Feurig.
Wir sind Grillaholics. Wenn es sowas gibt, wir sind es. Wir grillen leidenschaftlich gern. Wir lieben schnöde Bratwurst und raffiniert gefüllte Pilze, Paprika mit Schafskäse und Putenspieße - Hauptsache, es lag vorher auf dem Grill.
Vor allem Junior und ich lieben das. Dennoch bleibt das Grillen an sich Männersache. R.-Sache, um es deutlich zu sagen. Er ist der Herr des Grills. Mal abgesehen davon, dass der Grill lausig schwer ist und allein kaum zu tragen, hat R. auch noch Rudimente des männlichen Urgens in sich. Bei ihm geht das Feuer immer an. Wenn er am Grill steht, glüht die Holzkohle vernünftig.
Zurzeit ist geniales Grillwetter. Wir wollen am Wochenende grillen. Junior und ich. R. muss am Samstag arbeiten und will anschließend zur Geburtstagsparty seines Kumpels. Wir können nicht mit, weil Junior vermutlich am Sonntag nochmal im Krankenhaus vorsprechen muss wegen seines verletzten Fingers. Unschön. Denn ohne R. können wir nicht wirklich grillen.
Mein bisher einziger Versuch endete kläglich. Großmäulig hatte ich der Verwandtschaft versprochen, beim Geburtstag meines Patenkindes den Grill nicht nur mitzubringen, sondern auch zu bedienen. Sagen wir mal so: Manchmal ist es besser, die Klappe zu halten.
Das Verhängnis nahm seinen Anfang damit, dass ich mich schwer tat, den Grill, ein einfaches Fässchen, zusammen zu bauen. Zuletzt hatte ich einen kleinen Rost übrig. Das wunderte mich zwar, aber ich dachte mir nichts weiter dabei. Fataler Fehler, wie sich später herausstellte.
Ich kippte brav nach Anleitung meines Göttergatten (immerhin dazu hatte er sich trotz berufsbedingter Abwesenheit herabgelassen) die Holzkohle ins Fässchen, zündete den Grillanzünder an und wartete. Die Holzkohle begann brav zu brennen, später zu glühen. Wir legten die Würste auf den oberen Rost. Nichts passierte. Die Hitze kam einfach nicht oben an. Dafür aber unten. Nicht schön, wenn plötzlich im gleißenden Sonnenschein der staubtrockene Rasen brennt. Wenigstens war der Opa des Geburtstagskindes anwesend. Als Feuerwehrmann hatte er die Lage rasch im Griff. Gegrillt haben wir schließlich auf einem eilig herbeigeholten Elektrogrill.
Inzwischen haben sich meine Angehörigen wieder von ihren Lachkrämpfen erholt. Und R. wusste auf Anhieb, was schief gelaufen war. Dieser übrig gebliebene Rost hätte unten so auf Drittel-Höhe des Fässchens seinen Platz einnehmen müssen. Und darauf hätte dann die Holzkohle liegen müssen. Dann wäre die Hitze auch oben angekommen. Der Rasen hätte nicht in Flammen gestanden. Und ich hätte mich nicht zum Affen gemacht.
Auf Junior hat das Erlebnis einen bleibenden Eindruck gemacht. Als er hörte, dass das samstägliche Grillvergnügen ausfallen muss, weil R. nicht da ist, fiel es ihm gleich wieder ein. Sagt doch diese freche Kröte zu mir: “Wieso? Du hast es doch schon mal geschafft”, hier folgte eine kleine Kunstpause, “den Rasen in Brand zu setzen!”Â
Donnerstag, 26 April 2007 at 12:34
Könnten wir - falls ich in nächster Zukunft eine weibliche Mischung aus Tante Heinz und T. zustande bringe, schon mal ein Date für das Töchterchen und deinen Sohn ausmachen? Der Humor gefällt mir nämlich sehr. Man darf gar nicht daran denken, was er in 20 Jahren vom Stapel lässt.
2027 würde passen.
Donnerstag, 26 April 2007 at 16:41
Donnerstag, 26 April 2007 at 20:33
Zuallerst ,ich hatte vorhin so gegen 17.30 angefangen hier zu lesen .Ich kam aber nicht weiter wie Schafskäse ,da tropften mir die Zähne und ich mußte ganz schnell einkaufen gehen
So wie der immer aufpasst.
So und nun aber zu “Feurig”Dieses mal musst Du ja nicht erst den Grill zusammenbauen.Den Rasen kannste ja trotzdem tüchtig vorher wässern und Junior ist doch auch schon groß udn sagt Dir bestimmt ganz haarklein was Du wann zu machen hast.
Wünsche Euch guten Hunger
was es bei mir gerade zum Abendbrot gab ,brauche ich wohl nicht zu erwähnen 
Donnerstag, 26 April 2007 at 22:08
Sorry, ich habe mich bei deiner tat kaputt gelacht. DAS haette ich Zu gerne gesehen. Na immerhin weisst du jetzt das ALLE Teile vom Grill eingebaut werden muessen. Und wenn was ueber bleibt, einfach reinstecken, es wird schon seinen platz finden *gg*