Warum?

Heute ist Papas Geburtstag. Wie könnte ich den vergessen. Vor fast 17 Jahren starb er. Von einem auf den anderen Moment. Ohne jede Vorwarnung. Mitten aus dem Leben. 59 Jahre alt. Er war mein Ein und Alles. Mein Papa. Mein Vorbild. Er brachte mich zum Lachen, wenn mir zum Davonlaufen war. Er rückte mir den Kopf zurecht, wenn meine Ideen zu wild ins Kraut schossen. Er fing mich auf, wenn ich in Tränen aufgelöst aufgeben wollte. Wir haben zusammen Fußball gespielt und Schneemänner gebaut. Keiner konnte beim Menschärgeredichnicht so elegant schummeln wie er.

Die ersten Wochen nach seinem Tod waren völlig grau. Mein Kopf war wie mit Watte vollgestopft. So dumpf und taub fühlte sich alles an. Der Schmerz überdeckte alles. Nichts hatte mehr einen Wert. Ohne Papa. Der Schmerz hat sich nach und nach verändert. Langsam. Vergangen ist er nie. Die Trauer wurde ein Teil meines Lebens. Es gibt gute Tage, da denke ich an ihn, freue mich über Erinnerungen. Und es gibt auch heute noch, nach 17 Jahren, Tage, an denen ich weine um meinen Papa.

Seinen Enkel durfte er nie kennenlernen. Er hätte sicher gern mit ihm Fußball gespielt. Davon hat er immer geträumt. Dass er dann viel Zeit hätte, mit meinen Kindern die Welt zu erkunden. Er hatte keine Zeit mehr. Junior fragt oft nach seinem Opa, der bei uns immer noch eine große Rolle spielt. Opa lebt im Himmel, haben wir ihm gesagt. Von da aus passt er auf Junior auf. Als wir unsere erste Flugreise mit Junior machten, schaute er angestrengt aus dem Fenster: “Das hier ist doch der Himmel. Und wo ist nun der Opa? Ich hatte mich so gefreut, ihn endlich mal kennenzulernen.” Wenn es so einfach wäre.

Sein Geburtstag ist so ein schwerer Tag. Ach Papa. Warum nur?


Ein Kommentar zu “Warum?”

  1. Trulli schreibt:

    shusl, das hast du sooo schön geschrieben, mir laufen gerade die Tränen.
    Dein Papa ist bestimnmt sehr stolz auf euch alle und auf euren Junior sowieso !!!

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