Bäuerlich.

Sitzen zwei Bauern im Wartezimmer der chirurgischen Ambulanz des Krankenhauses. Waldbauern offensichtlich. Der eine Bauer hat ein verbundenes Knie, der andere einen Gipsarm. Kyrill lässt grüßen.

Die beiden Bauern sind schon etwas älter. So um die 60. Sie unterhalten sich. Über die Schäden, die der Orkan in ihren Wäldern angerichtet hat. Über die Holzpreise. Über einen kaputten Traktor. Über die Trockenheit. Über den Klimawandel. Über Krankheiten. Über was man halt so spricht, wenn man im Wartezimmer sitzt und eigentlich keine Zeit zum Warten hat.

Da taucht ein junger Mann am Krankenhauseingang auf. Mitte 20, sichtlich geschafft. Man kennt sich. Einer der Bauern humpelt zur Pforte, spricht kurz mit ihm. Zufrieden kehrt er ins Wartezimmer zurück. “Sie haben einen Bauern”, verrät er seinem Sitznachbarn, “endlich.” Mehr nicht. Diese dürre Nachricht sagt alles.

Meine Herren, da muss ich aber an mich halten, um nicht laut loszuprusten. Die Frau des jungen Mannes hat gerade einen Jungen zur Welt gebracht. Und ich dachte immer, die Zeiten, in denen Söhne automatisch den Hof der Eltern übernehmen, seien längst vorbei. Denkste. 


Ein Kommentar zu “Bäuerlich.”

  1. Mori schreibt:

    Hihi, kommt mir bekannt vor. Hab gerade einem älteren Bauernpaar meine Begeisterung über die musikalische Begabung ihres (längst erwachsenen) Sohnes mitgeteilt, die dieser neuerdings in meinem Wirkungskreis einsetzt. Seufzte der Alte und meinte kopfschüttelnd: “Von mir hat er das nicht … der hatte immer nur unnützes Zeugs im Kopf … dabei hab ich mir solche Mühe gegeben, nen anständigen Kerl (also Bauern!) aus ihm zu machen….”

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