Archiv für Oktober, 2006

Aus gegebenem Anlass.

Sonntag, 15 Oktober 2006

Sollte ich jemals den Mann oder die Frau treffen, der oder die die Spülmaschine erfunden hat, werde ich auf offener Straße über ihn oder sie herfallen und ihn oder sie küssen.
Ich sitze draußen auf der Terrasse und lasse mir die Sonne auf den Pelz brennen. Drinnen schnurrt das Maschinchen. So kann man leben.

Ein Autogramm von Gott.

Sonntag, 15 Oktober 2006

Gut, dass Juniors Englischkenntnisse sich auf minimale Höflichkeiten beschränken. Das böse F-Wort gehört nicht zu seinem Wortschatz. Aber er liebt Boris Gott. Der Mann mit dem leicht zu merkenden Namen macht Lieder, deren deutsche Texte nicht immer stubenrein sind. Da geht’s zum Beispiel ums Ikea-Bälle-Bad - hier zu hören: (unter Teufels Küche gibt’s einen O-Ton).
Auf der neuen CD “Mein Freund ist Sauerländer” ist auch einer seiner Songs. “Katzen” heißt er. Junior singt lauthals mit. Allerdings in einer entschärften Version: “Frisch gefegt und ungeduscht ziehe ich von Haus zu Haus, zieh mich dabei nackig aus. Heute Nacht werd’ ich bestimmt nicht mehr erwachsen.” Nur soviel: Gefegt heißt es nicht im Original.
Neulich beim Konzert stand Junior in der ersten Reihe. Und traute sich nachher sogar, den Künstler persönlich um ein Autogramm zu bitten. Natürlich erzählte er ihm auch von seinem Lieblingslied mit den Katzen. Ja, er singt lauthals mit, bestätigte ich. Gott gab ihm das Autogramm - und war sichtlich irritiert, dass ein Fünfjähriger so für seine Musik schwärmt. Und welche Songpassage fiel ihm wohl spontan grinsend ein? Richtig. “Frisch gef….”

Voluminös.

Samstag, 14 Oktober 2006

Mein Sohn hat mich neulich so richtig blamiert. Wir waren gemeinsam auf Shoppingtour. In einem Holzmöbelladen (Räumungsverkauf - supergünstige Gartenmöbel!) stand so allerhand Deko herum. Unter anderem eine sehr voluminöse, etwa mannshohe Vase. Steht mein Junge davor, strahlt wie ein Honigkuchenpferd und sagt laut und vernehmlich: “Boah, die Vase ist ja noch dicker als du, Mama!” Es wird Zeit, ins Abnehmforum zu wechseln.

Multikulturell.

Samstag, 14 Oktober 2006

Auf dem Campingplatz gab’s ein buntes Sprachengewirr. An Giacomo aus Milano hatte sich Junior schnell gewöhnt. Mit ein paar Brocken Italienisch und einem Fußball wurden die beiden Jungs rasch ein Herz und eine Seele. Auch wenn’s nicht immer einfach war, sie verständigten sich irgendwie.
Komplizierter war es mit Deutschen, die einen ausgeprägten Dialekt sprachen. Eines Abends kam Junior mit sorgenvoller Miene zum Wohnwagen: “Mama, unsere Nachbarn, die sprechen aber schlecht. Die müssten dringend mal in den Sprachkurs im Kindergarten!” Ich konnte ihn beruhigen. Es waren Esslinger und Rosenheimer. Und die sprachen für ihn noch unverständlicher als der kleine Italiener. Zumal diese Kinder offenbar gar nicht in der Lage waren, Hochdeutsch zu sprechen.
Den Vogel schossen aber eindeutig die Schweizer ab. Die brachten Junior völlig durcheinander: “Mann, da versteht man zwischendurch ein Wort - und dann ist es wieder irgendwas Ausländisches”, ärgerte er sich.
Und über die Niederländer hat er jetzt auch eine feste Meinung: “Die können nicht Auto fahren - und nicht mit Müll umgehen.” Daran, nicht alles so pauschal zu verdammen, arbeiten wir noch.

Alkoholfahne.

Samstag, 14 Oktober 2006

Junior sah in einem Vorgarten eine Deutschland-Flagge und eine Fahne der Warsteiner Brauerei wehen. Sagt er: “Guck mal, Mama, die haben eine Deutschland-Flagge und eine Alkoholfahne!”

Glitschig.

Samstag, 14 Oktober 2006

Junior unter der Dusche. Er soll sich selbst einseifen. Das dauert und dauert. Dann erschallt sein fröhlicher Ruf: “Jetzt bin ich fertig
eingesiffen!”
Aber sauber war er hinterher trotzdem.

Entwaffnend.

Samstag, 14 Oktober 2006

Vor meinem Chef hat Junior mächtig Respekt. Vor längerer Zeit sah er einmal ein Foto von ihm in der Zeitung: Da gab er den Startschuss für einen Volkslauf. Und natürlich hielt er dazu eine Pistole in der Hand. Das Bild hat den Knirps außerordentlich beeindruckt. Nun stand für mich ein Termin an, an dem auch der Chef teilnehmen sollte (was nicht so häufig vorkommt, da der Chef in weiter Ferne sitzt). Eineganze Weile schon schlich er um den Tisch, druckste herum und brütete über irgendetwas. Beim Abschied platzte es aus ihm heraus: „Hat dein Chef dann auch seine Waffe dabei? Aber er wird doch nicht schießen heute?” Der Kleine war heilfroh, als ich abends unversehrt heimkam.

Popel sind lecker.

Samstag, 14 Oktober 2006

Junior bohrt hingebungsvoll in der Nase. Was er findet verschwindet auf einmal in seinem Mund. Mein angewiderter Protest stößt auf Unverständnis: “Wieso? Für mich sind die einfach nur lecker.” Ich kann es nicht fassen. “Das ist ja eklig”, maule ich. Junior entgegnet inbrünstig: “Ich esse die gern.”
Die Geschmäcker sind halt verschieden.

Ein besonderer Tag.

Samstag, 14 Oktober 2006

Heute ist unser Familien-Geburtstag. Ein besonderer Tag für meine Eltern und mich. Heute vor 41 Jahren kam ich zu meiner Familie. Fünf Monate alt war ich damals. Für uns alle war es ein Glückstag. Ich habe eine wunderbare neue Familie bekommen, meine Eltern bekamen endlich ihr lang ersehntes Kind. Ich habe immer gewusst, dass ich adoptiert wurde. Für mich war es etwas Besonderes, dass ich unter allen Kindern extra ausgesucht wurde. Mir taten immer die Kinder leid, die nur geboren und nicht ausgesucht waren.
Jedes Jahr feiern wir diesen Tag. Jedes Jahr kaufe ich Blumen. Seit 16 Jahren kaufe ich jedes Jahr einen Blumenstrauß für meine Mutter und einen identischen Blumenstrauß für das Grab meines Vaters. Jedes Jahr sagt meine Mutter: “Kind, du sollst doch nicht…” Jedes Jahr ist sie trotzdem gerührt.
Der Tag ist für uns genauso wichtig wie ein Geburtstag. Unser Familiengeburtstag eben.

Aldi ist schuld.

Freitag, 13 Oktober 2006

Auf der Suche nach Ursachen für ungewollte Kinderlosigkeit stößt frau immer wieder auf ungewöhnliche Aspekte. Beispiel: Die Landjugend diskutiert beim Agrarabend - O-Ton- Fragen wie „Gehen günstigere Futtermittel auf Kosten der Fruchtbarkeit?”. Ich hab’s ja immer gewusst. Aldi ist schuld.

Ach ja: In der Diskussion geht es um Kühe.