Märchen.
Junior macht ein Märchenprojekt im Kindergarten. Aus gegebenem Anlass habe ich mein altes Grimms-Märchen-Buch hervorgekramt. Man will ja Vorbild sein und dem Kind brav Märchen vorlesen. Da fällt mir auf: Es gibt sehr viele Eltern mit langjährigem Kinderwunsch in Märchen. Mindestens so viele wie Stiefmütter. Die Kinderwunsch-Paare bekommen dann nach langem, sehnlichem Warten doch noch ein Kind. Aber immer hat die Geschichte einen Haken. Entweder ist das Kind ganz mickrig. Wie bei “Daumesdick”. Oder die Eltern haben einen Sockenschuss. Die geben ihr Baby einfach weg. Also nicht einfach. Aber weg. Bei “Rapunzel” ist es so.
Und der arme “Daumesdick” ist gleich doppelt geschlagen. Mickrig und von seinen intellektuell wenig erhellten Eltern weggegeben. Mal ehrlich. Wer würde auf einen kleinen Jungen hören, der vorschlägt, man solle ihn an zwei Schurken verkaufen? Da muss man als Bauer schon sehr dicke Kartoffeln ernten.
Offenbar hatten die Gebrüder Grimm ein gestörtes Verhältnis zu Ehepaaren mit unerfülltem Kinderwunsch. Vielleicht sollte ich mal forschen, ob da Freud im Hintergrund mitmischte.
Dienstag, 31 Oktober 2006 at 17:31
aber es geht auch anders.. erinnerst du dich dann an Rapunzel weiter.. als sie da im Turm saß und ihr Haar herunterließ… damit der Prinz heraufkommen konnte…
tja ich dachte als Kind immer sie haben sich unterhalten.. oder so..
jaaa sicher…
sie bekam dann ausgesetzt in der Wildnis Zwillinge..
das zum Thema Unterhaltung
liebe Grüße Helga
Mittwoch, 1 November 2006 at 02:12
Interessant! Spiegelt wahrscheinlich die miserable gesellschaftliche Stellung der kinderlosen Frau (!) wider …
Fast noch schlimmer: heute ist es eher umgekehrt, je mehr Kinder ein Paar in die Welt setzt, desto “auffälliger” werden sie… und kinderlos zu sein, irgendwann (zumindest in Deutschland) der Normalfall??? O weh…