Auf dem Campingplatz gab’s ein buntes Sprachengewirr. An Giacomo aus Milano hatte sich Junior schnell gewöhnt. Mit ein paar Brocken Italienisch und einem Fußball wurden die beiden Jungs rasch ein Herz und eine Seele. Auch wenn’s nicht immer einfach war, sie verständigten sich irgendwie.
Komplizierter war es mit Deutschen, die einen ausgeprägten Dialekt sprachen. Eines Abends kam Junior mit sorgenvoller Miene zum Wohnwagen: “Mama, unsere Nachbarn, die sprechen aber schlecht. Die müssten dringend mal in den Sprachkurs im Kindergarten!” Ich konnte ihn beruhigen. Es waren Esslinger und Rosenheimer. Und die sprachen für ihn noch unverständlicher als der kleine Italiener. Zumal diese Kinder offenbar gar nicht in der Lage waren, Hochdeutsch zu sprechen.
Den Vogel schossen aber eindeutig die Schweizer ab. Die brachten Junior völlig durcheinander: “Mann, da versteht man zwischendurch ein Wort - und dann ist es wieder irgendwas Ausländisches”, ärgerte er sich.
Und über die Niederländer hat er jetzt auch eine feste Meinung: “Die können nicht Auto fahren - und nicht mit Müll umgehen.” Daran, nicht alles so pauschal zu verdammen, arbeiten wir noch.