Wunschzettel.
Donnerstag, 30 November 2006Das Christkind war da. Nein, wir haben die Bescherung nicht vorverlegt. Junior hat einen zauberhaften Wunschzettel gebastelt, dazu noch einen “Brief” ans Christkind geschrieben. Wir haben die beiden Blätter von innen vor die Terrassentür gelegt, ein Glas Milch und einen Teller Kekse dazu. So aufgeregt ist der Kleine nur selten. “Mama”, flüsterte er konspirativ in mein Ohr, “Mama, heute Nacht, wenn ich schon schlafe, dann schaust du durchs Schlüsselloch - und dann erzählst du mir morgen, wie das Christkind aussah.” Mein Einwand, dass das Christkind doch sowieso erst kommt, wenn ich auch schlafe, stieß auf wenig Verständnis.
Was für eine herrliche Zeit, Vorweihnachtszeit mit Kind. Unglaublich, wie die Augen strahlen. Goldig, wie Junior auf jeden neuen Tag hinfiebert. Noch zwei Mal schlafen, bis er das erste Päckchen des Adventskalenders öffnen darf. Heute haben wir zusammen den Adventskranz gestaltet. Bald kommt der Nikolaus persönlich zu uns oder zu Freunden; die 6 Kinder sind jedes Mal ganz aus dem Häuschen. Gemeinsam mit vielen Kollegen gehen wir Mitte Dezember zum Weihnachtsbaumschlagen. Auch das ist ein Teil unserer alljährlichen Rituale. Wir suchen gemeinsam den Baum aus, sägen ihn ab, schleppen ihn zum Einnetzen und anschließend zum Auto. Wir backen zusammen Plätzchen, tun all die Dinge, die auch ich früher mit meiner Familie getan haben.
Ja, ich bin ein bekennender Weihnachtsfreak.
Und ja, Junior wird morgen völlig hingerissen sein, dass das Christkind da war. Die Milch ist ausgetrunken. Die Blätter sind im Ofen verbrannt. Und an den Keksen kaue ich gerade noch. So ist das Leben.