Närrischer.

Bei uns stehen heute traditionell die Kinder im Mittelpunkt: Lüttkefastnacht nennt sich das. Die Kinder gehen von Haus zu Haus, singen ein Lie:
“Lüttke, Lüttkefastnacht,
wir haben gehört, ihr habt geschlacht,
und eine dicke Wurst gemacht.
Gebt uns Eine, gebt uns Eine,
aber nicht so ne ganze Kleine,
sondern eine Große.
Lasst das Messer sinken,
bis mitten in den Schinken.
Lasst uns nicht so lange stehn,
wir wolln nochn Häuschen weiter gehn.”

Oder eine gierige Kurzversion:
“Ich bin ein armer Kater,
ich habe keinen Vater,
habe keine Mutter,
gib mir bitte Futter.”

Dafür gibt’s dann für jedes Kind keine Wurst (die gab’s früher immer!), sondern Süßigkeiten. Daran werden wir dann monatelang kauen *ohnmacht*
Junior geht heute als Fußballer (auf ausdrücklichen eigenen Wunsch). Eine Nachbarin holt ihren und meinen Sohn im Kindergarten ab zum Singen in unserer Straße (in der auch der Kiga ist). Wenn die Tüte voll ist *lol*, liefert sie ihn wieder im Kiga ab. Ich bin ganz stolz, dass er das so klaglos mitmacht. Denn sein Kumpel kann ja nach dem Singen zu Hause bleiben. Junior dagegen muss bis 17 Uhr im Kiga bleiben und wird danach noch bis zu meinem Feierabend (ich schätze mal, es wird 19.30 Uhr) von der Tagesmutter betreut…

Für mich ist es ein wahrhaft närrischer Weiberkarneval. Ich arbeite derzeit mit zwei als ewige Junggesellen verkleideten Kollegen in einem Büro. Komisch, die sehen genauso aus wie die Herren, die sonst hier arbeiten. Gut getroffen, die Kostümierung. Tätä tätä tätä. Wir mampfen uns tapfer durch die Berliner, die ich heute Morgen in alter Tradition gekauft habe. Seit 11 Uhr ist nirgends mehr jemand erreichbar. Auch nicht wirklich komisch, wenn man noch dies und das recherchieren muss.

Grad kommt eine originelle Polizeimeldung rein: “Verkehrsunfall mit Biotonne”. Das kommt davon, wenn man immer mit neuartigen Fahrzeugen experimentiert. Woanders fahren die Leute mit Autos oder Lastwagen. Aber hier ist mal wieder alles ganz anders. Tätä tätä tätä. Die Biotonne war übrigens randvoll. Das Zeug flog meterweit, als das Auto das Behältnis traf. Leckeres Düftchen. Und so hässlich vom Wagen abzukratzen. Gefahndet wird noch nach dem Besitzer der Biotonne. Die lag nämlich herrenlos mitten auf der Fahrbahn, als eine Autofahrerin mit ihrem Wagen dagegen prallte. Vielleicht kann man ihn anhand des Inhalts identifizieren. Muss sich nur noch einer finden, der den Biomüll gründlich untersucht… 


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