehr viel länger durchhalten würde. Aber ich habe gehört, man kann auch ohne Grill auf der Terrasse sitzen.

Kleinkrieg II.

Mittwoch, 11 April 2007

Mein Patenkind hat heute Geburtstag. Die Kleine wird 6 Jahre alt. Aber gratulieren kann ich ihr nicht. Sie verbringt die zweite Hälfte der Osterferien bei ihrem Vater. Und da darf ich nicht anrufen. Schade. Es tut mir in der Seele weh. Nicht mal ihre Mutter darf sie an diesem besonderen Tag anrufen. Die Beiden haben Krieg. Seit vielen Jahren schon. Eine Schande, dass die Kinder es ausbaden müssen. Er sorgt mit immer neuen Nadelstichen dafür. Er tut alles, um seiner Ex-Frau weh zu tun. Bitter so etwas. Sehr bitter. Für alle Beteiligten. Einen solchen extremen Rosenkrieg hatte auch der Anwalt meiner Freundin noch nicht erlebt. Und der ist spezialisiert auf Familienrecht. Man sollte doch meinen, dass man unter Erwachsenen so etwas wenigstens halbwegs gesittet regeln könnte. Aber nein.

Also gratuliere ich ihr hier virtuell - und denke heute schon den ganzen Tag ganz fest an das niedliche Mäuschen.

*geburtstag* *elefant* *geburtstag* *band2* *party3*

Als die Zwillinge unterwegs waren, fragte mich meine Freundin, welches der Kinder ich denn gern als Patenkind haben wolle. Erst wollte ich das Erstgeborene nehmen. Doch dann habe ich es mir anders überlegt. Wenn’s schon zuletzt auf die Welt kommt, soll das Baby wenigstens eine gescheite Patentante haben. *rofl*

Kleinkrieg.

Mittwoch, 11 April 2007

 Junior und der gleichaltrige Knirps aus der Nachbarschaft sind nicht gerade ein Traumpaar. Zwar besuchen sie dieselbe Kindergartengruppe, werden demnächst gemeinsam zur Grundschule gehen. Aber irgendwie sind sie sich nicht wirklich von Herzen grün. Junior beklagt sich, dass der Nachbarsjunge immer bestimmen will, was gespielt wird. Er soll dann jedes Mal tun, was der will. Will er aber nicht. Und schon gar nicht immer. Also kriselt es. “Ich bin dafür, mich von ihm zu trennen”, jammert Junior etwa einmal pro Woche. Die neueste Variante: “Ich habe mich von ihm getrennt, aber der versöhnt sich immer sofort wieder! Der kapiert es einfach nicht.”

Wenn sie zu zweit sind, spielen sie ganz passabel miteinander. Aber wehe, es kommt noch ein dritter Junge vom anderen Ende der Straße dazu. Dann rotten sich die Beiden gegen Junior zusammen. Und der zieht den Kürzeren. Immer. Und heult. Und ist stinkesauer. Heute zum Beispiel. Sie haben ihn beschimpft und geärgert. Er ist abgedampft.

Und nun strolcht er wie Falschgeld in der Gegend umher und sucht einen anderen Spielgefährten. Tragisch. Er tut mir ja leid. Aber die Nachbarn kann man sich nun mal nicht aussuchen. Ohnehin sind sie nicht ganz unser Fall, um es mal vorsichtig zu formulieren.

Beispiel Sicherheit. Bei uns fährt niemand ohne Helm Fahrrad, Roller oder Skateboard. Der Nachbarsjunge fragte mich gestern: “Was für ein Quatsch. Soll dein Sohn noch einen Helm tragen, bis er 30 ist?” Meine Antwort, dass ich schon 41 bin und immer noch einen Fahrradhelm trage, irritierte ihn völlig. Schließlich darf er sogar ohne Helm auf Papas Schoß Motorroller fahren.

Beispiel Spielzeug. Der Nachbarsjunge räumt nie das Spielzeug auf, reißt ein Spiel nach dem anderen aus dem Schrank und pfeffert es auf den Boden. Ohne Rücksicht auf Verluste. Junior kann das nicht leiden. Bei uns wird immer erst ein Spiel wieder zusammen- und weggepackt, bevor das nächste hervorgeholt wird. Also rasseln sie beim inhäusigen Spielen regelmäßig zusammen. Gestern ist dabei die gute, alte Melodica-Flöte zu Bruch gegangen. Beim Mäusetrio und beim Flohspiel fehlen diverse Kleinteile.

Beispiel Fernsehen. Der Sechsjährige hat einen eigenen Fernseher in seinem Zimmer. Und der läuft unkontrolliert nahezu ständig. Wie erklärt man dem eigenen Kind, dass es nicht nur keinen eigenen Fernseher bekommt, sondern auch nur wenige, ausgewählte Sendungen sehen darf? Schwierig. Nahezu unmöglich.

Aber wie lösen wir das Spielkameraden-Problem? Im Moment sind wir ein wenig ratlos. Weiter weg wohnen ein paar Kinder, die Junior auch gern mag. Doch da kommt er nicht allein hin, da muss man immer Spieltermine ausmachen. So ein Kumpel in der Nachbarschaft wäre schon praktisch. Junior sieht das durchaus ein. Nur der Kleinkrieg nervt. Und jetzt sind auch noch Ferien im Kindergarten. Eine Woche lang. Und Papa ist nicht wirklich ein Kinder-Ersatz. Der soll schließlich Gartenarbeit machen…

Verliebt II.

Montag, 9 April 2007

Junior hat seiner Angebeteten eine Blume geschenkt. Selbst gepflückt. Was soll man mit dem Taschengeld aasen, wenn im Garten so schöne Narzissen blühen. Mag sein, dass die gelben Prunkstücke in der Gruppe hübscher aussehen - Junior konzentriert sich aufs Wesentliche. Blume schenken - da reicht eine. “Mama, gib du ihr die!”, versuchte er, sich hinter mir zu verstecken. Dann hielt er ihr die Blüte ins Gesicht und nuschelte: “Weil du mir doch den Liebesbrief geschrieben hast.” Verlegenheit pur.

Das Mädel war hingerissen. Den ganzen Nachmittag hielt die Kleine ihre Blume fest. Auf der Holzbank in Omas Garten rückte sie ein Stückchen. Damit er auch noch Platz nehmen konnte. Aber nicht zuviel rückte sie zur Seite. Schließlich sollte er ja nah bei ihr sitzen. Und ganz plötzlich lag sein rechter Arm um ihre Schultern. Aber nur kurz. Als er merkt, dass es auch andere bemerkt hatten, sprang Junior plötzlich auf und führte wie ein Gockel seinen neuen Roller vor.

Wir bleiben dran. Und wir sind mächtig gespannt, wie die Romanze weiter geht. Die Kleine zog jedenfalls ganz selig mit ihrer Blume von dannen.